Gesundheit

Corona-Totimpfstoff: Valneva meldet positive Studienergebnisse

Ein sogenannter Totimpfstoff des österreichisch-französischen Unternehmens Valneva soll für weitere Corona-Impfungen sorgen.
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Ein sogenannter Totimpfstoff des österreichisch-französischen Unternehmens Valneva soll für weitere Corona-Impfungen sorgen.

Der neue Corona-Totimpfstoff von Valneva soll auch Impfskeptiker überzeugen. Nun hat das Unternehmen positive Studienergebnisse veröffentlicht.

Update vom Montag, 18.10.2021, 14.55 Uhr: Der Impfstoffhersteller Valneva hat erste positive Studienergebnisse zu seinem Corona-Impfstoff veröffentlicht. In der klinischen Phase-3-Studie sei im Vergleich zum Astrazeneca-Impfstoff bei den Probanden ein höherer mittlerer Wert an neutralisierenden Antikörpern festgestellt worden, teilte das Unternehmen am Montag (18.10.2021) mit.

Bei dem Corona-Impfstoff des französisch-österreichischen Unternehmens handelt es sich um einen sogenannten Totimpstoff. Das Vakzin ist ähnlich strukturiert wie klassische Grippe-Impfungen und soll in normalen Kühlschränken gelagert werden können. Der Impfstoff von Valneva ist laut den Studienergebnissen „im Allgemeinen gut verträglich“. An der Studie hatten den Angaben zufolge 4012 Menschen ab 18 Jahren in Großbritannien teilgenommen.

„Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass dieser Impfstoffkandidat auf dem besten Weg ist, eine wichtige Rolle im Kampf gegen die Pandemie zu spielen“, erklärte der Studienleiter und Professor für Pädiatrie an der Universität in Bristol, Adam Finn. Valneva-Geschäftsführer Thomas Lingelbach teilte mit, dass das Unternehmen seinen Impfstoffkandidaten „so schnell wie möglich“ zur Zulassung bringen wolle, um „den Menschen, die noch nicht geimpft sind, eine alternative Impfstofflösung anzubieten“. Erste Schritte zu einem Antrag zur Zulassung bei der britischen Gesundheitsbehörde MHRA seien bereits erfolgt.

Neuer Corona-Impfstoff: Totimpfstoff von Valneva soll auch Impfunwillige überzeugen

Erstmeldung vom Mittwoch, 01.09.2021, 14.44 Uhr: Wien/Kassel – Aktuell läuft die Entwicklung eines mit klassischer Methode hergestellten Impfstoffs gegen Corona*. Hinter dem Vakzin mit dem Namen VLA2001 steckt das österreichisch-französische Unternehmen Valneva. Inzwischen wurde auch ein Zulassungsverfahren bei der britischen Arzneimittelbehörde Medicines and Healthcare Products Regulatory Agency (MHRA) beantragt.

Doch was unterscheidet den Covid-19-Impfstoff von den mRNA-Vakzinen von Biontech/Pfizer und Moderna, sowie den Vektor-Impfstoffen von Astrazeneca und Johnson & Johnson? Bei dem Valneva-Mittel handelt es sich um einen sogenannten Tot-Impfstoff, welcher auch Corona-Impfskeptiker von einer Immunisierung überzeugen soll. Der Grund: Tot-Impfstoffe sind schon lange erforscht.

UnternehmenValneva SE
HauptsitzSaint-Herblain, Frankreich
Gründung2012
BranchePharmaindustrie

Corona-Impfstoff Valneva: Viele Vakzine basieren auf demselben Prinzip

Tot-Impfstoffe, auch als inaktive Impfstoffe bekannt, basieren auf abgetöteten Krankheitserregern oder Bestandteilen bestimmter Erreger. Laut der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung sind diese nicht mehr in der Lage sich zu vermehren und können auch keine Krankheiten auslösen. Impfungen, die seit Jahrzehnten genutzt werden, wie etwa gegen Tetanus, Kinderlähmung, Diphtherie oder auch Grippe, basieren auf dieser Methode.

