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Ferrero-Rückruf von „kinder“-Produkten schon zwei Mal ausgeweitet - jetzt ermittelt Staatsanwaltschaft

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Von: Magdalena von Zumbusch

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Schokoladeneier, Mixtüten und Schoko-Bons: Verschiedenste Produkte der Marke „kinder“ sollten wegen Rückrufs keinesfalls verzehrt werden. Ferrero gesteht Fehler.

Update vom 11. April 2022, 15.48 Uhr: Am Montag (11. April) meldete die belgische Staatsanwaltschaft, dass sie Ermittlungen gegen den Konzern Ferrero aufgenommen habe. Die Untersuchungen wurden auf die Schließung eines Werks von Ferrero im belgischen Arlon hin aufgenommen.

Aufgrund der Salmonellen-Fälle in mehreren Ländern, die wohl auf Ferrero-Produkte zurückgehen, hatte Ferrero die Produktion in dem Werk in Arlon vorerst einstellen müssen. Die belgische Aufsichtsbehörde für Lebensmittelsicherheit Afsca hatte am Freitag angekündigt, die Produktionslizenz für das Werk zu entziehen. Außerdem müssten alle Produkte aus dem Werk zurückgerufen werden.

Die Salmonellenfälle in mehreren europäischen Ländern beschäftigen inzwischen auch zwei EU-Behörden. Die EU-Lebensmittelsicherheitsbehörde EFSA und die EU-Gesundheitsbehörde ECDC untersuchen den Fall Ferrero momentan und wollen in der kommenden Woche eine Stellungnahme dazu veröffentlichen.

Ein Polizei-Fahrzeug vor einer Ferrero-Fabrik in Belgien. Nach dem Salmonellen-Rückruf ermittelt nun die Staatsanwaltschaft.
Ein Polizei-Fahrzeug vor einer Ferrero-Fabrik in Belgien. Nach dem Salmonellen-Rückruf ermittelt nun die Staatsanwaltschaft. © Eric Lalmand / dpa

Update vom 8. April 2022, 18.11 Uhr: Ferrero hat Fehler im Umgang mit den Rückrufen einiger Produkte gestanden. Das italienische Unternehmen räumte am Freitag „interne Ineffizienzen“ ein, „die dafür sorgten, dass es Verzögerungen bei den Rückrufen und beim Informationsaustausch gab“. Deshalb seien die Untersuchungen zu dem Fall nicht so schnell und effizient wie nötig durchgeführt worden, hieß es der Mitteilung, aus der die Nachrichtenagenturen Ansa und Adnkronos zitierten.

Dem Unternehmen war bereits im Dezember ein Salmonellen-Fall in einer Fabrik im belgischen Arlon gemeldet worden, wie Ferrero France in Luxemburg bestätigt hatte. Das Werk wurde am Freitag vorübergehend geschlossen, die Aufsichtsbehörde Afsca entzog die Produktionslizenz.

Ferrero über Umgang mit Rückrufen: „Zutiefst betrübt darüber, was passiert ist“

„Ferrero ist zutiefst betrübt darüber, was passiert ist“, hieß es in der Mitteilung der Konzernzentrale in Alba in der italienischen Region Piemont weiter. Nach dem Vorfall werde alles Mögliche getan, um das Vertrauen der Kunden nicht zu verlieren.

Zugleich kündigte das Unternehmen an, wie schon in anderen Ländern auch in Italien jene Süßigkeiten zurückzurufen, die in dem Werk in Belgien gefertigt worden waren. In Italien seien keine Fälle von Salmonellen in Verbindung mit Ferrero-Produkten aufgetreten, hieß es.

Ferrero-Rückruf erneutes Mal ausgeweitet: Wusste der Konzern schon länger von Problemen?

Update vom 8. April 2022, 10.25 Uhr: Noch einmal ruft Ferrero sechs weitere „kinder“-Produkte zurück, der Rückruf wird zum wiederholten Mal erweitert. Es handelt sich großteils um Weihnachtsprodukte, die im Laufe des April ablaufen. Wer von den Weihnachtssüßigkeiten noch welche im Schrank hat, sollte also vor dem Verzehr anhand der folgenden Liste nachprüfen.

