Urlaub für Abenteurer

Reise-Exoten: von Burundi bis Usbekistan

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Sierra Leone lockt mit malerischen Stränden und ökologisch nachhaltigem Tourismus.

Sierra Leone, El Salvador oder Georgien - sind Exoten unter den Reiseländern. Allerdings gibt es hier für deutsche Urlauber noch viel zu entdecken. Ein Überblick über die einsamsten Orte der Welt.

Eine Rundreise durch China, Insel-Hopping in Indonesien oder eine Kaptour durch Südafrika - solche Reisen sind längst nicht mehr so exotisch wie früher. Alltäglich sind sie zwar nicht geworden - dennoch finden deutsche Urlauber solche Angebote mittlerweile in vielen Reisekatalogen. Auf der Reisemesse ITB in Berlin (noch bis 9. März) haben sich aber auch viele Länder präsentiert, die noch als echte Außenseiter gelten dürfen. Sie haben Gästen einiges zu bieten - und warten sehnsüchtig auf Touristen. Eine Auswahl.

Georgien

Das Gebirgsland an der russischen Grenze wird bislang nur von wenigen Kulturtouristen besucht. Der Hohe Kaukasus bietet aber auch zum Wandern und Bergsteigen viele Möglichkeiten - die Gipfel sind höher als in den Alpen. Gleichzeitig herrscht an der georgischen Schwarzmeerküste subtropisches Klima - ein großer Gegensatz auf kleinem Raum. Urlauber aus Deutschland kombinierten Georgien oft mit einem Besuch von Armenien, erzählt Gvantsa Razmadze vom Reiseanbieter Caucasus Travel. Die Saison reicht von Anfang April bis Ende Oktober.

Bosnien und Herzegowina

Weitgehend unentdeckte Reiseländer gibt es nicht nur auf der Fernstrecke, sondern auch mitten in Europa. Ein Beispiel ist die Balkanrepublik Bosnien und Herzegowina. Das Land biete sowohl Kultur als auch Natur, sagt Damir Muminagic von der Tourism Association mit Sitz in der Hauptstadt Sarajevo. Es gibt pittoreske Städtchen wie Banja Luka in Bosnien oder Mostar in Herzegowina. Das Land ist auch eine vorzeigbare Destination für den Wintersport. Warum kommen bislang nicht mehr deutsche Urlauber? „Das Image stimmt noch nicht“, sagt der Touristiker.

Usbekistan

Zentralasien gehört noch zu den touristisch weitgehend unerschlossenen Regionen der Welt. Nach Usbekistan lockt Reisende vor allem die historisch bedeutsame Stadt Samarkand an der ehemaligen Seidenstraße, der alten Handelsroute durch Asien. Eine beliebte Reiseroute führt von der Hauptstadt Taschkent über Samarkand und Buchara nach Xiva. Ein großer Teil der Urlauber komme bereits aus Deutschland, sagt Zarema Selimova von Samarkanda Travel. Insgesamt sind das aber nicht gerade viele. Dabei lasse sich Usbekistan auch mit einem Mietwagen bereisen - dann sei es aber besser, sich dort einen Fahrer zu nehmen.

Papua-Neuguinea

Der südostasiatische Inselstaat ist mit Sicherheit einer der letzten schwarzen Flecken auf der touristischen Landkarte. Nur etwa 1800 deutsche Reisende kamen laut der Tourismusvertretung im Jahr 2013 nach Papua-Neuguinea. Diese Zahl möchte man verdoppeln - was immer noch erstaunlich wenig wäre. Mehr als 50 Prozent der ausländischen Urlauber kommen aufgrund der geografischen Nähe aus Australien. Im Zentrum der touristischen Vermarktung stehen Kultur- und Abenteuerreisen. Massentourismus strebe man nicht an - der dürfte auch noch viele Jahre auf sich warten lassen.

