Antike Stätten und einsame Strände: Peloponnes

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Typischer Anblick: In Gythion schaukeln Fischerboote vor den neoklassizistischen Häusern.

Wie eine Hand mit vier Fingern reicht der Peloponnes ins Mittelmeer. Eine Rundreise über die Halbinsel führt zu antiken Stätten und einsamen Dörfern.

Meeresenge: Der Kanal von Korinth ist das Bindeglied zwischen dem Peloponnes und dem Festland.

Wie lang die Fahrt von Athen ins antike Olympia dauert? „Das kommt ganz drauf an“, sagt der Angestellte von der Autovermietung, „ob mit oder ohne Souvlaki.“ Reine Fahrtzeit sind es knapp vier Stunden. Doch am Kanal von Korinth stehen eben diese verdammt einladenden Souvlaki-Buden. Tatsächlich legen fast alle an der Meerenge, wo der Peloponnes beginnt, einen Stopp ein. Auf den Tellern liegen dann saftig gebratene Fleischspieße, während ein Schiff nach dem anderen durch den Kanal fährt.

Antikes Zentrum des Sports: Von Olympia lassen sich heute noch die Ruinen besichtigen.

Drüben auf dem Pelopennes, der Halbinsel, die aussieht wie eine Hand mit vier Fingern, ist Alt-Olympia das erste Ziel. Die Stadt liegt im Nordwesten der Halbinsel, in einer bergigen Region, wo dichte grüne Wälder die Hänge säumen. Mittendrin die antike Sportstätte Olympia, wo Athleten vor Hunderten von Jahren um die Wette liefen. Heute sind nur noch Gebäudereste und Tempelruinen zu sehen - und doch wird die Geschichte auf faszinierende Weise zum Leben erweckt: Ein Museum gibt einen Einblick davon, wie es in Olympia einst ausgesehen hat und wie prachtvoll es geschmückt gewesen sein muss.

Auf dem Peloponnes dreht sich aber nicht alles nur um Vergangenes. In größeren Städten wie Kalamata im Süden genießen die Menschen die Abende an der langen Promenade oder in der Altstadt. Beim Spaziergang am Hafen halten sie Eisbecher in der Hand, zahlreiche Cafés und Konditoreien warten auf Gäste. Immerhin hat Kalamata den Ruf einer süßen Stadt - sie ist für ihre zahlreichen Leckereien bekannt: Pastelli sind Sesamriegel, Loukoumades weiche Teigtropfen und Baklava und Kataifi in Honig getränkte Desserts.

Frisch gefangen: Kraken werden in einem Restaurant in Gythion zum Trocknen auf eine Leine gehängt.

Von Kalamata aus führt die Reise erstmal ins Landesinnere. Die Straßen schlängeln sich durchs Gebirge, das Navigationsgerät zeigt zeitweise eine abenteuerlich enge Serpentine nach der nächsten an. Es geht durch Dörfer, in denen Ziegen und Schafe über die Straße zum nächsten Feld laufen und sich die Bewohner auf dem zentralen Platz treffen, um Neuigkeiten auszutauschen. Zwischen den Orten dann immer wieder riesige Olivenhaine, von denen bei Sonnenuntergang ein stimmungsvoller Glanz ausgeht.

Essen mit Blick aufs Meer

Touristen aus dem Ausland verschlägt es in diesem Sommer nur selten hierher. Hotel- und Gaststättenbetreiber auf dem Peloponnes berichten von einem Einbruch von bis zu 50 Prozent seit Jahresbeginn. Das ist zu spüren, wirklich voll ist es nirgends - ein komisches Gefühl, wenn im Frühstücksraum nur noch ein paar andere Gäste sitzen oder abends im Restaurant die Platzauswahl fast unbegrenzt ist. Die Vorteile: Die Preise für Übernachtungen sind oft deutlich billiger als früher und selbst ein langer Sandstrand kann zum Privatstrand werden.

Von Aliki Nassoufis, dpa

DIE REISE INFOS ZU PELOPONNES

REISEZIEL: Der Peloponnes ist eine Halbinsel im Süden des griechischen Festlands. Die größte Stadt ist Patras. Historisch bedeutend ist Korinth und Sparta. Der Peloponnes ist mit Gebirgen durchzogen.

ANREISE: Von Deutschland aus gibt es zahlreiche Direktflüge nach Athen. Von dort aus sind es mit dem Auto rund eineinhalb Stunden bis zum Kanal von Korinth, nach Nafplio oder Tolo gut eine mehr. Während der Sommermonate fliegen einige Linien von Deutschland aus auch nach Kalamata oder nach Araxos nahe Patras und Alt-Olympia.

REISEZEIT: Der Peloponnes eignet sich das ganze Jahr über für eine Reise, wobei der Dezember und Januar die niederschlagsreichsten Monate sind. Im Sommer kann es gut 30 Grad warm werden, im Frühjahr und Herbst um die 20 bis 25 Grad.

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