Klima

Bäume im Garten richtig pflanzen

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Die Klimaveränderung schlägt derzeit große Wellen und das nicht erst, seit Greta Thunberg auf der Bildfläche erschienen ist.

Doch während die Politiker wie gelähmt erscheinen und nicht beziehungsweise nicht in ausreichenden Maßen auf den Klimawandel reagieren, kann jeder Mensch etwas dazu beitragen, die Entwicklung aufzuhalten oder zumindest zu verlangsamen und der Politik dadurch mehr Zeit zu verschaffen. Alles, was sie dafür tun müssen, ist Bäume zu pflanzen und zwar so schnell und so viele wie möglich. 

Zwar machen sich schon jetzt die ersten Auswirkungen der Klimaveränderung bemerkbar. Doch die tatsächliche Kettenreaktion hat noch nicht begonnen. Forscher befürchten, dass sich der Klimawandel nicht mehr aufhalten lässt, sobald ein gewisser Grenzwert überschritten wurde. Denn je schneller sich das Klima erwärmt, desto schneller tauen auch die sogenannten Permafrostböden auf. Dadurch werden wiederum riesige Mengen an Kohlenstoffdioxid, Methan und weiteren Treibhausgasen freigesetzt. Diese beschleunigen die Klimaerwärmung zusätzlich und dadurch das Abtauen der verbleibenden Permafrostböden. Es wird also eine gefährliche Abwärtsspirale ausgelöst. Wann es so weit ist, lässt sich nur vermuten. Erste Hochschätzungen wurden jüngst korrigiert, aber im negativen Sinne. Denn der Klimawandel scheint sich schneller zu vollziehen als gedacht. 

Mehr Bäume braucht die Welt

Doch die Permafrostböden sind nur eine von insgesamt fünf tickenden Zeitbomben, welche im Zuge des Klimawandels eine verheerende Kettenreaktion auslösen könnten. Dazu gehören auch die in Eis eingeschlossenen Methangase auf dem Meeresgrund, die verschwindenden Meeresalgen als einer der wichtigsten Speicher für CO2, die geringer werdende Eis-Albedo-Rückkopplung sowie der stetige Verlust an Bäumen. Letzterer Punkt ist an dieser Stelle besonders interessant:

In einem solch komplexen Thema scheint die Lösung auf ironische Art und Weise ganz simpel zu sein. Sie lautet auf den Namen „Bäume“. Natürlich wäre die Aufforstung alleine keine Entschuldigung, um einfach so weiterzumachen wie bisher. Doch stellt sie einen guten Anfang dar, um der Menschheit mehr Zeit zu verschaffen im Kampf gegen den Klimawandel. Weitere Maßnahmen müssen natürlich folgen und zwar besser früher als später. Dennoch: Bäume könnten zum Klimaretter werden.

Bäume pflanzen leichtgemacht

Schwierig ist das Pflanzen von Bäumen auch nicht. Prinzipiell ist es ganzjährig möglich, Bäume zu pflanzen, sofern der Boden nicht gefroren ist. Zudem muss gerade zu Beginn eine regelmäßige Wasserversorgung sichergestellt werden. Optimal geeignet sind daher der Frühling oder der Herbst. Prinzipiell gibt es zwei Möglichkeiten: Der Baum kann aus einem Samen gezogen oder als junger Baum eingepflanzt werden. Letzteres ist deutlich einfacher und weniger zeitaufwändig. Junge Bäume können in jedem Fachgeschäft gekauft werden. Besonders empfehlenswert sind dabei heimische Bäume, da sie hervorragend an das jeweilige Klima angepasst sind. Zudem bestimmt die Beschaffenheit des Bodens darüber, für welche Baumart er sich optimal eignet. Eine kurze Beratung durch einen Experten bringt für Laien schnell Licht ins Dunkel.

Wurde ein passender junger Baum gekauft, muss er während des Transports sowie der Lagerung mit Feuchtigkeit versorgt und vor Gefahren wie direkter Sonneneinstrahlung oder zu extremer Kälte geschützt werden. Es empfiehlt sich, das Bäumchen so schnell wie möglich einzupflanzen, damit es robuster gegenüber äußeren Einflüssen ist und mit dem Wachsen beginnen kann. Das Einpflanzen läuft in vier Schritten ab:

  1. Eine passende Stelle auswählen und mit geeignetem Grabwerkzeug eine Pflanzgrube ausheben, die in etwa doppelt so groß ist die der aktuelle Wurzelballen des Baumes. Den Boden mit einem Gemisch aus der ausgehobenen Erde, spezieller Pflanzenerde und organischem Dünger auslegen. Das Bäumchen so hineinsetzen, dass die Wurzeln dünn, aber vollständig mit Erde bedeckt sind, wenn die Grube wieder ebenerdig aufgefüllt wurde.
  2. Vor dem Befüllen wird neben dem Baum in Windrichtung aber noch ein Pfahl gesetzt. Während dessen Befestigung sollte der Setzling wieder rausgenommen werden, um eine Beschädigung zu verhindern.
  3. Nun kann der Baum endgültig in die Pflanzgrube gestellt werden. An der Ballenkante werden die Wurzeln vorsichtig mit einem Messer eingeschnitten, was sie zum weiteren Wachstum anregt. Anschließend wird die Grube mit demselben Erdgemisch verschlossen und der Boden festgetreten.
  4. Jetzt gilt es, den Baum mit einem Baumbinder oder einem Kokosstrick an dem Pfahl zu befestigen. Dieser sollte ihn zwar ausreichend fixieren, darf den Baumstamm aber nicht abschnüren oder zur Seite neigen. Als Faustregel gilt: Der Baum inklusive seiner Äste sollte den Pfahl nicht berühren.

