Ganz schön staubig hier –

Unsichtbare Gefahren im Alltag und was man dagegen tun kann

Feinstaub, Radon und viele andere nicht sichtbare Schadstoffe belasten den Menschen. Es scheint kaum einen Ausweg zu geben. Dabei sind die gesundheitlichen Risiken eindeutig nachzuweisen, doch es ist schwer, sich davor zu schützen.
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Feinstaub, Radon und viele andere nicht sichtbare Schadstoffe belasten den Menschen. Es scheint kaum einen Ausweg zu geben. Dabei sind die gesundheitlichen Risiken eindeutig nachzuweisen, doch es ist schwer, sich davor zu schützen.

Im täglichen Leben sind die gefährlichen Stoffe kaum zu spüren, doch die Forscher wissen inzwischen, was die Stunde geschlagen hat.

Saubere Luft, natürliche Erde – ein Traum?

Kohlenmonoxid und Radon vergiften die vermeintlich frische Luft. Gerade, weil Feinstaub und Gase unsichtbar sind, beinhalten sie ein so großes Risiko. Beim Atmen ist es kaum zu spüren, dass neben dem Sauerstoff auch viele winzige Partikel vom Körper aufgenommen werden. Dadurch, dass sie so klein sind, gelangen sie in die Atemwege und teilweise sogar ins Gehirn. 

Seit kurzer Zeit fürchten sich viele Experten besonders vor dem Radon. Hierbei handelt es sich um ein Edelgas mit radioaktiven Eigenschaften. Es befindet sich im Boden und im Grundwasser. Wenn es erst an die Luft gelangt, verteilt es sich relativ schnell und ist zumindest im Außenbereich nicht mehr so gefährlich. Im Gegensatz dazu kann die unsichtbare Radon-Gefahr in Innenräumen sehr bedrohlich werden.

Eine tödliche Gefahr: Kohlenmonoxid

Immer wieder kommt es zu unvorhergesehenen Unfällen mit Kohlenmonoxid. Manchmal liegt das an einer gewissen Gedankenlosigkeit, denn im Grunde genommen wissen viele Menschen, wie vorsichtig bestimmte Heizquellen zu handhaben sind. Kohlenmonoxid kann sich schnell bilden und lässt sich nicht sofort erkennen. Es entsteht unter anderem bei einer nicht vollständigen Verbrennung.

Die Gefahr beim Kohlenmonoxid liegt darin, dass man es weder sehen noch riechen oder schmecken kann. Unsichtbar breitet es sich aus, ohne dass es sich in irgendeiner Form wahrnehmen lässt. Die Atemorgane werden nicht gereizt, man bekommt keinen Niesreiz und muss auch nicht husten. Es gibt also keinerlei Anzeichen dafür, dass sich der Anteil des Kohlenmonoxids in der Luft erhöht hat. Das ist sicherlich einer der Gründe dafür, dass es so häufig zu der lebensbedrohenden Kohlenmonoxidvergiftung kommt.

Laut Statistik sind im Jahr 2016 648 Personen in Deutschland an den Folgen einer Kohlenmonoxidvergiftung gestorben. Vermutet wird allerdings eine hoch höhere Dunkelziffer. Beängstigend sind auch die Zahlen der Personen, die bereits tot waren, als man sie fand: Über 600 von den 648 Todesfällen kamen zu spät im Krankenhaus an.

Die Wirkung von Kohlenmonoxid

Schon ab einer geringen Konzentration kann das Gas bei einem Menschen die Bewusstlosigkeit auslösen und anschließend zum Tod führen. Problematisch ist vor allem die Bindungsfähigkeit des Kohlenmonoxids. Dieses verdrängt sozusagen den Sauerstoff aus dem Blut und blockiert so den Kreislauf. Man erstickt sozusagen innerlich, denn das Hämoglobin kann den Sauerstoff nicht mehr durch den Körper transportieren.

Dadurch, dass das Kohlenmonoxid die roten Blutkörperchen besetzt und blockiert, werden die Zellen nicht mehr mit Sauerstoff versorgt. Darum kann schon eine geringe Kohlenmonoxid-Menge in der Luft ausreichen, um schlimme Vergiftungsfolgen auszulösen. Man hat also nicht viel Zeit, um zu reagieren.

Da die Betroffenen das Kohlenmonoxid nicht wahrnehmen, ist es schwierig, die Vergiftungserscheinungen als solche zu erkennen. Anfangs sammelt sich das Gas, das leichter ist als die Luft, oben an der Zimmerdecke. Als Symptome nennen die Fachleute Kopfschmerzen, Schwindelgefühle und Übelkeit. Diese Anzeichen treten auf, wenn das Kohlenmonoxid etwa ein Viertel des Hämoglobins blockiert hat. Mit fortschreitender Bindung des Hämoglobins wird das Bewusstsein weiter eingeschränkt, sodass man es schließlich ganz verliert. Schon ab 40 % Kohlenmonoxid im Hämoglobin ist die Situation sehr kritisch, bei 50 % kann es schon tödlich enden.