Mit der neuesten Erweiterung des Rückrufs auf sechs neue „kinder“-Produkte hat das Unternehmen Ferrero auch zugestanden, dass die ersten Fälle schon deutlich früher bekannt wurden als bisher gedacht. Ferrero hat laut Focus am Donnerstag eingeräumt, dass bereits am 15. Dezember 2021 Salmonellen festgestellt wurden.

Fast die Hälfte aller bisher gemeldeten Infektionen stammt laut Focus aus Großbritannien, wo bereits am 7. Januar der erste Fall nachgewiesen worden war. In Deutschland seien bislang vier bestätigte und drei mutmaßliche Fälle bekannt. Betroffen sind eine Reihe weiterer EU-Länder: In Belgien, Irland, Luxemburg, den Niederlande, Norwegen, Schweden und wohl auch Frankreich wurden Fälle gemeldet, so der Focus.

Erweiterung des Rückrufs in Deutschland erfolgt sicherheitshalber, so Ferrero

Ferrero gibt in einer Pressemitteilung (zu finden auf der Website des Unternehmens) an, dass bislang keins der Produkte auf dem deutschen Markt positiv auf die Salmonellen-Erreger getestet wurde. Der Rückruf erfolge also freiwillig. Das Unternehmen arbeite mit Lebensmittelbehörden und Einzelhändlern daran, dass die gefährdeten Produkte aus dem deutschen Markt entfernt werden, was inzwischen gelungen sein müsste, so Ferrero in der Pressemitteilung.

Neue „kinder“-Produkte mit Salmonellen-Gefahr (Stand 8. April): Ferrero-Rückruf erneut erweitert

Hintergrund zum Rückruf von Ferrero: Was sind Salmonellen und warum sind sie gefährlich?

Eine Salmonellen-Erkrankung ist eine typische Lebensmittelinfektion, die Durchfall verursacht, fasst die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zusammen. Die Erreger vermehren sich im Magen-Darm-Trakt. Am häufigsten gelangen die Salmonellen über Lebensmittel in den Verdauungstrakt des Menschen, ist auf der Website der Bundeszentrale nachzulesen. Außerdem ist wissenswert, dass sich die Bakterien deutlich schneller auf ungekühlten Lebensmitteln vermehren.

Plötzlicher Durchfall, Kopf- und Bauchschmerzen, allgemeines Unwohlsein und gelegentlich auch Erbrechen sind gängige Symptome der Salmonellen-Erkrankung, so die Website der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Häufig trete leichtes Fieber auf, in seltenen Fällen könne es auch zu schweren Krankheitsverläufen, wie beispielsweise einer Blutstrominfektion (Sepsis), mit auch hohem Fieber kommen.

Erstmeldung vom 7. April 2022, 16.51 Uhr: Alba - Der italienische Konzern Ferrero ruft eine Reihe von „kinder“-Produkten zurück. Der Grund ist eine mögliche Kontamination mit Salmonellen (Salmonella Typhimurium). Bis zum 5. April wurden europaweit bereits 134 Fälle gemeldet.

Der erste Fall wurde am 7. Januar 2022 im Vereinigten Königreich entdeckt. Seit dem 17. Februar 2022 wurden auch anderswo in Europa Fälle identifiziert. Bis zum 5. April 2022 waren insgesamt 134 Fälle gemeldet worden, hauptsächlich bei Kindern unter zehn Jahren. Auch für Deutschland wird jetzt gewarnt*. Der Konzern hat hierzulande offenbar vorsorglich einen Rückruf* gestartet.

Betroffen sind die folgenden „kinder“-Produkte, von deren Verzehr dringend abgeraten wird:

Alle anderen Ferrero-Produkte, einschließlich anderer kinder-Produkte in Deutschland, sind von diesem Rückruf nicht betroffen.

Nach Angaben der Verbraucherzentrale Hamburg nehmen etliche Supermärkte die Produkte auch ohne Kassenzettel zurück. Genannt werden hier Netto, Edeka, Rewe, Penny, Kaufland, Aldi und Lidl.

Der Kundenservice kann, soweit aktuell erreichbar, unter den folgenden Kontaktdaten erreicht werden:

Ferrero MSC GmbH & Co. KG Consumer Service 60624 Frankfurt

Tel.: +49 (0)69 / 665 666-0 (Montag – Freitag 8:30 – 17:30 Uhr)

Mail: consumerservice@ferrero.com

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