Das kommt auf Kunden zu

Änderungen 2022: Neue 5D-Regel bei Lidl, Aldi und Penny kommt

  • VonMalin Schneider-Pluppins
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Für 2022 planen einige große Discounter eine weitreichende Änderung. Mit der Umsetzung der 5D-Regel setzen Aldi und Co. auch ihre Konkurrenz stark unter Druck.

Deutschland – Mit Aldi kündigte Anfang Dezember der erste Discounter an, im kommenden Jahr eine wichtige Änderung im Produktsortiment umzusetzen. Inzwischen ist klar: Nicht nur Aldi Nord und Süd planen bis spätestens Ende 2022 ihr komplettes Schweinefleisch-Angebot auf 5D umzustellen. Wie RUHR24* weiß, führen auch Lidl, Penny und die Supermarktkette Rewe im kommenden Jahr den 5D-Standard ein.

DiscounterAldi
HauptsitzEssen
GründerKarl Albrecht, Theo Albrecht

5D-Regel ab 2022: Aldi und Lidl preschen vor und ändern Schweinefleisch-Sortiment

Prescht einer vor, dauert es oft nicht lange, bis alle anderen nachziehen. In Sachen Tierwohl ist es nun der Discounter Aldi, der einen neuen Standard für das gesamte Schweinefleisch-Sortiment umsetzen will. Mit Einführung der 5D-Regel soll ein klares Zeichen für mehr Nachhaltigkeit gesetzt werden.

Denn mit 5D sollen alle fünf Schritte der Wertschöpfungskette der Schweinefleischproduktion in Deutschland stattfinden, also Geburt der Ferkel, Aufzucht, Mast, Schlachtung und Verarbeitung. Lange Tiertransporte von Ferkeln und Schweinen könnten damit der Vergangenheit angehören.

Nach Aldi kündigte auch Lidl bereits früh an, nur noch Schweinefleisch aus deutscher Produktion zu verkaufen. Dabei will Lidl laut top agrar sogar noch schneller als Aldi sein und schon im ersten Quartal 2022 mit der Umstellung beginnen – und dabei sogar verarbeitete Wurstwaren miteinbeziehen.

Und auch Penny, Rewe und Kaufland zogen laut top agrar bereits nach und kündigten ebenfalls an, das gesamte Sortiment an Schweinefrischfleisch im Laufe des Jahres 2022 auf 5D umzustellen. Bei Rewe, dem Supermarkt, der erst kürzlich bei einem dreisten Fleisch-Betrug überführt wurde*, sollen es dann immerhin 95 Prozent aller angebotenen Schweinefleischprodukte sein, die dem 5D-Standard entsprechen.

Aldi und Lidl setzen 2022 auf 5D-Regel – Konkurrenz zieht bei Änderung im Schweinefleisch-Sortiment mit

Mit der frühzeitigen Ankündigung der Umstellung wollen die Discounter und Supermärkte laut Watson allen Beteiligten der Wertschöpfungskette genug Zeit einräumen, sich auf die Änderung einzustellen (mehr News rund um Supermärkte und Discounter* auf RUHR24).

Lidl, Aldi und Co.: Auf Kunden kommt bald weitere Änderung an der Frischfleisch-Theke zu. (Symbolbild)

Dabei klingt es gar nicht mal so neu, nur noch Schweinefleisch aus deutscher Produktion anzubieten. Bereits jetzt kommt viel Frischfleisch aus deutschen Betrieben. Neu ist in diesem Fall jedoch, dass die gesamte Wertschöpfungskette – von der Geburt des Ferkels bis hin zur Verarbeitung des Fleisches – in Deutschland erfolgen soll. Auch Aufzucht, Mast und Schlachtung erfolgen bei 5D-Fleisch in Deutschland.

Bislang galt für viele Produkte in der Schweinefleisch-Theke nur die 4D-Regel: Die Ferkel für die Aufzucht stammten dabei laut In Franken häufig aus dem Ausland. „Mit unserer Zusage zu ‚5D‘ schließen wir eine Lücke und bekennen uns einmal mehr zur deutschen Landwirtschaft“, erklärte Tobias Heinbockel von Aldi Nord nun gegenüber der Lebensmittel Zeitung.

Aldi und Co.: Große Änderungen in der Frischfleischtheke in 2022 nicht nur wegen 5D

Damit dürfte nicht nur das Tierwohl einen größeren Stellenwert bekommen, sondern den gebeutelten Schweinemästern eine neue Perspektive aufgezeigt werden. Die waren durch einbrechende Weltmarktpreise und immer kleinere Gewinnmargen zuletzt arg unter Druck geraten.

Die Vorreiter in Sachen 5D erhoffen sich nun wohl auch, dass noch mehr Unternehmen nachziehen. Kommt das Bekenntnis für mehr Nachhaltigkeit bei den Kunden gut an, könnte das „Bekenntnis zur deutschen Landwirtschaft“ Konkurrenten jedenfalls unter Druck setzen, mitzuziehen.

Dann könnte auch eine weitere Änderung Einzug in allen Discountern und Supermärkten erhalten. Wie Watson berichtet, kündigte Aldi auch an, die Haltungsstufen 1 und 2 bei Frischfleisch bis 2030 aus dem Sortiment zu nehmen*. Rewe mit der Discounter-Tochter Penny sowie Edeka schlossen sich dem bereits an. *RUHR24 ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Koen van Weel/ANP/picture alliance

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