Wie kommt es zu Kohlenmonoxid und wann ist es besonders gefährlich?

Das Kohlenmonoxid entsteht typischerweise bei Verbrennungen von Substanzen wie Holz, Kohle, Gas oder Öl. Vor allem bei unzureichender Sauerstoffzufuhr kommt es zu einer nicht vollständigen Verbrennung. Wenn hingegen das Brennmaterial komplett verbrennt, entsteht das ungiftige Kohlendioxid, auch CO2 genannt. 

Dieses kann ebenfalls zur Erstickung führen, wenn die gesamte Konzentration zu hoch ist, doch es führt nicht zur Vergiftung des Körpers. In einigen Bereichen ist das Risiko einer Kohlenmonoxidvergiftung offensichtlich besonders hoch. Dazu gehört besonders der häusliche Bereich. Ursachen dafür können eine nicht regelmäßig gewartete Gastherme sein oder Heizungen, die nicht mehr einwandfrei funktionieren. 

Dadurch, dass das Brennmaterial nicht richtig verbrennt, wird das gefährliche Kohlenmonoxid freigesetzt. Auch ein Kohlenofen oder ein Kamin beinhalten eine gewisse Gefahr, darum sollte man diese Heizquellen mit Vorsicht benutzen. Selbst ein Kohlegrill oder ein benzinbetriebenes Heizgerät können zu einer Kohlenmonoxidvergiftung führen, jedenfalls wenn man sie in einem geschlossenen Raum einsetzt.

Schnelle Hilfe bei der Kohlenmonoxidvergiftung

Sauerstoff verbessert die Luftqualität, allerdings muss man sehr schnell handeln, um eine Kohlenmonoxidvergiftung zu vermeiden. Das Aufreißen eines Fensters ist noch keine Lösung, sondern nur ein erster Schritt. Draußen an der frischen Luft können die Betroffenen oft besser behandelt werden, als wenn man sie in dem mit Kohlenmonoxid vergifteten Raum lässt. 

Für die gezielte Beatmung eignet sich reiner Sauerstoff am besten. Mit einem entsprechenden Gerät kann der Kohlenmonoxid-Anteil im Blut allmählich wieder reduziert werden. Das dauert eine gewisse Zeit, auch wenn der Notarzt sich um diese Behandlung kümmert. So viel konzentrierter Sauerstoff wie möglich, das funktioniert am besten in einer Überdruckkammer, die jedoch nur selten in der direkten Nähe ist. Genau darum darf man bei einem Verdacht auf Kohlenmonoxidvergiftung nicht zögern, sondern sollte unverzüglich handeln und die gefährdeten Personen mit möglichst viel frischer Luft versorgen.

Gibt es Warnsysteme für einen Kohlenmonoxid-Austritt?

In bestimmten Einsatzbereichen rechnet man schon im Vorfeld mit einem erhöhten Kohlenmonoxid-Wert. Zum Beispiel müssen Rettungskräfte von der Feuerwehr mit dieser Gefahr rechnen. Mittlerweile haben sich immer mehr Rettungsdienste mit modernen CO-Warnern ausgerüstet. Diese messen das Gas, um sicherzustellen, dass die Retter ihre Arbeit auch ausüben können und selbst nicht zu den gefährdeten Personen zählen. 

Manche dieser CO-Warner wurden für die dauerhafte Installation in Räumen entwickelt. Sie kosten nicht viel Geld und helfen vor allem denjenigen, die in geschlossenen Räumlichkeiten mit brennbarem Material arbeiten. Wer einen Kamin oder Holzofen besitzt, für den ist ein solches Warnsystem durchaus sinnvoll. Zudem sollte man sich über die Belüftung und Bedienung mit den Ventilen eines Ofens beschäftigen, um die Gefahr zu senken.

Weiterer Schutz vor Feinstaub, Abgasen und anderen Gefahrstoffen

Feinstaub und gefährliche Gase schweben in der Luft und sind nur dann feststellbar, wenn man sie gezielt misst. Mit Partikelfiltern, Umweltzonen und ähnlichen Maßnahmen versucht man, gegen die Gefahren anzugehen. Vermeiden lässt sich der Kontakt mit Kohlenmonoxid und Radon aber nicht. Man kann nur versuchen, das Risiko zu minimieren. Auf keinen Fall sollte man die unsichtbare Gefahr unterschätzen. Besser ist es, aufmerksam zu bleiben und im Notfall schnell zu handeln.

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