Schockierende Ergebnisse

Müsli im Test: Öko-Test lässt zehn Produkte krachend durchfallen

  • Regina Wolf
    VonRegina Wolf
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In seiner Januar-Ausgabe hat das Verbrauchermagazin Öko-Test Müsli auf den Prüfstand gestellt. Die Prüfer weisen in ihrem Test zahlreiche Pestizide nach.

Deutschland – Früchtemüsli gilt eigentlich als gesundes Frühstück. Allerdings ist vielen Verbrauchern auch bewusst, dass einige der fertigen Mischungen zu viel Zucker enthalten. In der aktuellen Ausgabe kritisiert Öko-Test die Fruchtmüslis bekannter Marken aber nicht nur wegen eines erhöhten Zuckergehaltes. Die Tester finden zudem Mineralöl und Pestizide in vielen Produkten. Einige der nachgewiesenen Spritzgifte sind sogar in der EU verboten, weiß RUHR24*.

Öko-TestVerbrauchermagazin
Erstausgabe1985
HauptsitzFrankfurt

Müsli bei Öko-Test – die Prüfer kommen zu gemischten Ergebnissen

Wer Müsli liebt, muss aber dennoch nicht darauf verzichten – denn Öko-Test* vergibt auch zahlreiche Bestnoten. Insgesamt haben die Tester 50 Fruchtmüslis einem kritischen Blick unterzogen. Davon erhalten immerhin 21 Produkte die Bestnote „sehr gut“.

Andererseits fallen auch zehn Produkte im Test mit dem vernichtenden Urteil „ungenügend“ durch – ein weiteres Müsli ist „mangelhaft“. Für ihr Urteil haben die Prüfer die Fruchtmischungen in Laboren untersuchen lassen.

Mineralöl im Müsli – Öko-Test kritisiert bekannte Marken

Die Labore finden zahlreiche bedenkliche Substanzen, die in einem gesunden Frühstück nichts zu suchen haben. So weisen die Tester in elf Produkten Mineralölkohlenwasserstoffverbindungen (MOSH) nach. Diese können sich im Körper anreichern – welche Folgen das hat, gilt als noch unerforscht.

In vier Produkten findet Öko-Test sogar aromatische Mineralölkohlenwasserstoffe (MOAH). Diese gelten als noch gefährlicher, da es unter ihnen auch krebserregende Verbindungen gibt. Solche Funde von MOAH in Lebensmitteln wurden kürzlich erst von Foodwatch heftig kritisiert*. Auch hier ist eine abschließende gesundheitliche Bewertung laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung aufgrund der unzureichenden Datenlage nicht möglich. Die Stoffe seien in Lebensmitteln daher grundsätzlich „unerwünscht“, urteilt das Institut.

Fruchtmüsli bei Öko-Test – die Prüfer kommen zu gemischten Ergebnissen. (Symbolbild)

Einige Fruchtmüslis sind laut Öko-Test regelrechte „Pestizidcocktails“

Insbesondere bemängelt Öko-Test in seinem aktuellen Testbericht* aber Pestizide. Einige der Fruchtmüslis seien wahre „Pestizidcocktails“, meinen die Tester.

Gerade solche Pestizid-Mischungen gelten laut Experten als umstritten. So erklärte eine Toxikologin des Umweltbundesamtes im November in der Sendung Jenke Experiment zum Thema Pestizide gegenüber ProSieben, man wisse derzeit noch zu wenig darüber, wie sich die Vielfalt der Pestizide in Lebensmitteln auf unsere Gesundheit auswirke.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) kommt in einer aktuellen Stellungnahme zu dem Schluss, dass Pestizide als solche nicht gleich schädlich seien, solange die Grenzwerte und Richtlinien für Lebensmittel eingehalten würden. Bemerkenswert in diesem Zusammenhang ist allerdings: Öko-Test findet in den betroffenen Müslis auch zahlreiche Spritzgifte, die in der EU gar nicht mehr eingesetzt werden dürfen. Einige von ihnen gelten als gesundheitlich bedenklich, andere sind beispielsweise für Insekten und Bienen giftig, erklärt Öko-Test.

In der EU verbotene Pflanzenschutzmittel – Seitenbacher und Dr. Oetker versagen bei Öko-Test

Zu den großen Verlierern, die laut Öko-Test „ungenügend“ sind, zählen auch diese drei bekannten Produkte:

  • Produkt: Dr. Oetker Vitalis Früchtemüsli; Preis pro 500 Gramm: 2,99 Euro; Pestizidbelastung: 14 Pestizide in Spuren; besonders bedenkliche Pestizide: ja, Chlorpyrifos, Tebuconazol u.a.; in der EU verbotene Pestizide: ja, Chlorpyrifos, Propargit; Gesamturteil: ungenügend
  • Produkt: Seitenbacher Verwöhner Mischung; Preis pro 500 Gramm: 3,86 Euro; Pestizidbelastung: 27 Pestizide in Spuren; besonders bedenkliche Pestizide: ja, Glyphosat, Dimethomorph u.a.; in der EU verbotene Pestizide: ja, Famoxadon, Fenvalerate; Gesamturteil: ungenügend
  • Produkt: Seitenbacher Müsli glutenfrei; Preis pro 500 Gramm: 3,86 Euro; Pestizidbelastung: 31 Pestizide in Spuren; besonders bedenkliche Pestizide: ja, Glyphosat, Dimethomorph u.a.; in der EU verbotene Pestizide: ja, Carbendazim, Famoxadon u.a.; weitere bedenkliche Inhaltsstoffe: MOSH leicht erhöht; Gesamturteil: ungenügend
  • Alle Gewinner und Verlierer gibt es bei Öko-Test (Bezahlartikel).

Fruchtmüsli im Test: Bio liegt bei Öko-Test vorn

Mit 31 verschiedenen Pestiziden in nur einer Müsli-Mischung hält das glutenfreie Produkt von Seitenbacher laut Öko-Test den Negativrekord. Insgesamt liegen Bio-Produkte in diesem Test vorn. So fallen von den insgesamt 29 getesteten Bio-Produkten tatsächlich nur zwei durch – dreizehn sind hingegen „gut“ oder „sehr gut“.

Andererseits findet Öko-Test aber auch in einigen Bio-Müslis umstrittene Substanzen. Und von den konventionellen Fruchtmüslis erreichen immerhin fünf die Note „sehr gut“. *RUHR24 ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Jiri Hera/dpa, Öko-Test; Collage: RUHR24

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