Der Münchner Immobilienmarkt - schwieriges Pflaster selbst für Gutverdienende

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Die Immobilienpreise in München steigen seit Jahren, was zur Folge hat, dass nur noch Gutverdiener dort wohnen können.

In München in den eigenen vier Wänden zu wohnen, ist der Traum vieler Deutscher. Die Realität sieht jedoch oftmals anders aus, denn nicht nur die Mieten sind exorbitant hoch, sondern auch die Kaufpreise für Immobilien.

Einerseits hat dies zur Konsequenz, dass sich nur noch Gutverdienende eine zentral gelegene Mietwohnung leisten können. Andererseits können selbst die sich nicht mehr vor Ort eine Wohnung kaufen. Ein Ende der permanenten Preissteigerung ist trotzdem nicht in Sicht.

Immer weiter steigende Immobilienpreise in München machen Probleme

München genießt als Stadt zum Wohnen einen exzellenten Ruf und das, obwohl es mit das teuerste Pflaster der gesamten Bundesrepublik ist. Das ist zwar ein Nachteil, aber der Weltoffenheit, kosmopolitischen Ausrichtung und Nähe von München zu den Alpen können nur wenige widerstehen.

Wer vor Ort eine Immobilie kaufen möchte, steht inzwischen längst nicht mehr nur vor einem Problem: Einerseits steigen die Preise für Immobilien seit Jahren immer weiter an, andererseits ziehen die Banken bei der Prüfung einer etwaigen Baufinanzierung häufig nicht mehr den Marktwert einer Immobilie heran, sondern einen Wert, der per Gutachten ermittelt worden ist. Auf den Tisch gelegt werden muss beim Kauf jedoch viel mehr, sodass der Käufer letztlich einen viel höheren Zins zahlen muss.

Was passiert, wenn diese Diskrepanz nur bei 20 Prozent liegt, haben wir zusammen mit Daniel Franke - dem Betreiber des Verbraucherportals kreditvergleich.net - ermittelt. Wir haben auf kreditvergleich.net die Eckdaten einer fiktiven Immobilie für die Berechnung des Beleihungswertes zugrundegelegt.

Hoher Beleihungsbedarf und hohe Kreditraten schrecken Familien ab

Der Basis-Sachverhalt unserer Berechnung lautete wie folgt: Eine junge Familie, die über ein Haushaltsnettoeinkommen von 5.000 Euro, sowie Ersparnissen in Höhe von 100.000 Euro verfügt, will sich eine Eigentumswohnung in München mit einer Größe von 100 Quadratmetern für 856.476 Euro kaufen.

Die Berechnung offenbart: Bei einem 20-prozentigen Sicherheitsabschlag der Bank ergibt sich ein Finanzierungsbedarf von 831.417,65 Euro inkl. Kaufnebenkosten, sowie ein Beleihungsauslauf von 121 Prozent.

Unter Zugrundelegung einer anfänglichen Tilgung von 4,00 Prozent und 20 Jahren Sollzinsbindung ergibt sich laut nachstehender Grafik eine monatliche Belastung von 4.032 Euro, die für kaum eine Familie machbar ist.

Selbst wenn man die Tilgung auf niedrige 2,00 Prozent herunterschraubt, reduziert sich die monatliche Rate lediglich auf 2.650 Euro - bei einer Restschuld nach 20 Jahren von 430.000 Euro:

Der Finanzierungsbedarf von 831.417 Euro für die fiktive Immobilie ist enorm und bindet die Familie selbst mit hohen Raten lange Zeit an das Darlehen.

Selbst das ist zum einen für kaum eine Familie finanziell machbar und zum anderen wirtschaftlicher Wahnsinn, da für die Restschuld noch einmal 20 Jahre bis zur kompletten Tilgung des Darlehens zu veranschlagen wären.

Diese Lösungsansätze für das Münchener Immobilien-Dilemma gibt es

All das macht deutlich: Der Traum einer hübschen, aber nicht einmal sonderlich luxuriösen oder viel Platz bietenden Immobilie wird für etliche Familien, die in München wohnen möchten, für immer ein Traum bleiben – zumindest dann, wenn sie nicht kaum kalkulierbare Risiken für lange Darlehens-Rückzahlungsperioden auf sich nehmen wollen.

Gleichzeitig wirft die Problematik aber auch die Frage nach möglichen Auswegen auf. Im Grunde genommen bieten sich nur eine Handvoll Möglichkeiten:

  1. Das Haushaltseinkommen nachhaltig steigern
  2. Die Ansprüche an eine eigene Immobilie drastisch herunterschrauben
  3. Nicht in der teuren Zentrallage nach einer Immobilie suchen
  4. Außerhalb von München unterkommen

Natürlich ist es auch möglich, weiterhin zur Miete zu wohnen, wenngleich das laut

spiegel.de

ebenfalls immer teurer wird. Welche Möglichkeit am ehesten in Frage kommt, muss am Ende immer im Einzelfall kalkuliert werden. Dabei können und sollten betroffene Familien auch die Hilfe von Experten in Anspruch nehmen und sich nicht etwa mit noch weitaus weniger Eigenkapital zur Aufnahme eines kaum überblickbaren Kredits überreden lassen.

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