Jungen Baum richtig pflegen

Nach dem Einpflanzen will der junge Baum noch richtig gepflegt werden, damit er gesund und schnell wachsen kann. Je größer er wird, umso weniger Pflege erfordert er mit der Zeit. Zu Beginn muss das Bäumchen aber noch regelmäßig am Rand der Pflanzgrube entlang gegossen werden, bis die dadurch entstehende Mulde um den Baum großzügig mit Wasser bedeckt ist. Nachdem es versickert ist, hilft zudem eine ordentliche Portion Dünger beim Wachsen und Sprießen. Vor Hitze oder Kälte schützt außerdem eine Schicht Rindenmulch rund um den Stamm, sodass der Wurzelbereich abgedeckt ist. Beginnt die Krone des Baums nun langsam zu wachsen, muss sie regelmäßig fachgerecht geschnitten werden. Bestenfalls wird das Volumen der Krone gleichmäßig reduziert. Im Herbst steht zusätzlich der alljährliche Baumschnitt an. Dann ist es außerdem sinnvoll, die Abfälle wie Laub oder Äste zu zerkleinern und als zusätzlichen Schutz für den Winter zu verwenden.

Bäume retten und pflanzen

Der stetige Verlust an Bäumen durch die Abholzung oder Waldbrände stellt, wie bereits erwähnt, ebenfalls eine der fünf tickenden Zeitbomben dar. Das betrifft vor allem, aber längst nicht nur die tropischen Regenwälder im Amazonas. Doch auch die Zerstörung der borealen Nadelwälder in Sibirien sowie Kanada und die zunehmende Trockenlegung von weltweiten Moorlandschaften sorgen dafür, dass weniger CO2 gebunden werden kann. Wenn es also nicht mehr gespeichert wird, wird es freigesetzt. Dadurch verringert sich die Niederschlagsmenge, die Wälder sterben weiter oder werden durch Gras- und Buschlandschaften ersetzt und auch hier beginnt ein Teufelskreis.

Demgegenüber könnte die gezielte Aufforstung diese Kettenreaktion nicht nur verlangsamen, sondern präventiv verhindern. Eine Neubepflanzung von 1,7 bis 1,8 Milliarden Hektar Wald auf der gesamten Welt könnte zwei Drittel der klimaschädlichen Emissionen aufnehmen. Wissenschaftlicher halten diese Zahl durchaus für realistisch, ohne dass dafür Agrarflächen oder bebaute Gebiete weichen müssten. Rund 205 Milliarden Tonnen CO2 könnten somit durch die neuen Wälder gebunden werden. Allerdings drängt die Zeit, denn Bäume wachsen bekanntlich nicht über Nacht. Die Aufforstung alleine würde also zwar nicht ausreichen, aber zumindest schon einmal zwei Drittel des Problems lösen. Bäume müssen gerettet und gepflanzt werden, lautet also die derzeit vielversprechendste Devise im Kampf gegen die Klimaerwärmung.

Jeder kann und sollte mithelfen

Bleibt nur noch die Frage offen, wer diese Aufforstung übernehmen soll. Einige Vorreiter haben die Sache bereits selbst in die Hand genommen und überall Bäume gepflanzt, wo es ihnen möglich war. Ein Ehepaar aus Brasilien soll dadurch ganz alleine zwei Millionen Bäumen das Leben geschenkt haben. Indirekt, versteht sich, indem sie so viele Bäume gepflanzt haben, dass sich diese wiederum selbst vermehren konnten und ein neuer Wald entstanden ist. Ein neuer Lebensraum nicht nur für Bäume und Pflanzen jeder Art also, sondern auch für zahlreiche Tiere. Wer denkt, alleine könne er keinen nennenswerten Beitrag zum Klimaschutz leisten, hat sich daher mächtig getäuscht.

Stattdessen kann und sollte jeder mithelfen. Das Pflanzen von Bäumen im eigenen Garten ist dafür bereits ein guter Anfang und würde jeder nur ein paar mehr Bäumen auf seinen Grünflächen das Leben schenken, wäre das bereits ein enormer Schritt in die richtige Richtung. Sofern diese Bäume nicht zu nah am Garten der Nachbarn stehen, ist dafür keine Genehmigung notwendig.

So einfach kann Klimaschutz sein.

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