Direkte Entfernung zählt: Entschädigungshöhe bei Verspätung

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Bei mehreren Stunden Verspätung, können Fluggäste mit einer Entschädigung rechnen. Foto: Frank May

Wenn der Flieger sich stark verspätet, ist der Ärger schnell groß. Zudem stellt sich die Frage nach einer Entschädigung. Die Antwort gibt ein Urteil des Landgericht Landshut.

Köln (dpa/tmn) - Über die Höhe der Entschädigung bei einer großen Flugverspätung entscheidet die direkte Entfernung zwischen Start- und Zielort. Umwege für Zwischenlandungen werden nicht berücksichtigt, entschied das Landgericht Landshut.

Grundsätzlich richtet sich die Höhe der Ausgleichszahlung nach EU-Recht bei Verspätungen und Annullierungen nach der Distanz - je nach Strecke sind 250, 400 oder 600 Euro angemessen.

In dem verhandelten Fall war ein Kläger von Rom über Amsterdam nach München geflogen. Der erste Flug verspätete sich, wodurch der Mann seinen Weiterflug verpasste und mit mehr als drei Stunden Verspätung in München ankam. Von der Airline wollte er 400 Euro haben, diesen Betrag gibt es bei einer Entfernung von mehr als 1500 Kilometern. Als Grundlage legte der Kläger die Strecke von Rom nach Amsterdam und von dort nach München an.

Zu Unrecht, entschied das Gericht (Az.: 13 S 2291/15). Maßstab sei die direkte Entfernung zwischen Start- und Zielort: in diesem Fall 729 Kilometer. Der Kläger bekam lediglich 250 Euro für die Verspätung, berichtet die Deutsche Gesellschaft für Reiserecht in ihrer Zeitschrift "ReiseRecht aktuell" berichtet.

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