Wichtige Teilstück fertig

ICE-Strecke Berlin-München kommt in Fahrt

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Lückenschluss ICE-Trasse Erfurt-Halle/Leipzig

Berlin - Züge sollen die Strecke Berlin-München von 2017 an in rund vier Stunden schaffen. Noch ist die dafür gedachte Route nicht fertig. Ein weiteres wichtiges Teilstück ist nun aber dazugekommen.

Die Bahn hat beim Bau der ICE-Strecke zwischen Halle/Leipzig und Erfurt einen wichtigen Teilabschnitt geschafft. Am Finnetunnel an der Grenze zwischen Thüringen und Sachsen-Anhalt feierte sie am Montag den Lückenschluss. Die Schnellverbindung sei für die beiden Länder ein wichtiges Infrastrukturprojekt, sagte Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU). Die bessere Anbindung helfe der Wirtschaft und dem Tourismus. Dies könne „zum Katalysator für unsere Länder“ werden.

Sachsen-Anhalts Regierungschef Reiner Haseloff (CDU) zeigte sich zuversichtlich, dass die ICE-Trasse Flugverkehr vermeiden könne. Der Streckenschluss sei „ein Meilenstein“ für Sachsen-Anhalt.

Drei Tunnel und sechs Brücken

Seit 2006 laufen die Bauarbeiten an der Bahnstrecke. Für die neue, 122 Kilometer lange Route durch den Höhenzug der Finne und der Querfurter Platte wurden drei Tunnel und sechs Brücken gebaut - die Tunnel mit einer Gesamtlänge von 15,4 Kilometern und die Brücken mit 14,4 Kilometern. Er freue sich, dass ein solches Bauwerk nun der Vollendung entgegengehe, sagte Bahn-Infrastruktur-Vorstand Volker Kefer. Die Trasse sei eine umweltgerechte Alternative zu Auto und Flugverkehr.

Die gesamte Strecke wird mit dem Europäischen Zugleitsystem ETCS ausgerüstet. Die Fahrzeit zwischen Erfurt und Halle wird nach Fertigstellung nur noch 31 Minuten, nach Leipzig 39 Minuten betragen.

Die Eröffnung des rund 2,7 Milliarden Euro teuren Teilabschnitts Leizig/Halle-Erfurt ist für 2015 geplant. In den kommenden Monaten werden an der Strecke noch die Oberleitungen sowie die Leit- und Sicherheitstechnik installiert.

EU-Urteil: Diese Rechte haben Bahnkunden

Wenn der Zug zu spät kommt, haben Bahnkunden Anspruch auf Entschädigung - selbst wenn höhere Gewalt im Spiel ist. Das hat jetzt der EU-Gerichtshof entschieden. © dpa (Symbolbild)
Grundsätzlich gilt: Ab einer Stunde Verspätung steht Bahnkunden Geld zu. Dann muss das Bahnunternehmen mindestens ein Viertel des Fahrpreises zurückerstatten. © dpa (Symbolbild)
Bei einer Verzögerung von zwei Stunden oder mehr wird eine Entschädigung von mindestens der Hälfte des Preises fällig. © dpa (Symbolbild)
Wenn die Fahrt für den Kunden „sinnlos“ geworden ist, kann er unter Umständen auch eine volle Erstattung des Fahrpreises verlangen. © dpa (Symbolbild)
Bahnreisende haben ab sofort aber auch dann Anspruch auf Entschädigung, wenn die Verzögerung auf höhere Gewalt zurückzuführen ist. © dpa (Symbolbild)
Als höhere Gewalt werden alle Umstände außerhalb des Eisenbahnbetriebs verstanden, die das Unternehmen nicht vermeiden kann. Dazu gehören nach Angaben der Bahn zum Beispiel Unwetter, Streckensperrungen nach Selbsttötungen und Streiks. © dpa (Symbolbild)
Die Luxemburger Entscheidung gilt auch für die Deutsche Bahn und die anderen Betreiber von Zugverkehr in Deutschland. Also haben Bahnkunden künftig einen klaren Rechtsanspruch darauf, bei Verspätungen als Folge höherer Gewalt eine Entschädigung zu bekommen. © dpa (Symbolbild)
Und so geht's: Die Deutsche Bahn hat zusammen mit den meisten konkurrierenden Bahnbetreibern ein einheitliches Antragsformular für die Erstattung eingeführt. Im Formular muss der geplante und der tatsächliche Reiseverlauf angegeben werden, die Art der Fahrkarte und die gewünschte Form der Entschädigung. © dpa (Symbolbild)
In Streitfällen können Bahnkunden die Schlichtungsstelle SÖP (Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr)einschalten. © dpa (Symbolbild)
Jeder Zug, der weniger als sechs Minuten Verspätung hat, gilt noch als pünktlich. Im Fernverkehr schwankte die Pünktlichkeitsquote in diesem Jahr zwischen 65,1 Prozent im Hochwassermonat Juni und 81,0 Prozent im Februar. © dpa (Symbolbild)
Das EU-Gesetzt gilt nicht für den öffentlichen Nahverkehr, Fernbusse, Flüge und Schiffsreisen. © dpa (Symbolbild)

Ab 2017 werde dann die Fahrtzeit Berlin-München rund vier Stunden betragen, versprach Kefer. Die ICE-Strecke soll insgesamt mehr als zehn Milliarden Euro kosten. Die Strecke ist Teil des Verkehrsprojektes Deutsche Einheit (VDE) Nr. 8. Insbesondere in den Nachtstunden kann sie auch von Güterzügen genutzt werden.

dpa

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