Der Winter-Alleskönner

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Jedem das Seine: Im Bayerischen Wald kommen sportliche Urlauber, Genussmenschen, Naturliebhaber und Familien auf ihre Kosten.

So nah, so gut, so vielseitig und dazu noch so günstig. Auf 140 Seiten haben die beiden Autoren Stefan Dorner und Sebastian Arbinger die wesentlichen Vorzüge des Bayerischen Waldes für einen Winterguide zusammengestellt.

Was beiden als eingefleischten „Waidlern“ nicht schwergefallen ist. Dass die Region, die so weit östlich liegt, dass wir in München sie manchmal ganz zu unrecht einfach aus dem Auge verlieren, wirklich für jeden Urlaubstyp was zu bieten hat, beweisen die Top-Tipps, die die beiden hier für uns zusammengestellt haben. Der Bayerische Wald – jedem das Seine:

FÜR LEISETRETER Schneeschuhtour zum Rachel

Bei dieser Tour geht es zur Sache und schneidig bergauf zum Rachel, der nach dem Arber unter den Bayerwald-Riesen mit 1453 Metern der Vizekönig ist. Vom Parkplatz Gfäll im Nationalpark folgt man immer dem Weg mit den Auerhahn-Markierungen in nordöstlicher Richtung. Nach dem Aussichtspunkt Schuhnagelkopf vereint sich die Route mit dem von links kommenden Klingenbrunner Rachelsteig. Einkehrmöglichkeit in Spiegelau. Länge: zehn Kilometer; Gehzeit: vier Stunden.

FÜR ENTDECKER Die neue Schneekirche

Eine Kirche ganz aus Schnee haben sie heuer wieder in dem kleinen Dorf Mitterfirmiansreut nahe der tschechischen Grenze gebaut, so, wie es ihre Vorfahren vor 100 Jahren gemacht hatten. 26 Meter lang, elf Meter breit, dominiert von einem Turm, der 17 Meter hoch ist – so die ambitionierten Maße des eiskalten Architekturprojekts. Kalkulierte 1100 Tonnen Schnee und Eis sind das Baumaterial. Die Arbeiten laufen auf Hochtouren, am 28. Dezember ist Eröffnung. Wenn alles nach Plan läuft, soll es um die Kirche vom 22. bis 28. Januar eine Eisskulpturen-Ausstellung geben und am 12. Februar einen Schneekirchenmarkt. Infos beim Förderverein Schneekriche unter Tel. 085 57/736, www.schneekirche.de.

FÜR DRAUFGÄNGER Die verschärfte Weltcup-Piste

Mit seinen fünf Liften und acht Abfahrten (insgesamt 15 Pistenkilometer) ist der Große Arber das modernste und größte Skigebiet im Bayerischen Wald, und die Weltcup-Piste das Schärfste, was die Region abfahrtstechnisch zu bieten hat. Nicht ohne Grund trainiert der deutsche Skiverband heute seinen Nachwuchs an den Hängen des Arbers (1456 Meter). Wer sich die Weltcup-Piste nicht zutraut, nimmt die Böhmerwaldstrecke oder den Sonnenhang. Tageskarte: 27 Euro, Einkehr an der Eisensteiner Hütte, am Gasthaus zur Gondelbahn oder dem Thurnhofstüberl, Arberschutzhaus.

FÜR PISTENZWERGE Junior-Skizirkus auf der Alm

Es ist nicht nur die Familientageskarte für 52 Euro, mit der Eltern und beliebig viele (eigene) Kinder grenzenlosen Skispaß haben auf dem Almberg im Skizentrum Mitterdorf. Es sind auch die gemütlichen Abfahrten,die urigen Gasthöfe wie die Firmiansstubn direkt am kleinen Almberglift und die Schneesicherheit bis weit in den März hinein, die dieses Gebiet zum absoluten Liebling kleiner und großer Pistenfans macht. Parkplatz im Ortszentrum Mitterfirmiansreut. Junior-Skizirkus. Info-Tel. Verkehrsamt 085 50/910 17, www.mitterdorf.info.

FÜR RODELPILOTEN Das ist der Gipfel!

Diese Tour ist der Hit unter den Rodel-Touren weit und breit! Die sechs Kilometer lange rasante Abfahrt (über den gewalzten Winterwanderweg und die schneebedeckte autofreie Straße) entlohnt für den Aufstieg auf den Lusen (1373 Meter). Im Bergdorf Waldhäuser geht es los. Kurz vor dem Gipfel lädt der Berggasthof Lusenschutzhaus zur Einkehr. Vorher aber unbedingt noch die paar Höhenmeter auf den steinigen Gipfel klettern – wegen der herrlichen Panorama-Fernsicht am Gipfelkreuz. Gehzeit: zweieinhalb Stunden, 350 Höhenmeter.