Burundi

Wer nach Ostafrika reist, besucht in der Regel Kenia oder Tansania. „Wir sind noch am unbekanntesten“, sagt Valentin Kavakure, Marketingchef beim National Tourism Office von Burundi. Genau dieser Umstand soll Besucher aus Deutschland in den kleinen Binnenstaat locken. „Hier ist alles noch authentisch.“ Burundi wirbt mit unberührten, tropischen Landschaften, deutscher Kolonialgeschichte und dem Tanganjikasee, dem zweitgrößte Gewässer Afrikas. Burundi dürfte aber allein schon wegen seiner Größe nur eine Etappe auf einer Reise durch Ostafrika sein. Deshalb soll es ab Sommer ein gemeinsames Visum mit Kenia, Uganda und Ruanda geben.

Sierra Leone

Das westafrikanische Land galt in besseren Tagen als „Karibik Afrikas“. Der Bürgerkrieg um die Diamanten des Landes hat die Entwicklung allerdings um Jahrzehnte zurückgeworfen. Heute reisen vor allem Geschäftsleute oder Mitarbeiter von Hilfsorganisationen über Freetown in das Land ein. Doch jetzt will Sierra Leone wieder Touristen ins Land locken - mit malerischen Stränden und ökologisch nachhaltigem Tourismus. Erste Lodges und Hotels gibt es überall entlang der Freetown-Halbinsel. Und auch im Landesinneren will die Regierung in den kommenden Jahren mehrere Zentren für nachhaltigen Tourismus aufbauen. Die Sicherheitslage ist unbedenklich - nur die Preise sind überall im Land noch ziemlich hoch.

El Salvador

Das mittelamerikanische Land ist zwar nur so groß wie Hessen, bietet aber 300 Kilometer Küstenlinie mit Stränden am Pazifischen Ozean. Das ist vor allem für Surfer attraktiv. Außerdem gibt es rund 25 Vulkane und mit der Joya de Cerén auch eine archäologische Stätte, die es mit den kulturellen Hotspots in Mexiko und Guatemala aufnehmen kann. Von 2012 bis 2013 hat sich die Zahl der europäischen Urlauber von 25 744 auf 32 344 erhöht. Ein Problem ist die Sicherheit: In El Salvador gibt es viel Kriminalität. Das Auswärtige Amt rät zu größter Vorsicht.

Kolumbien

Flächenmäßig ist das südamerikanische Land zwar ein Riese - aber deutsche Urlauber geben häufig Argentinien, Brasilien oder Peru den Vorzug. Dabei gilt Kolumbien vielen schon lange als Geheimtipp. Wegen seiner wechselvollen Geschichte ist es aber immer noch ziemlich exotisch. Touristische Highlights sind zum Beispiel der Tayrona-Nationalpark im karibischen Norden, die Kolonialstadt Cartagena und die Vulkane des Cocuy-Nationalparks. Die Vielzahl an Sehenswürdigkeiten zieht auch deutsche Urlauber zunehmend an: 2013 kamen immerhin 45 816, ein Zuwachs von 7,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Vielleicht ist Kolumbien bald schon kein Exot mehr.

