Am Ende der Zeitrechnung

Auf den Spuren der Maya in Mexiko

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Faszination einer versunkenen Stadt: die Ruinenstadt Uxmal.

In den Regenwaldgebieten der mexikanischen Halbinsel Yucatán stehen stumme Zeitzeugen eines Volkes, das uns noch heute Rätsel aufgibt. Der Maya-Kalender prophezeit eine Art Weltuntergang für 2012. 

In Yaxchilan überwuchern Bäume, Wurzeln, Lianen und Sträucher die um 900 verlassene Maya-Stadt.

Da jubelt das Herz des Mathematikers, Astronomen und Architekten: Jeweils 91 Stufen führen an den vier Seiten der Tempelpyramide des Kukulcán nach oben. Sie summieren sich zusammen mit dem Sockel genau auf 365 - übereinstimmend mit den Tagen des Jahres. Bei der Tagundnachtgleiche im März und September kommt es zu einem besonderen Phänomen: Bei Sonnenuntergang bewegen sich die Schatten der Pyramidenplattformen schlangenartig die Stufen hinab und treffen auf die steinernen Schlangenköpfe am Fuße der Pyramide. Es ist eine wahre architektonische und mathematische Meisterleistung, die die Maya hier vollbracht haben.

Am Ballspielplatz in der wohl bekanntesten und am meisten besuchten Maya-Stätte Chichén Itzá offenbart sich aber noch eine andere Seite der Maya: Ein Relief zeigt einen geköpften Pelote-Spieler, aus dessen Hals Blut in Form von Schlangen spritzt. Stellt der Geopferte den Sieger oder den Verlierer des Spiels dar? Weder Wissenschaftler noch Ortskundige können eine klare Antwort geben. Die Maya werfen bis heute Rätsel auf.

So ranken sich gerade in diesem Jahr Gerüchte um die Maya. Kurz vor Weihnachten, am 21. Dezember, endet der bis vor kurzem einzige bekannte Maya-Kalender. Esoteriker und Verschwörungstheoretiker fürchten den Weltuntergang. Forscher halten davon wenig: Für die Maya ende an diesem Datum lediglich eine wichtige Epoche, danach beginne der Kreislauf von Neuem. Kürzlich entdeckten Wissenschaftler zudem in Xultún im Nordosten Guatemalas einen Maya-Kalender, der weit über das Jahr 2012 hinaus reicht.

Rushhour in Uman.

Nahe Uxmal betreibt Antonio mit seinem Bruder ein gut gehendes Restaurant. Beide sind echte Maya und servieren ihren Gästen traditionelle Gerichte nach Originalrezepten. Gekocht wird im Erdofen, einem Erdloch, dessen Boden mit glühender Holzkohle und Steinen bestückt wird. Oben mit einer Blechplatte bedeckt, schmort darin vier Stunden lang Hühnchen- und Schweinefleisch, bis es das köstliche Aroma der einheimischen Gewürze annimmt. Auf den Kalender angesprochen winkt Toni - wie ihn seine Freunde nennen - lachend ab: „Das mit dem Weltuntergang ist purer Unsinn. Eine Zeitperiode endet und eine neue beginnt. Das Leben geht weiter.“

Im Küstenort Tulum schließt sich der Kreis: Hier bauten die Maya eine ihrer letzten großen Anlagen.

Uxmal strahlt eine besondere Magie auf die überschaubare Besucherschar aus. Das sogenannte Nonnenviereck beeindruckt vor allem durch seine Reliefs und Fassaden. Sitzt man auf der oberen Plattform des Gouverneurspalastes und lässt seinen Blick über die Anlage schweifen, so durchbricht nur die 35 Meter hohe Spitze der Pyramide des Wahrsagers den dichten grünen Teppich des Regenwaldes, der die vom Menschen veränderte Naturlandschaft zurückerobert hat.

Im Küstenort Tulum schließt sich der Kreis. Wieder in der Nähe der Badeorte der Riviera Maya angelangt, dominieren Händler und Tagesreisende das Bild. Tulum gehört zu den letzten großen Anlagen der Maya.

Von Michael Juhran, dpa

Sonne, Meer und Pyramiden - unterwegs auf Mexikos Halbinsel Yucatan

Sonne, Meer und Pyramiden - unterwegs auf Mexikos Halbinsel Yucatan

DIE REISE-INFOS ZU MAYA AUF YUCATÁN

REISEZIEL Die Halbinsel Yucatán trennt den Golf von Mexiko vom karibischen Meer. Der größte Teil an der Nordspitze gehört zu Mexiko, der Süden zu Guatemala und Belize. Der östlichen Küste ist Cozumel, die größte Insel Mexikos, vorgelagert.

ANREISE: Condor fliegt im Sommer 2012 viermal wöchentlich nonstop von Frankfurt nach Cancun, im Winter 2012/13 fünfmal wöchentlich. Andere Fluggesellschaften bieten Flüge mit Zwischenstopps an. Mit einem noch mindestens 6 Monate gültigen Reisepasses erhält man bei Einreise ein Touristenvisum.

KLIMA: Das ganze Jahr über herrschen 25 bis 30 Grad Celsius, im Sommer auch 40 Grad. Regenzeit ist im Juni und Juli sowie im Oktober und November. Im Herbst können Stürme auftreten.

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