Indonesien

Die Bandas: Koralleninseln am Ende der Welt

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Wie auf einer Pirateninsel: Hinter den kolonialen Festungen der Banda-Inseln ragt der Vulkan Gunung Api aus dem Meer.

Einst lieferten sich die europäischen Mächte einen Wettlauf um die Bandas, dann wurden die Inseln vergessen und versanken in einem Bürgerkrieg.

Langsam kehren die Touristen auf die vielleicht faszinierendste Inselgruppe Indonesiens zurück. Vor allem Taucher finden hier einige der gesündesten Korallenriffe der Welt.

Banda Neira

Auf der Landkarte sind sie nur ein Punkt inmitten des Archipels der Molukken, fast in Vergessenheit geraten. Doch die Bandas sind eine der schönsten und faszinierendsten Inselgruppen Indonesiens. Vor 500 Jahren kämpften Portugiesen, Niederländer und Engländer um die zehn Eilande. Denn sie waren der einzige Ort auf der Welt, wo Muskatbäume wuchsen. Deren Nüsse waren eines der wertvollsten Handelsgüter.

Ferdinand Magellan, Bartolomeu Dias, Vasco da Gama – sie alle segelten los, um die Molukken zu finden. Ein bisschen dürfen sich auch heutige Reisende als Entdecker fühlen. Wenn die Fähre in die Meerenge zwischen der Hauptinsel Banda Neira und dem Vulkan Gunung Api biegt, hat man das Gefühl, am Ende der Welt angekommen zu sein.

Die Tropennatur hat längst die Festungen der Portugiesen und Niederländer gestürmt. Treppen führen durch blühende Frangipani und Bougainvillea hinauf zum Fort Belgica, das als einzige Festung renoviert wurde. Der Ausblick ist eine Pirateninsel-Fantasie: Kanonen zielen hinaus auf die Bucht, wo früher Dreimaster ankerten und heute bunte Fischerboote tuckern.

„Hier möchte ich irgendwann abends Dinner geben, mit Fackeln und Musik“, sagt Abba, der eigentlich Rizal Bahalwan heißt. „Aber Abba können sich die Touristen leichter merken.“ Er ist Besitzer eines Guesthouses und so etwas wie der oberste Tourismus-Botschafter der Bandas.

Er hat als Fremdenführer gearbeitet, seit er 15 Jahre alt war. „Von 1990 bis 1998 kamen viele Touristen“, erzählt er. Eine Airline flog dreimal pro Woche von Ambon zu den Bandas. Auch damals erlebten die Inseln keinen Massentourismus. In den besten Jahren kamen 1500 Besucher. Dann brach der Bürgerkrieg aus. Von 1999 bis 2002 massakrierten sich Muslime und Christen. Als der Spuk vorbei war, traute sich kein Tourist mehr auf die Bandas.

Abba eröffnete 2007 trotzdem das Mutiara Guesthouse. „Anfangs kam ein Gast pro Monat“, erzählt er. Jetzt ist der Tisch jeden Abend voll. Die Gäste laden sich Barrakuda, Thunfisch-Buletten und Gemüse mit Erdnusssoße auf die Teller. Dazu säuselt Molukken-Musik. Mehr Nachtleben gibt es auf den Bandas nicht.

Korallenriffe der Bandas gehören zu den schönsten der Welt

Abba möchte den Touristen die Lebensweise auf den Bandas vorführen. Bisher sind Kulturinteressierte allerdings eine Minderheit. Die meisten sind Taucher. Denn die Korallenriffe der Bandas gehören zu den schönsten und gesündesten der Welt. Riesige Fächerkorallen und Schwämme wachsen auf den Steilhängen unter Wasser. Selbst der Lavafluss vom letzten Ausbruch des Vulkans Gunung Api im Jahr 1988 ist schon wieder von Korallen überwuchert.

Die Korallenriffe dort gehören zu den schönsten der Welt.

Wer die Unterwasserwelt sehen will, braucht aber keinen Tauchschein. Es genügt, die 11-Uhr-Fähre nach Pulau Ai zu nehmen. Die Insel Ai ist so ruhig, dass es mancher Besucher nicht erträgt und nach einem Tag wieder abreist. Wer lange genug spazieren geht, kommt immer an einen Strand. Der schönste ist der Pantai Sebila oder Long Beach: weißer Sand, Palmen, tropisch dichtes Grün – und unter Wasser Korallen-Kathedralen, um die Schwärme von Fischen strömen. Ein Napoleon-Lippfisch taucht aus der Tiefe auf. An der Riffkante paddelt eine Schildkröte, ein Adlerrochen gleitet in die Gegenrichtung.

Über Wasser geht die Sonne hinter Pulau Run unter. Auf der Insel hatten die Engländer eine Festung. Bis sie Run mit den Niederländern gegen eine andere Insel tauschten: Manhattan. Schlechter Deal, denkt man in diesem Moment.