FÜR WILDE AUGENBLICKE

Auf Safari im Nationalpark Pah, was sind schon die Big Five! Auf dem sieben Kilometer langen Rundweg im Freigehege des Nationalparks Bayerischer Wald gibt es an die 40 Tierarten zu sehen, die in den Wäldern heimisch sind oder es früher einmal waren. Dazu gehören Wisente, Wölfe, Wildschweine und auch Bären. Allerdings braucht es etwas Glück, damit Meister Petz und seine Familie ihre Winterruhe unterbrechen und aus der Höhle krabbeln. Los geht’s am Parkplatz in Neuschönau. Der Rundkurs durchs Tierfreigehege ist geräumt und somit auch mit Kinderwagen befahrbar. Gehzeit: zweieinhalb Stunden. Einkehr im Wirtshaus am Infozent­rum.

FÜR GENIESSER

Freuden beim Postwirt „Ein Leben ohne Freude ist wie eine weite Reise ohne Gasthaus“ lautet der Leitspruch der Familie Beck, die seit 1870 in den Gemäuern des Postwirts in Rosenau schaltet und waltet. Das einstmalige schlichte Dorfwirtshaus hat sich im Lauf der Jahre in ein Drei-Sterne-Wellnesshotel mit exquisitem Restaurant gemausert. Gemütliches und dennoch modernes Ambiente zu moderaten Preisen. Tel. 085 52/964 50, www.hotel-postwirt.de.

FÜR LANGLÄUFER

Spuren im Böhmerwald In Schöneben, auf einem Hochplateau in über 1000 Metern, findet der Langläufer sein Paradies: ein Loipennetz mit insgesamt 73 Kilometern gespurten Strecken, alle extrem breit und parallel gespurt, für klassische Läufer und Skater gleichermaßen. Wunderbar ist der Rundkurs Moldaublick (7,3 Kilometer), auf dem sich bei schönem Wetter eine grandiose Fernsicht zum Moldaustausee auftut. Einkehr in Schönau oder in der Jausenstation Moldaublick.

FÜR ABTAUCHER Südliches Flair im Osten

Ein dreiviertel Jahr Winter und ein viertel Jahr kalt sagt man, sei es im Bayerischen Wald. Und selbst, wenn’s stimmt: Wen stört das, wenn es Erlebnisbäder wie das Elypso in Deggendorf gibt, das mit seinem südlichen Flair bella Italia in den bayerischen Osten holt (Sandnerhofweg 4-6, Tel. 09 91/289 60, www.elypso.de). Für besonders hartnäckige Hundstage empfiehlt sich übrigens der Saunahof in Bad Füssing, eine riesige Schwitzanlage im Ambiente alter Bauernhäuser. Info: Kur- und Gästeservice Bad Füssing, Tel. 085 31/97 55 89, www.badfuessing.de.

FÜR NOSTALGIKER Ausflug in die Vergangenheit

Hier steht die Zeit still. Im Freilichtmuseum Finsterau am Rand des Nationalparks sind aus dem ganzen Bayerischen Wald Bauernhäuser, komplette Höfe, eine Dorfschmiede und ein Holzbackofen restauriert und wieder aufgebaut worden. Das Dorfwirtshaus „D’Ehrn“ aus dem Jahr 1840 stand einst in Kollnburg und wurde 1979 nach Finsterau umgesiedelt. Seitdem werden hier die Gäste in der urigen Stube mit regionaltypischen Schmankerln verwöhnt. Freilichtmuseum Finsterau, Mauth, Tel. 085 57/960 60, geöffnet von 11 bis 16 Uhr.

FÜR EINKEHRER Angriff auf die Lachmuskeln

Achtung, hier besteht Muskelkatergefahr, allerdings nicht in den Beinen wegen des Langlaufens oder (Schneeschuh-)Wanderns, sondern im Bauch, wegen akuter Lachanfälle. Simon Aufschläger, Wirt der Skihütte „Seimen“ in Höhenbrunn, direkt an der Loipe zwischen Riedlhütte und Sankt Oswald, ist einer der besten Witzeerzähler des Bayerwaldes. Kostprobe: Ein Bayer und ein Preuße steigen in den Zug. Als dieser sich in Bewegung setzt, sagt der Preuße staunend: „Ach, fahren wir schon?“ Antwortet der Bayer: „Nein, für dich tragen sie die Häuser vorbei.“ Nix für unguad, liebe Urlauber aus dem Nordischen... Skihütte Seimen, Höhenbrunn 12, St. Oswald, Tel. 085 52/15 90.

So gewinnen Sie den Winterguide

Der „Winterguide Bayerischer Wald“ von Stefan Dorner und Sebastian Arbinger ist im Bruckmann Verlag erschienen und kostet 14,95 Euro (ISBN 978-3-7654-4809-6). Wir verlosen zehn Exemplare – und so können Sie gewinnen: Bis spätestens Sonntag, 18. Dezember, anrufen unter 0137/808 40 05 74 (50 Cent pro Anruf) und das Stichwort „Winterguide“ sowie den Absender aufsprechen.

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