Die Pflanze mit buntem Haarschopf - Der Perückenstrauch

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Als trage der Strauch einen Haarschopf: Die Blütenstände des Perückenstrauchs sind besonders ausgefallen. Foto: Arco Images GmbH/O. Diez

Ahrensburg (dpa/tmn) - Er wird zum Punker, wenn er blüht: Seinen Namen verdankt der Perückenstrauch seinen Fruchtständen - zur Fruchtzeit verlängern sich die Blütenstiele so, dass sie an einen Haarschopf erinnern.

Es gibt Gehölze, die besonders sind und meistens doch einfach übersehen werden. So geht das dem Perückenstrauch (Cotinus) oft. Aber wenn er seine Fruchtstände trägt, ist er ein Hingucker im Garten - und was für einer. "Zur Fruchtzeit verlängern sich die Blütenstiele, ganz gleich, ob Früchte gebildet wurden oder nicht, und sind mit zahlreichen abgespreizten Haaren besetzt", erläutert Prof. Peter A. Schmidt, Präsident der Deutschen Dendrologischen Gesellschaft (DDG). Das sieht dann aus, als trage der Strauch eine Perücke.

Es gibt vier verschiedene Arten. "Cotinus coggygria, der Gewöhnliche Perückenstrauch, ist vom östlichen Mittelmeerraum über Vorder- und Mittelasien bis nach China verbreitet", sagt Schmidt. Die Pflanze wird bei uns häufig gepflanzt. Daneben sei der Amerikanische Perückenstrauch (Cotinus obovatus) ein beliebtes Gartengehölz. In China sind Cotinus nana aus Yunnan und Cotinus szechuanensis aus Szechuan heimisch. Sie sind in Deutschland nicht in Kultur.

"Es handelt sich um dekorative Solitärsträucher, die extrem hitze- und trockenheitsunempfindlich sind", beschreibt Robert Markley vom Verband der Gartenbaumschulen. Damit sind sie ideal für das Stadtklima, wo sie selbst im Regenschatten von Häusern problemlos gedeihen. "Und sie wachsen natürlich gleichmäßig, so dass sie keinen Schnitt benötigen." Schmidt mag zudem die Färbung ihres Laubes, die in den Herbstmonaten besonders eindrucksvoll ist.

"Da der Perückenstrauch ein Flachwurzler ist, sollte der Boden nicht zu schwer und durchlässig sein", erläutert Markley. Die Sträucher lieben Kalk. Daher sollte der pH-Wert des Bodens bei 7 oder höher liegen. In punkto Gestaltung rät der Experte, Perückensträucher so zu pflanzen, dass die tiefstehende Sonne durch das Laub scheint.

Der Gewöhnliche und der Amerikanische Perückenstrauch unterscheiden sich in mehreren Merkmalen. "Das Laub des Gewöhnlichen Perückenstrauchs ist oval bis eiförmig, bläulich bereift und kahl", erläutert Schmidt. Dagegen sind die Blätter der in Nordamerika heimischen Art eiförmig bis elliptisch und an der Unterseite behaart. Die Blütenstände sind beim Gewöhnlichen Perückenstrauch zwischen 15 bis 20 Zentimeter lang, bei der amerikanischen Art 10 bis 15 Zentimeter. Letzterer trägt grüne, im Herbst gelbe, orangefarbene oder rötliche Blätter. Er ist starkwüchsig.

Meist werden allerdings die Sorten des Gewöhnlichen Perückenstrauchs im Garten verwendet. "Der Klassiker heißt 'Royal Purple'", sagt Markley. Diese Sorte ist besonders attraktiv, weil sie tiefrot gefärbte Blätter trägt, die einen schönen Kontrast zu den silbrig-rötlich behaarten Fruchtstielen im Sommer darstellen. Im Herbst ist das Laub scharlachrot. Weitere beliebte Sorten sind laut Markley 'Golden Spirit' und 'Young Lady'.

Letztere zeichnet sich dadurch aus, dass sie bereits als Jungpflanze reich blüht und einen kompakten Wuchs hat. Sie blüht von Ende Mai bis in den Herbst hinein. Dadurch hat man dauerhaft die rosafarbenen Fruchtstände als Attraktion im Garten. Die Sorte lässt sich sowohl in Rabatten als auch im Topf verwenden. Bei der Topfbepflanzung kommt dem Hobbygärtner zugute, dass der Perückenstrauch Trockenheit toleriert.

Die Sorte 'Golden Spirit' fällt mit einem frischen Gelbgrün der Blätter im Sommer auf. Im Herbst verfärbt sich dieser Perückenstrauch ebenfalls rot bis magentarot. Besonders gut lässt sich diese Sorte mit rotlaubigen Großstauden und Sträuchern kombinieren.

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