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Leere Regale im Supermarkt und Drogerie drohen: Titandioxid ab sofort verboten

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Von: Lena Zschirpe

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Kommt es bald zu noch mehr Engpässen im Supermarkt? Das Verbot eines Inhaltsstoffes bei Lebensmitteln könnte Verzögerungen in der Herstellung auslösen.

Dortmund – Neben Wasser, Öl, Salz oder Zucker können in Lebensmitteln auch schon mal weniger eindeutige Zutaten stecken. Bei sogenannten E-Nummern wissen nicht alle Verbraucher immer ganz genau, was sich dahinter auf der Zutatenliste verbirgt. Eine ist ab Montag (8. August) EU-weit verboten, wie RUHR24 berichtet.

BehördeBundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit
DachorganisationBundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft
Gründung2002

Titandioxid wird in Lebensmitteln verboten – Supermärkte stehen vor Problem

Gemeint ist Titandioxid, auch bekannt als E171. Bei einer neuen Risikobewertung des Stoffs im Mai 2021 kam die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) zu dem Ergebnis, dass der Inhaltsstoff nicht mehr als sicher eingestuft werden könne. Wie das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) angibt, könne nicht ausgeschlossen werden, dass eine erbgutschädigende Wirkung vorliegt.

Lebensmittel, die E171 enthalten, dürfen in der EU ab dem 8. August nicht mehr in Verkehr gebracht werden. Allerdings gibt es wohl keine Regel ohne Ausnahme: Lebensmittel, die bis zum 7. August zu den bis dato geltenden Vorschriften hergestellt wurden, dürfen sehr wohl noch im Supermarkt und Discounter verkauft werden. Und das so lange, bis ihr Verbrauchs- beziehungsweise Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) abgelaufen ist.

Einige Hersteller, etwa von Zahnpasta, haben in der Vergangenheit schon freiwillig auf den Zusatz von Titandioxid verzichtet. Ein Unternehmen sträubte sich jedoch gegen die Risikobewertung und setzte E171 absichtlich seinem Produkt zu.

Supermärkte und Discounter: Titandioxid ist ab sofort in Lebensmitteln verboten

Aber was ist Titandioxid genau? Der Stoff wurde bislang als weißes Farbpigment in verschiedenen Produkten eingesetzt. E171 ist so etwas bei Süßigkeiten oder Dragees als Überzug zum Einsatz gekommen. Aber auch Mozzarella und Tabletten können den Stoff enthalten, wie der Bayerische Rundfunk berichtet. Kurios: Ausgerechnet im medizinischen Bereich bleibt Titandioxid auch weiterhin erlaubt.

Und im Supermarkt? Sind Lieferschwierigkeiten nicht ausgeschlossen. Zwar wurde das Verbot von Titandioxid bereits im Februar 2022 angekündigt. Ob sich alle Hersteller rechtzeitig der neuen Bestimmung anpassen konnten und wie gewohnt Lebensmittel nachliefern, ist aber nicht klar. Ebenso wenig bleibt offen, ob so manche Rezepturen eventuell noch über das Weglassen von E171 hinaus verändert werden könnten.

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