Formentera - Strände, wie in der Karibik

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Von der Platja de Illetes schweift der Blick der Formentera-Besucher über das türkisfarbene Meer bis zur Weltnaturerbe-Insel Espalmador.

Formentera ist zwar die kleinste Insel der Balearen jedoch mit unfassbar schönen weißen Stränden. Im August beherrschen Italiener Formentera. Wirklich traumhaft ist es dort im Herbst, Frühjahr und Winter.

Formentera hat keinen Ballermann und kein Tramuntana-Gebirge. Es werden hier keine heißen Party-Nächte wie auf Ibiza gefeiert. Dafür bietet die kleinste Balearen-Insel eines im Überfluss: Ruhe und die schönsten Strände des gesamten Archipels.

Die Badebucht Cala Saona gehört zu den schönsten auf Formentera.

Das mit der Ruhe sei allerdings relativ, sagt Ekkehard Hoffmann. “Im Frühjahr, Herbst und Winter ist es wirklich traumhaft ruhig und entspannt hier. Aber im Juli und August heizen Tausende Italiener mit ihren Vespas über die Insel“, erzählt der 57-jährige Bremer, der seit mehr als 20 Jahren auf Formentera wohnt. Er scheint schon lange nicht mehr auf Mallorca oder Ibiza gewesen zu sein. Verglichen mit den dortigen Urlauber-Hochburgen wirkt der Hauptort Es Pujols wie ein verschlafenes Dörfchen - noch.

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Die Insel verändert sich, es wird mehr gebaut als früher. Die Leute begingen denselben Fehler wie die Mallorquiner vor Jahrzehnten, schimpft Ekkehard: “Sie sehen nur das schnelle Geld mit den Touristen.“ Aber noch ist die Situation nicht mit Mallorca zu vergleichen. Vielen Ballermann-Touristen und Partyhoppern sei es hier Gott sei Dank zu ruhig, erklärt Ekkehard. Und sie empfänden die Anreise als zu umständlich: erst nach Ibiza zu fliegen, um von dort aus eine Fähre nach Formentera zu nehmen.

Ekkehard Hoffmann lehrt seit 1991 auf Formentera das Gitarrebauen.

Was für viele einheimische Isleños ein Fluch ist, empfindet Ekkehard als Segen. “Nur deshalb hat Formentera noch dieses Flair, der Zeit ein wenig hinterherzulaufen. Alles ist etwas persönlicher“, sagt der Deutsche, der 1991 in Sant Ferran die Gitarrenbau-Schule “Formentera Guitars“ übernahm.
Natürlich kommen nur die wenigsten Urlauber zum Gitarrenbauen nach Formentera. Die meisten werden von den unbeschreiblich schönen, weißen Sandstränden gelockt. “Ich lese es immer wieder in Broschüren und Reiseführern, aber es stimmt auch: Formentera ist die Karibik Europas“, sagt Ekkehard.

Einer seiner Lieblingsstrände ist die Platja de Migjorn an der Südküste - genauer gesagt der Teilabschnitt bei Es Arenals. Er ist zugleich auch der längste Sandstrand. Vor allem bei der Blue Bar und dem Piraten-Bus, zwei angesagten Strandbars, scheint der Strand noch heller und das Wasser noch türkisblauer als anderswo zu sein, was natürlich auch an den Drinks liegen kann.

Die Platja de Migjorn an Formenteras Südküste. Am schönsten ist der Abschnitt bei Es Arenals

Ebenfalls grandios sind die Strände von Illetes im Norden. “Wenn Du bis zum äußersten Zipfel gehst, hast Du einen wunderbaren Blick auf die vorgelagerte Insel Espalmador“, sagt Salzbauer José, der nicht selten nach dem schönsten Abschnitt gefragt wird. Er antwortet leicht genervt. “Und bitte keine Fotos“, sagt José. Ständig werde er von Touristen von der Arbeit abgehalten. Der Feldweg, der zum Strand von Illetes führt, liegt direkt an seinen Salzbecken.

Schon die Römer produzierten hier das “weiße Gold Formenteras“. Das in die weiten Salzbecken eingeleitete Meereswasser verdunstet in der Hitze des Sommers, zurück bleibt ein qualitativ hochwertiges Meersalz. Vor Jahrhunderten sollen sogar Piraten darauf Jagd gemacht haben. Kleine, aus groben Steinen gemauerte Fluchttürme an den Rändern der Salzbecken erinnern an ihre ständigen Überfälle.

Die Badebucht Cala Saona gehört zu den schönsten auf Formentera.

Das klare, türkisfarbene Wasser an der Platja de Illetes erinnert sofort an tropische Strände aus der Kokoskugel-Werbung. José hatte Recht: Der Blick vom nördlichen Zipfel auf die Weltnaturerbe-Insel Espalmador ist wunderschön. Vom Inselchen erstreckt sich fast bis nach Ibiza die größte Posidonia-Seegraswiese der Welt. Sie wurde ebenfalls von der Unesco geadelt, als einziges ozeanisches Weltnaturerbe im gesamten Mittelmeer. Man sollte die Platja de Illetes nicht zu früh verlassen. Sonst verpasst man den Sonnenuntergang mit Blick auf den Felsen Es Vedra vor Ibiza.

Trotz ihrer geringen Größe ist Formentera mit vielen langen Sandstränden beschenkt, die rings um die Insel liegen.

An der Westküste lockt vor allem die Cala Saona die Strandliebhaber. Die Badebucht ist klein, aber eine der schönsten auf Formentera. Von hier aus kann man mit dem Kajak entlang der Steilküste paddeln - und unterwegs in Höhlen schnorcheln. Und auch der Strand von Es Caló am Fischerort Sant Agustí gehört zur Galerie der Bilderbuchstrände auf Formentera.

Jeder Strand hat seine Eigenheiten. Alle jedoch sind umrahmt von duftenden Pinienwäldern und größtenteils unbebaut. Und hinter ihnen drängen sich noch nicht Autos auf riesigen Parkplätzen. Formentera ist mit 82 Quadratkilometern so klein, dass viele Urlauber gleich auf den Mietwagen verzichten und die Inseln lieber mit dem Fahrrad auf den Caminos verdes erkunden.

Insgesamt 19 dieser grünen Fahrrad-Routen durchziehen die Insel. Für Radfahrer sind sie eine entspannende Alternative zu den häufig gefährlichen Landstraßen. Sie führen durch Weinberge, Dünen, Pinien- und Zedernwälder - und zu einsamen Buchten und Stränden. Davon bekommt man auf Formentera nie genug.

Manuel Meyer, dpa

REISE-INFOS ZU FORMENTERA

REISEZIEL: Formentera ist die südlichste und mit 82 Quadratkilometern auch die kleinste Insel der Balearen.

REISEZEIT: Am angenehmsten für einen Urlaub auf Formentera sind Mai, Juni und September.

ANREISE: Mehrere Airlines fliegen von Deutschland aus nach Ibiza. Von hier aus setzt man mit einer der zahlreichen Fähren nach La Savina auf Formentera über. Die Fahrt dauert rund 25 Minuten. Anbieter sind zum Beispiel Mediterrania Pitiusa (www.medpitiusa.net/de), Isomar (www.iscomar.com/eng) und Balearia (www.balearia.com).

UNTERKUNFT: Über die gesamte Insel verteilt gibt es Hotels, Ferien-Apartments und Pensionen sämtlicher Kategorien.

INFOS: Spanisches Fremdenverkehrsamt, Kurfürstendamm 63, 10707 Berlin (Tel.: 030/88 26 543, E-Mail: berlin@tourspain.es).

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