Im Falle des Corona-Impfstoffs von Valneva wird das Virus Sars-CoV-2 chemisch inaktiviert, die Struktur des Spikeproteins bleibt jedoch erhalten. Des Weiteren werden dem Vakzin Wirkverstärker beigefügt. Dadurch wird das menschliche Abwehrsystem dazu angeregt, Antikörper zu produzieren, ohne dass dabei eine Krankheit ausbricht - die sogenannte Immunantwort.

Ein großer Vorteil der Impfstoffe ist zudem, dass diese schnell produziert und lange gelagert werden können – bei Kühlschranktemperaturen sogar über mehrere Jahre. Außerdem gilt die Chance auf Nebenwirkungen bei Tot-Impfstoffen als relativ gering. Darüber berichtet das medizinische Fachportal „Gelbe Liste“.

Im Video: Neuer Corona-Impfstoff von Valneva – Zulassung für Österreich im Herbst?

Corona-Impfung: Ergebnisse aus Phase I und Phase II von Valneva machen Hoffnung

Derzeit befindet sich der Valneva-Impfstoff in einem Rolling-Review-Verfahren. Das bedeutet, dass die prüfende Zulassungsbehörde alle verfügbaren Daten unmittelbar prüfen kann, sobald diese zur Verfügungstehen. Bevor eine Zulassung erteilt werden kann, muss das Corona-Vakzin jedoch erst Phase III, also die letzte Prüfphase, abschließen. Erste Ergebnisse der Phase-III-Studie werden für Oktober erwartet. Eine Erstzulassung könnte noch vor Ende 2021 erteilt werde, falls die restliche Prüfung erfolgreich abläuft.

In den Phase-I- und Phase-II-Studien gaben Impfungen an rund 150 Probandinnen und Proband zwischen 18 und 55 Jahren bereits Hinweise auf eine gute Verträglichkeit und Wirksamkeit. In der Phase III soll der Valneva-Wirkstoff nun mit dem Vakzin von Astrazeneca verglichen werden. Darüber hinaus wird geprüft, ob der Tot-Impfstoff sich auch als Auffrischungsimpfstoff eignet.

EU-Kommission hat Corona-Impfdosen von Valneva bestellt

Laut Herstellerangaben sind voraussichtlich zwei Impfungen im Abstand von 28 Tagen erforderlich, um einen vollständigen Schutz vor dem Coronavirus zu erreichen. Doch auch hier werden Auffrischungsimpfungen als wahrscheinlich angesehen. Bei den anderen Covid-19-Impfstoffen lässt der Impfschutz mit der Zeit nach, daher starten im September die Corona-Drittimpfungen für einige Risikogruppen*. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) kündigte zuletzt an, früher oder später allen ein solches Impfangebot unterbreiten zu können.

Die EU-Kommission hat derweil Sondierungsgespräche mit dem Impfstoffhersteller Valneva abgeschlossen. Der geplante Vertrag mit dem österreichisch-französischem Unternehmen würde allen EU-Mitgliedsstaaten die Möglichkeit einräumen, in einem ersten Schritt gemeinsam 30 Millionen Dosen zu erwerben – inklusive einer Option auf weitere 30 Millionen Impfdosen.

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Für die Bundesrepublik sind bereits elf Millionen Dosen des Vakzins bestellt. In Deutschland würde es damit künftig neben den Mitteln von Biontech/Pfizer, Moderna sowie Johnson & Johnson zum Einsatz kommen. Die Impfstoffe von Astrazeneca und Curevac werden nicht mehr bestellt. (Nail Akkoyun, Sarah Neumeyer) *hna.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

In einer früheren Version des Artikels erklärten wir, dass der sogenannte ADE-Effekt (Antikörper-abhängige Immunverstärkung) ein möglicher, großer Nachteil von Tot-Impfstoffen sein könnte. Da sich diesbezüglich viele widersprüchliche Aussagen in Fachjournalen gefunden haben, wurde der Teil aus dem Artikel entfernt.

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