Mehrere Supermärkte betroffen

Verseuchte Milch: Klöckner schießt gegen Länder - Foodwatch: „Ministerin selbst ist größtes Risiko“

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Muss sich einiges anhören aufgrund der versuchten Milch: Julia Klöckner (CDU).

Erst gab es Todesfälle aufgrund von keimbelasteten Fleischwaren, nun müssen zahlreiche deutsche Supermarkt-Ketten einem Rückruf von Milch Folge leisten. Klöckner teilt aus - und muss einstecken.

Update vom 13. Oktober: Listerien in der Wurst, Durchfallerreger in der Milch, Plastik im Brot: Regelmäßig rufen Hersteller Lebensmittel wegen Verunreinigungen zurück. Zwar sollen Kontrollen die Sicherheit der Produkte gewährleisten. Doch die jüngsten Vorfälle um keimbelastete Wurst und Milch zeigen Schwächen des derzeitigen Kontrollsystems. Nun ist eine Debatte entbrannt, wer dafür die Verantwortung trägt.

Ernährungsministerin Julia Klöckner (CDU) nahm am Wochenende die Bundesländer für die Lebensmittelkontrollen in die Pflicht. „Ich lege Wert darauf, wenn die Länder stets ihre Zuständigkeit hier betonen, dass sie ihrer Verantwortung auch mit ausreichend Personal für diese Aufgabe gerecht werden“, sagte sie der „Bild“-Zeitung vom Samstag. „Die Länder müssen bereit sein, über stärkere Konzentration und Bündelung von Verantwortlichkeiten zu sprechen, um die Lebensmittelkontrolle zu optimieren.“

Verseuchte Milch: Foodwatch greift Klöckner scharf an

Dagegen warf die Verbraucherorganisation Foodwatch Klöckner schwere Versäumnisse vor. „Indem Frau Klöckner allein an die Bundesländer appelliert, unternimmt sie einen ebenso plumpen wie billigen Versuch, von der eigenen Verantwortung abzulenken“, erklärte Geschäftsführer Martin Rücker am Sonntag. Klöckner habe in ihrer Amtszeit „keinerlei Initiative“ ergriffen. „Mit dieser Haltung ist die Ministerin das größte Risiko für die Lebensmittelsicherheit in Deutschland.“

Update vom 12. Oktober, 17.15 Uhr: Wie ist es um die Qualität in der deutschen Lebensmittelindustrie bestellt? Ernährungsministerin Julia Klöckner hat sich zu den jüngsten Rückrufen zu Wort gemeldet und fordert die Bundesländer auf, ihrer Verantwortung besser gerecht zu werden. „Die Länder müssen bereit sein, über stärkere Konzentration und Bündelung von Verantwortlichkeiten zu sprechen, um die Lebensmittelkontrolle zu optimieren“, lautet ein Appell der Regierungspolitikerin in der Bild.

Allerdings kündigt Klöckner auch selbst Maßnahmen auf die Skandale an, für die zuletzt ein Fleischproduzent sowie ein Hersteller von Milch sorgten. Demnach wird die 46-Jährige eine Zusammenkunft mit den jeweiligen Agrarministerien in die Wege leiten. „Ich verlange schnelle Aufklärung, damit solche Fälle, die die Gesundheit unserer Bürger gefährden, sich nicht wiederholen“, so die CDU-Politikerin weiter. 

Die Verbraucherzentrale und auch der Bundesverband für Lebensmittelkontrolleure pflichten Klöckner bei und fordern eine Optimierung der entsprechenden Zuständigkeiten hinsichtlich der Qualitätskontrollen von Nahrungsmitteln. Wie nun bekannt wurde, ist aktuell auch Hackfleisch von einem Rückruf betroffen.

Verseuchte Milch: Mega-Rückruf bei Aldi, Lidl, Edeka, Netto

Update 12.05 Uhr: Inzwischen soll feststehen, wie es zu der verseuchten Milch kam. Informationen von Focus Online zufolge gab der Hersteller bekannt, dass die Ursache eine defekte Dichtung war. Weiter soll er mitgeteilt haben: „Die Ursache für die Verunreinigung wurde zweifelsfrei identifiziert und zwischenzeitig behoben.“

Aldi, Lidl, Rewe und Co.: Riesiger Rückruf - Milch mit gefährlichen Bakterien verseucht 

Unsere Erstmeldung: München - Eine mit Bakterien verseuchte Milch zwingt zahlreiche deutsche Discounter wie Lidl, Edeka, Rewe, Aldi und mehr zu einem umfangreichen Rückruf! Festgestellt wurden die Probleme bei einer Routinekontrolle. 