Florian Sanktjohanser

Die Reise-Infos zu Bandas - Indonesien

Reiseziel Die Bandas gehören zum Molukken-Archipel. Die zehn Inseln liegen etwa 2000 Kilometer östlich der indonesischen Hauptstadt Jakarta. Auf der Hauptinsel Banda Neira liegt ein kleiner Flughafen.

Anreise Der einfachste Weg auf die Bandas führt über Jakarta. Hin- und Rückflug mit Lufthansa von München über Frankfurt am Main gibt’s ab ca. 600 Euro. Emirates bietet Flüge ab ca. 500 Euro von München über Dubai. Von der indonesischen Hauptstadt fliegen indonesische Airlines in rund dreieinhalb Stunden nach Ambon. Von dort bietet die Airline Avia-star montags und donnerstags 90-minütige Flüge nach Banda Neira. Viermal pro Monat gibt es Fähren, die über Nacht von Ambon auf die Insel fahren.

Reisezeit Während der Monsunzeiten im Januar sowie im Juni und Juli wehen starke Winde, die Überfahrt aus Ambon ist dann nicht immer möglich, das Tauchcenter schließt. Die Bedingungen zum Tauchen und Schnorcheln sind am besten von Ende März bis Mitte Mai und von Oktober bis Mitte Dezember.

Pauschalreise Jalan Jalan Travel bietet eine 16-tägige Rundreise im Osten Indonesiens an. Auf Sulawesi stehen Stopps in Makassar und an den Stränden von Bira auf dem Programm. Mit dem Flugzeug geht’s nach Ambon und mit der Fähre nach Banda Neira. Dort sind Ausflüge auf die Insel Banda Api mit dem Vulkan Gunung Api und zu den Muskatnussplantagen auf Banda Besar geplant. Preis ab 3624 Euro pro Person. Buchbar unter Telefon 0391/733 03 30 oder im Internet unter www.jalanjalan.de.

Geld Für einen Euro bekommt man rund 15 000 indonesische Rupien. Eine Übernachtung in einer Pension kostet etwa 150 000 Rupien (zehn Euro).

Mehr Infos Visit Indonesia: Telefon 069/175 37 10 38, Internet www.tourismus-indonesien.de.

Die schönsten Spots zum Tauchen und Schnorcheln

Die besten Spots zum Tauchen und Schnorcheln.
Die Welt unter Wasser ist einmalig. Das Reiseportal Tripadvisor hat die schönsten Spots zum Tauchen und Schnorcheln zusammengestellt. Basis dafür sind ausschließlich Erfahrungsberichte und Kommentare von Reisenden auf der Webseite. © TripAdvisor
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Bora Bora, Französisch Polynesien: Die Hauptinsel Bora Bora ist nahezu komplett von einer Lagune umgeben. Besonders beliebt sind Tauchgänge zu Manta-Rochen, denn die größten ihrer Art weltweit sind hier beheimatet. Daneben lassen sich Delfine, verschiedene Haiarten sowie Buckelwale sehen. © TripAdvisor
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Rarotonga, Cook Islands: Wal- oder Hammerhai-Begegnungen sind auf der größten der Cook Islands keine Seltenheit. Durch die Bodenbeschaffenheit des Riffes um Rarotonga ist es möglich, Multilevel-Tauchgänge zu unternehmen. Die Sichtweise liegt dabei durchschnittlich bei 20 bis 30 Metern. © TripAdvisor
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Pemuteran, Indonesien: Dieser kleine Ort im Nordosten von Bali gilt immer noch als Insidertipp unter den Bali-Urlaubern. Bei Tauchern dagegen ist Pemuteran weltweit bekannt – vor allem durch die vorgelagerte Insel Mejangan. © TripAdvisor
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Die rund 40 Tauch-Spots von zehn bis 30 Metern Tiefe eignen sich sowohl für Anfänger als auch für Profis. © TripAdvisor
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Sansibar, Tansania: Unberührte Riffe mit Barrakudas, Meeresschildkröten und tropischen Riff-Fischen zeichnet die Unterwasserwelt hier aus. Bei einer Sicht bis zu 30 Metern lassen sich gigantische Farn- und Brain-Korallen, Skorpionfische und Seepferdchen entdecken. © TripAdvisor
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Port Vila, Vanuatu: Auf Vanuatu sollen die glücklichsten Menschen leben. Das melanesische Archipel zählt zu den unkonventionelleren Pazifikinseln und bietet Unterwasserfreunden abenteuerliche Tauchreviere. © TripAdvisor
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Viti Levu, Fidschi: Viti Levi, die vulkanische Hauptinsel der Fidschi-Gruppe ist ein Geheimtipp, denn noch nicht alle Tauchplätze sind schon kartographiert. © TripAdvisor
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