Biete München, suche Rom

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Mein Haus ist dein Haus: Immer mehr tauschen im Urlaub ihr Heim zum Nulltarif gegen eine fremde Unterkunft.

Es klingt verlockend: Koffer packen, losfahren und am Urlaubsort in ein komplett eingerichtetes Haus ziehen – ohne einen Cent Miete zu bezahlen.

Und fürs eigene Heim braucht man in der Zeit keinen Blumengießer und Briefkastenleerer, denn es wird von den Besitzern des Feriendomizils gehütet, die ihrerseits dort Urlaub machen. So funktioniert das Prinzip des Haustauschs.

Es funktioniert so gut, dass es diverse Organisationen gibt, die solche Aufenthalte vermitteln. Zehntausende Wohnungen und Häuser rund um den Globus sind im Angebot. Anzusehen im Internet, mit Fotos und genauen Beschreibungen der Unterkunft, Hinweisen zum Haushalt und vielen Tipps zu Ausflugszielen. Begonnen hat der Haustauschurlaub noch ganz einfach: 1953 tippte der New Yorker Lehrer David Ostroff eine Namensliste von Kollegen, die an der US-Westküste Urlaub machen wollten und im Gegenzug ihr Ostküstenheim zur Verfügung stellten.

HAUSTAUSCH IM INTERNET

Die Vermittlung des Haustausches erfolgt im Internet, wo Dutzende von Tauschbörsen ihre Dienste anbieten.

Die drei größten sind Homelink (www. homelink.de),
Intervac (www.haustausch.de) und Homeexchange (www. haustauschferien.com), die zusammen rund 50 000 Mitglieder haben.

Das klappte und dank Mund-zu-Mund-Propaganda wuchs die Schar der Haustauscher. Ungefähr zur gleichen Zeit hatte der Engländer Jan Ryder einen Wohnungs- und Haustauschservice für Militärangehörige begonnen, der ebenfalls schnell an Beliebtheit gewann. Ostroff und Ryder schlossen sich 1960 zusammen und gründeten den Vacation Exchange Club, der den Austausch zwischen den USA und Großbritannien organisierte. Der Haustausch auf Zeit hat nicht nur finanzielle, sondern auch praktische Vorteile. Vor Ort findet man einen komplett eingerichteten Haushalt, Spielsachen für Kinder, bisweilen kann sogar das Auto benutzt werden. In diesem Fall, so der Rat von Versicherungsexperten der Ergo-Gruppe, empfiehlt es sich, eine Vollkaskoversicherung abzuschließen und es über die Vermittleragentur in einem Zusatzvertrag vorab zu regeln.

Ansonsten decken Hausrat- und eine private Haftpflichtversicherung die Risiken ab. Bei den Verträgen sei laut der Versicherungsexperten darauf zu achten, dass die Privathaftpflicht auch Mietsachschäden auf Reisen deckt und auch Schäden beispielsweise an Mobiliar reguliert. Beim Haustausch können übrigens auch Mieter mitmachen, denn rechtlich gesehen darf man bis zu sechs Wochen Gäste ohne Erlaubnis des Vermieters aufnehmen.

Die Angst, bei der Rückkehr ein leer geräumunbegründet, betonen die Tauschbörsen. Übereinstimmend sagen die drei größten Anbieter Homelink, Intervac und Homeexchange, die weltweit zusammen rund 50 000 Mitglieder haben, dass es noch nie einen Fall von Diebstahl gegeben habe, einzig beim Thema Sauberkeit seien schon Mal Beschwerden eingetroffen. Wer Urlaub in einem Haus in der Fremde macht, bekommt schneller Kontakt mit den Nachbarn als ein Pauschaltourist und nimmt am Alltagsleben der Einheimischen teil. Meistens hinterlassen die Besitzer auch Insidertipps zu Sehenswürdigkeiten und Veranstaltungen oder verraten, wo man günstig einkaufen kann. Dazu kann der Haustauscher mit dem beruhigten Gefühl seinen Urlaub genießen, dass zu Hause jemand auf sein Hab und Gut aufpasst. Die Daten der Hausbesitzer sind übrigens nur Mitgliedern der jeweiligen Internetportale zugänglich. Nur wer dort angemeldet ist und den Jahresbeitrag bezahlt hat (der liegt zwischen rund 50 und 130 Euro im Jahr), erhält Adressen von anderen Haustauschwilligen. In den Profilen der Mitglieder erfährt man dann gleich, welche Unterkunft einen erwartet, wie der Lebensstandard ist und welche Ausstattung geboten – und im Gegenzug gesucht – wird. So findet der Münchner schnell die passende Wohnung in Rom. Oder in New York. Oder auf Sansibar.

V.Pfau

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