Hierbei handelt es sich um eine Frische Fettarme Milch mit 1,5 Prozent Fettanteil der Unternehmen DMK Group („Deutsche Milchkontor GmbH“) gemeinsam mit „Fude + Serrahn Milchprodukte.

Lesen Sie auch: Rückruf für Wilke-Wurst: Drittes Todesopfer bestätigt - Unternehmen will dennoch weitermachen

Video: Riesiger Rückruf von bakterienverseuchter Milch

Der Produzent versorgt viele Supermarkt-Ketten mit dem Claim jeweils unterschiedlicher Marken. Folgende Artikel der großen Handelsketten sind von dem umfangreichen Rückruf betroffen:

Rückruf bei Aldi, Lidl, Edeka, Netto, Kaufland - Milch mit gefährlichen Bakterien verseucht

Lidl: Milbona Frische Milch 1,5 % Fett Mindesthaltbarkeitsdatum: 13.10.2019, 14.10.2019, 16.10.2019 und 18.10.2019.

Rewe: Ja! Frische Milch 1,5 % Fett Mindesthaltbarkeitsdatum: 14.10.2019, 15.10.2019, 18.10.2019 und 20.10.2019.

Edeka: Gut & Günstig Frische Fettarme Milch ESL 1,5 % Fett (1 Liter) Mindesthaltbarkeitsdatum: 14.10.2019, 16.10.2019, 18.10.2019 und 20.10.2019.

Aldi Nord: Milsani Frische Milch 1,5 % Fett Mindesthaltbarkeitsdatum: 15.10.2019, 18.10.2019 und 20.10.2019.

Aldi Süd: Milfina Frische Milch 1,5 % Fett Mindesthaltbarkeitsdatum: 10.10.2019 und 14.10.2019.

Kaufland: K-Classic Frische Milch 1,5 % Fett Mindesthaltbarkeitsdatum: 14.10.2019, 15.10.2019 und 18.10.2019.

Netto: Marken-Discount Gutes Land, Frische Fettarme Milch länger haltbar 1,5 % Fett (1 Liter) Mindesthaltbarkeitsdatum: 14.10.2019, 15.10.2019, 16.10.2019, 18.10.2019 und 20.10.2019.

Real: Tip Frische Milch 1,5 % Fett Mindesthaltbarkeitsdatum: 14.10.2019, 15.10.2019 und 18.10.2019..

Metro Deutschland GmbH: Aro Frische Milch 1,5 % Fett Mindesthaltbarkeitsdatum: 15.10.2019 und 18.10.2019.

Bartels-Langness (Bela): Tip Frische Milch 1,5 % Fett Mindesthaltbarkeitsdatum: 14.10.2019, 15.10.2019 und 18.10.2019 sowie Hofgut Frische Milch 1,5 % Fett Mindesthaltbarkeitsdatum: 18.10.2019.

Die aufgelisteten Märkte haben auf den Rückruf bereits reagiert und die Ware aus den Regalen genommen. Verbraucher, die das entsprechende Produkt bereits gekauft haben, können dieses auch ohne Kassenbon bei den Discountern zurückgeben. Über den Rückruf von Milch bei Aldi, Lidl, Edeka und Co. berichtet auch ruhr24.de*.

Wichtig: Bei der betroffenen Milch handelt es sich um das Genusstauglichkeitskennzeichen DE NW 508 EG. Nur wenn diese Kennung in Verbindung mit dem entsprechenden MHD auf der Produktverpackung vermerkt ist, muss es entsorgt bzw. zurückgebracht werden.

Milch-Rückruf bei Aldi, Lidl, Real, Netto, Metro: Dieser Typus wurde festgestellt

Wie der Hersteller informierte, handelt es sich bei dem Fund um Keime des Bakterien-Typs Aeromonas hydrophila / caviae. Dies kann zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen, die den Magen-Darm-Trakt betreffen. Zudem sind Aeromonas-Arten gefürchtete „Krankenhauserreger“, wie das Portal Produktwarnung.eu vermeldet. Ausführlich darüber berichtete auch Merkur.de*.

Weitere aktuelle Rückrufe:

Aldi ruft eine beliebte Marke Toastbrot in mehreren Bundesländern zurück. Der Verzehr des Produktes kann eine Gesundheitsgefahr darstellen.

*Merkur.de ist ein Angebot des bundesweiten Ippen Digital Redaktionsnetzwerks

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