Nachrüsten von Rollladen lohnt sich oft nicht

Bonn - Der nachträgliche Einbau von Rollladen lohnt oft nicht. Fenster und Häuser werden heute nach anspruchsvollen energetischen Standards gebaut - meist genügt das schon. Doch das ist nicht der einzige Grund.

Mancher Bauherr, der aus Spargründen beim Bau auf Rollladen verzichtet hat, ärgert sich später über diese Entscheidung. Denn Rollladen schützen nicht nur die Privatsphäre. Im Winter schützen sie die Wohnräume vor Auskühlung, wie Henning Disch von der Deutschen Energie-Agentur dena in Berlin erläutert. Dadurch lasse sich der Energieverbrauch senken. Im Sommer bewahren Rollladen außerdem vor einem unnötigen Aufheizen der Räume durch die Sonne. Der Schutz vor Einbrechern ist ein weiterer Aspekt. Vor allen bei Neubauten werden Einbaurollladen ausgewählt, erläutert Gerhard Rommel vom Bundesverband Rollladen + Sonnenschutz in Bonn.

Der Rollladen werde beim Hausbau entweder in einen oberhalb der Rohbauöffnung eingebauten Fertigkasten, ein entsprechendes Fassadenbauteil oder in eine dafür vorgesehene Aussparung montiert. Geöffnet verschwinde der Rollladen im Mauerwerk und ist so gegen Witterungseinflüsse geschützt. Ein Nachrüsten bestehender Häuser mit Einbaukästen ist aus statischen Gründen meist nicht möglich. “Es besteht hier die Gefahr, dass das Gebäude einstürzt“, sagt Rommel. Bei Fenstersanierungen bietet sich die Montage von Aufsatzrollläden an. Dabei wird der Rollladenkasten direkt mit der oberen Leiste des Fensterrahmens fest verbunden, erläutert der Verband der Fenster- und Fassadenhersteller in Frankfurt. “Ein Nachteil ist allerdings, dass durch den Kasten die Fensteröffnung kleiner werde“, erklärt Rommel.

So gelangt weniger Licht ins Haus. Für den nachträglichen Einbau von Rollladen an bestehende Fenster werden hauptsächlich Vorbaurollladen benutzt. “Hierbei wird der Rollladen auf das Fenster oder die Fassade montiert“, so Rommel. Der Kasten bleibt bei dieser Variante allerdings sichtbar. Wer auf das lästige Rauf- und Runterziehen verzichten will, wählt elektrische Rollladen, die per Knopfdruck oder Fernbedienung rauf- oder runterfahren. Gibt es keine Stromverbindung für den elektrischen Antrieb, kann der Kasten auch mit Solarmodulen bestückt werden. Solche Rollladen funktionierten dank eines integrierten Akkus auch, wenn die Sonne nicht scheint.

Rollladen nachzurüsten, ist teuer. “Ob sich der nachträgliche Einbau von Rollladen wegen der energetischen Einsparungen wirtschaftlich rechnet, hängt ab von den Bedingungen im Einzelfall“, erklärt Disch. Kriterien seien beispielsweise die Größe der Fenster, die Himmelsrichtung oder die Qualität der Verglasung. “Bei modernen Fenstern mit Verglasungen für Passivhäuser oder heute üblichen Standardverglasungen ist der Wärmeschutz so gut, dass bei Fenstersanierungen auf Rollladen verzichtet werden kann“, sagt der Architekt und Fachbuchautor Thomas Drexel in Augsburg. Für den Sichtschutz empfiehlt er Jalousien oder Fensterläden.

Alte Rollladen-Kästen energetisch sanieren

Über dem Fenster eingebaute alte Rollladen-Kästen sind oft eine energetische Schwachstelle von Gebäuden. Davor warnt Henning Disch von der Deutschen Energie-Agentur dena in Berlin. Wenn die Kästen nicht luftdicht seien, könnten die meisten innen mit Dämmmaterial ausgekleidet werden. Fugen und Gurtdurchführungen könnten mit Klebebändern, speziellen Gummistopfen oder Bürsten abdichtet werden. Eine weitere Variante ist der Austausch alter Kästen. Das bietet sich im Fall einer Fenstersanierung an.

dpa

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