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Pulversand oder Pulverschnee - die Reisetrends der neuen Wintersaison.

Schon liegen in den Reisebüros die Winterkataloge auf. Pistenspaß und Pulverstrand in fernen Gefilden steht – die Veranstalter planen mit Weitsicht. Hier finden Sie die Trends der neuen Saison.

1. TREND -Preise runter
Vor dem vergangenen Winter hatten die Veranstalter viele Preise erhöht, vor allem, weil Flugbenzin teurer geworden war. Nun gehen die Katalogpreise in ähnlichem Umfang wieder zurück. Im Schnitt jeweils um fünf Prozent günstiger werden drei der größten deutschen Anbieter: TUI, Neckermann und die Rewe-Pauschaltouristik (ITS, Jahn Reisen, Tjaereborg). Je nach Ziel und Veranstalter können Pakete aus Hotel und Flug im Einzelfall noch günstiger geworden sein, vor allem in Regionen wie Thailand, Ägypten und den Emiraten am Persischen Golf.

2. TREN D -  Altbewährtes
Während die Tourismusmanager mit dem Taschenrechner hantierten, blieb ihnen offenbar wenig Zeit für Produktinnovationen. „Einen großen Kracher habe ich nirgends gesehen“, urteilt Prof. Karl Born, Tourismusforscher an der Hochschule Harz in Wernigerode. „Neuland entdeckt kaum einer“, lautet ebenfalls das Fazit des Branchen-Fachmagazins Travel Talk. Und auch Torsten Schäfer, Sprecher des Deutschen Reiseverbandes (DRV) in Berlin, räumt ein, dass es schwierig sei, in Krisenzeiten Neues zu probieren.

3. TREND - Spezialisierung
Ganz Spanien in einem Katalog – das war einmal. Immer stärker versuchen die Veranstalter, bestimmte Zielgruppen anzusprechen. Ob Gartenfreund, Wellness-Fans oder Hobby- Radsportler: Jeder soll mit seinen Reisewünschen da abgeholt werden, wo er auch im Alltag steht. „Es gab noch nie ein so diversifiziertes Angebot wie im Moment“, sagt DRV-Sprecher Schäfer. „Und die Differenzierung nach Zielgruppen wird noch zunehmen“, meint Axel Hübner, Produktmanager bei Neckermann Vital. Dies gelte nicht zuletzt für die Generation 55plus, die für Veranstalter immer wichtiger wird. Entsprechend baut Neckermann zum Beispiel seine Club Vital-Hotels mit speziellen Programmen für aktive Ältere weiter aus. 17 sind es in den neuen Winterkatalogen.

4. TREND - Spätbucher
Obwohl die Winterkataloge so früh wie nie in den Reisebüros sind, könnte erneut passieren, was die Veranstalter bei den Buchungen für den Sommer 2009 geärgert hat: Viele Deutsche buchen kurzfristiger als früher. Dieses Verhalten zeigten vor allem Familien aus Regionen mit unsicherer Arbeitsmarktlage, erklärt DRV-Sprecher Schäfer. Der Branchenverband hofft, dass bei den Fernreisen im Winter die Frühbucherrabatte mehr genutzt werden. Reiseforscher Born dagegen rechnet mit einem starken Last-Minute-Markt. Auf ein derart zweigeteiltes Buchungsverhalten stellen sich auch die Veranstalter immer stärker ein. Rembert Euling, Chef der Rewe-Pauschaltouristik, sprach bei seiner Katalogvorstellung davon, dass die Veranstalter heute zwei Gruppen im Auge haben müssen: Ihr Katalog bilde die Grundlage für alle, die sich früh festlegen wollen. Die Spontanbucher dagegen suchten oft außerhalb der Katalogwelt nach Angeboten mit tagesaktuellen Preisen. Ein solches Verhalten zeigten in einem Jahr mit einer Wirtschaftskrise, so der Veranstalter, „mehr Menschen denn je“.

5. TREND - Weniger Papier
Manche Reiseveranstalter bewegen sich in der neuen Wintersaison abseits der bisherigen Katalogwelten. Das gedruckte Papier sei „nicht mehr die Bühne für unser komplettes Angebot“, sagt zum Beispiel TUI-Managerin Kirsten Feld-Türkis über die Palette der Luxusmarke Airtours. Der Baustein- Veranstalter Dertour stellt im neuen Programm Citybreaks unlimited 200 Hotels für Städtereisende vor, die in den gedruckten Broschüren nicht vertreten sind. Verschiebt sich die Vorstellung von Reiseangeboten also auch bei den klassi schen Veranstaltern immer mehr ins Internet? Tourismusforscher Born dazu: „Der Katalog verliert zwar an Bedeutung, keine Frage.“ Aber: „Das Totenglöcklein für den Katalog zu läuten, ist trotzdem um viele, viele Jahre zu früh.“

Christian Röwekamp/dpa

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