Was Supermarkt-Kunden erwartet

Rewe-Chef spricht Klartext zu Lieferengpässen und Preisexplosionen

  • VonLisa Bender
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Auch 2022 machen Lieferengpässe und Preiserhöhungen der Lebensmittelbranche zu schaffen. Rewe-Chef Lionel Souque spricht jetzt Klartext, inwiefern sich das auch auf die Kunden auswirkt.

Köln – 2022 beginnt mit einigen Änderungen* – insbesondere beim Einkaufen im Supermarkt oder Discounter* müssen sich Kunden auf zahlreiche Neuerungen einstellen. Unter anderem werden neue Pfandregeln* und ein Verbot von Plastiktüten* bei Aldi, Lidl, Rewe und Co. eingeführt. Aber auch Lieferengpässe und Preiserhöhungen machen dem Einzelhandel 2022 weiterhin zu schaffen, wie RUHR24* berichtet.

LebensmitteleinzelhändlerRewe GmbH
HauptsitzKöln
Mitarbeiter161.000 (Stand 2020)

Rewe: Preisexplosion und Lieferengpässe beim Einkaufen auch noch 2022

Die Suezkanal-Sperre hat bereits 2021 den Einzelhandel ordentlich auf den Kopf gestellt. Aldi, Lidl, Rewe und Edeka mussten sich auf Lieferengpässe einstellen – insbesondere für das Non-Food-Sortiment. Die Corona-Pandemie* tut ihr Übriges. Die daraus resultierende Rohstoffknappheit und Logistikprobleme sorgen ebenfalls für leere Regale und vor allem für regelrechte Preisexplosionen bei Lebensmitteln im Supermarkt*.

Kaffee*, Tee*, Agrarstoffe wie Weizen, Sojabohnen und Mais, aber auch Olivenöl oder Klopapier werden einen deutlichen Preis-Anstieg verzeichnen. Ein Ende der steigenden Lebensmittelpreise ist wohl vorerst nicht in Sicht. Nun hat sich Rewe-Chef Lionel Souque dazu geäußert und skizziert, womit Kunden 2022 beim Einkaufen noch rechnen müssen. Eine Sache scheint ihn dabei besonders zu ärgern.

Rewe-Chef äußert sich zu steigenden Preisen im Supermarkt

So sieht Souque die Ursache für die Preiserhöhungen nicht nur in der Corona-Pandemie begründet, sondern vielmehr macht er die Industrie dafür verantwortlich. „Es gab noch nie so viele Forderungen nach Preiserhöhungen von der Industrie wie in diesem Jahr“, empört sich der Rewe-Chef gegenüber der Deutschen Presseagentur (DPA).

Denn er ist sich sicher, dass nicht alle Preiserhöhungen gerechtfertigt seien, einige Firmen würden die derzeitige Situation und die Inflation auch ausnutzen. Dass Nudeln oder Kaffee aktuell teurer seien, ist laut Souque aufgrund der teureren Rohstoffpreise nachvollziehbar. Andere Hersteller wollten lediglich auf der Preiswelle mitreiten. Welche er jedoch genau meint, führt Souque nicht aus.

Rewe-Konzernchef Lionel Souque äußert sich zu der aktuellen Situation in den Supermärkten.

Rewe will Kunden vor Preiserhöhung schützen – Lieferengpässe drohen trotzdem

Noch komme nicht jeder dieser Preiserhöhung beim Kunden im Supermarkt an. Doch „wir müssen aufpassen, dass wir diese Unternehmen mit ihren Forderungen nicht durchkommen lassen, denn am Ende zahlt dafür der Kunde“, warnt Rewe-Chef Souque. Während Rewe versucht, die höheren Preise noch nicht auf seine Kunden abwälzen zu müssen, könne man die Lieferengpässe nicht umgehen.

„Auch im Lebensmittelhandel sind Lieferengpässe in Deutschland inzwischen Alltag“, erklärt der Manager. Doch auch hier hat er für die Rewe-Kunden eine gute Nachricht. So versuche man jeden Artikel, der von Lieferengpässen betroffen ist, durch eine andere Marke auszugleichen. Mit leeren Regalen müssen Rewe-Kunden also vorerst laut Souque nicht rechnen.

Doch auch hier sei die Corona-Pandemie nicht das einzige Problem, diagnostiziert der Rewe-Manager. Zwar fehle es oft an Rohstoffen oder Verpackungsmaterial, aber bei vielen Unternehmen sei auch die schlechte Organisation Schuld an den fehlenden Lebensmitteln. Sparmaßnahmen, Fesselverträge und Fehler in der Logistik wirken sich auf den Handel aus und sorgen in Kombination mit Corona für Engpässe. Wie lange dieser Zustand noch andauere, wisse Souque nicht. *RUHR24 ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Rewe, Oliver Berg/dpa, Collage: RUHR24

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