Die spektakulärsten Landschaften der Welt

The Wave, Arizona, USA: Sieht fast wie ein großer Vergnügungspark für Skateboarder aus – das Backcountry-Gebiet der „Coyote Buttes Wilderness Area“. Im Grenzgebiet zwischen Utah und Arizona formte Navajo-Sandstein, der sich im Laufe von Jahrmillionen vor allem durch Erosion verfestigt hat, diese einzigartige Landschaft. © TripAdvisor
Sinterterrassen, Pamukkale, Türkei: Die Kalksteinterrassen gehören zum UNESCO-Weltkulturerbe. Über Jahrtausende wuchsen sie, getränkt vom kalkhaltigen Thermalwasser. Dieses hat eine Temperatur von etwa 30 Grad, in einem Liter sind etwa 2,2 Gramm Kalk gelöst © TripAdvisor
Salar de Uyuni, Bolivien, Südamerika: Weiß soweit das Auge reicht. Mit 10.000 Quadratkilometern Ausdehnung ist der Salar de Uyuni der größte Salzsee der Welt und liegt auf 3.653 Metern Höhe. In diesem Teil der Altiplano-Hochebene, der zum Nationalpark „Reserva Nacional de Fauna Andina Eduardo Abaroa“ gehört, gibt es kaum Leben – dennoch finden Flamingos in Brutzeiten ihren Weg dorthin. Eines der Highlights ist der Eisenbahnfriedhof mit über hundert Jahre alten, stillgelegten Zügen im Süden des Salars. © TripAdvisor
Eines der Highlights von Salar de Uyuni ist der Eisenbahnfriedhof mit über hundert Jahre alten, stillgelegten Zügen im Süden des Salars. © TripAdvisor
Cano Cristales, Villavicencio, Kolumbien: Der Fluss Cano Cristales gehört zum Nationalpark „Serranía La Macarena“ im Departamento Meta. Über das Jahr verändern sich die Algen im Wasser und sorgen so für ein einmaliges Farbspiel. © TripAdvisor
Badlands-Nationalpark South Dakota, USA: Für die Landwirtschaft ist der Boden des Gebiets im Südwesten South Dakotas mehr als ungeeignet – daher rührt auch der Name „Badlands“, schlechtes Land. Die linienförmig durchzogenen kupferfarbigen Felsformationen sehen dafür aber alles andere als „bad“ aus. © TripAdvisor
Namib-Naukluft Park, Namibia, Afrika:  Die orangefarbenen Namibsand-Dünen des Sossusvlei umgeben die beige Salz-Ton-Pfanne („Vlei”) in der Namib-Wüste. Mit bis zu über 380 Metern Höhenunterschied zur Pfanne gehören sie zu den höchsten Dünen der Welt. Ihre Farbe entsteht durch Eisenoxid. © TripAdvisor
Grand Prismatic Spring, Yellowstone-Nationalpark, USA: Die 75 Meter lange und 91 Meter breite Thermalquelle ist die größte der USA und die drittgrößte der Erde. Das Wasser hat im Schnitt eine Temperatur von rund 70 Grad. Das zwischen grün und rot schimmernde Farbspiel entsteht aufgrund des Biofilms der dort angesiedelten Mikroorganismen – da das Wasser in der Mitte der Quelle am heißesten ist, existieren hier keine Bakterien, das Wasser ist blau. Je nach Jahreszeit variiert das bunte Treiben. © TripAdvisor
Das zwischen grün und rot schimmernde Farbspiel entsteht aufgrund des Biofilms der dort angesiedelten Mikroorganismen – da das Wasser in der Mitte der Quelle am heißesten ist, existieren hier keine Bakterien, das Wasser ist blau. Je nach Jahreszeit variiert das bunte Treiben. © TripAdvisor
Giant's Causeway, Nordirland, Großbritannien: Der etwa 80 Kilometer von Belfast entfernte „Damm des Riesen”, so die wörtliche Übersetzung, gehört zum UNESCO-Weltnaturerbe. Er setzt sich aus etwa 40.000 Basaltsäulen zusammen, die etwa 60 Millionen Jahre alt sind. Die Steine sind in der Mehrzahl sechseckig geformt, auch fünf- oder viereckige Säulen kommen vor. Einige sind bis zu zwölf Meter hoch. Der Giant’s Causeway hat eine Länge von etwa fünf Kilometern und findet sein Ende im Meer. © TripAdvisor
Einige sind bis zu zwölf Meter hoch. Der Giant’s Causeway hat eine Länge von etwa fünf Kilometern und findet sein Ende im Meer. © TripAdvisor
Die Pinnacles, Cervantes, Australien: Die Kalksteinsäulen befinden sich im 170 Quadratkilometer großen Nambung National Park und gehören zu den Highlights der Coral Coast in Western Australia. Die Pinnacles liegen etwa 30 Kilometer südlich des kleinen Fischerdörfchens Cervantes. © TripAdvisor
Chocolate Hills, Bohol-Insel, Philippinen Übersetzt heißt die geologische Formation auf der philippinischen Insel Bohol „Schokoladenhügel“. Zu der Hügellandschaft zählen auf einer Fläche von etwa 50 Quadratkilometern 1.268 Ausbuchtungen, die in Form und Höhe nahezu identisch sind. Im Sommer schimmern die Hügel durch Pflanzenbewuchs grün, in der Trockenzeit färben sie sich Schoko bräunlich. © TripAdvisor

dpa

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