Langfinger und Liebhaber

Das Doppelleben der deutschen Hotelgäste

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Deutsche Hotelgäste geben ihre Sitte und Moral oftmals an der Rezeption ab. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Umfrage.

München - Diebstahl, wilde Partys und heiße Nächte: Deutsche Urlauber lassen ihr spießiges Image gerne an der Hotelrezeption zurück. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Umfrage.

Mehr als jeder Zweite bucht einen Wochenendtrip, um aus dem Alltag auszubrechen - und das tun die Deutschen anscheinend mit großem Eifer. Welche Ausschweifungen sich die Urlauber bei ihren Hotelaufenthalten herausnehmen, zeigen die skurrilen Ergebnisse der Umfrage vom Reiseportal lastminute.de unter 6.000 Europäern. Darunter waren auch 1.000 Deutsche.

Von Mickey Mouse bis Audrey Hepburn: Das Hoteldoppelleben der Deutschen

Mehr als jeder fünfte Deutsche hat demnach schon einmal gelogen, um ein Zimmer-Upgrade im Hotel zu erhalten. Mit falschem Namen eingecheckt, das haben bereits sieben Prozent der Befragten getan. Der häufige Grund: Wilde Partys, Seitensprünge und andere Heimlichkeiten, die niemand sonst wissen soll.

Bei der Namenswahl sind die Urlauber übrigens durchaus kreativ. Am beliebtesten sind Comic-Figuren. Mickey Mouse und Co. führen das Ranking der häufigsten Kunstnamen an. Fast genauso viele Hotelgäste (28 Prozent), buchen ihr Zimmer als Prominente und wandeln etwa als Audrey Hepburn durch die Lobby. Auch Kunstnamen à la Max Mustermann erfreuen sich großer Beliebtheit. Kurios: Sogar mit der Identität des eigenen Chefs checken 21 Prozent ein. Um es im Hotel anonym so richtig krachen zu lassen, wählen rund ein Viertel aller Urlauber den Namen eines Mitbewohners oder den eines Verwandten.

"Unsere Umfrage zeigt: Manche Deutschen führen wohl tatsächlich ein Hoteldoppelleben. Spontan aus dem Alltag ausbrechen, ein paar leidenschaftliche Nächte verbringen und im Luxus schwelgen - wer macht das nicht gerne. Kein Wunder, dass da so mancher als Batman oder Donald Duck einchecken möchte", kommentiert Jörg Burtscheidt, Geschäftsführer bei lastminute.de, das Umfrageergebnis.

Leidenschaftliche Deutsche: Nur Franzosen und Spanier noch frivoler

Auch in Sachen Liebe und Leidenschaft lassen sich deutsche Hotelgäste laut Umfrage nicht lumpen: Leidenschaftlicher als die Bundesrepublik ist im Europavergleich nur Spanien und Frankreich. Ganze 13 Prozent nutzen ihr Zimmer dort für Treffen mit ihrer geheimen Affäre. Bei den Deutschen sind es elf Prozent. Mehr als jeder Zehnte gab hierzulande sogar an, im Hotel eine neue Bekanntschaft mit aufs Zimmer genommen zu haben. Bei acht Prozent der Befragten wurde gar ans Zimmer geklopft, weil das Liebesspiel für Ruhestörung gesorgt hatte. Auch für Blind Dates und Seitensprünge nutzen einige Deutsche ihr Hotelzimmer gerne (jeweils sieben Prozent), ihre Unschuld verloren haben dort allerdings nur sehr wenige (drei Prozent).

Diebstähle im Hotel: Das klauen die Deutschen am liebsten

Langfinger statt Leidenschaft: Außerdem gaben zwölf Prozent der Befragten offen zu, im Hotel zu klauen. Vor allem Kosmetikartikel aus den Badezimmern verschwinden schnell in den Koffern und Reisetaschen. Fast 50 Prozent ließen ein Handtuch mitgehen, der Bademantel wurde zu 28 Prozent geklaut. Auch vor der Bibel machte so mancher nicht Halt: Fünf Prozent steckten das Buch heimlich ein.

Mit zwölf Prozent liegt Deutschland im europäischen Vergleich allerdings nicht auf dem ersten Platz. Die Engländer bedienen sich zu 34 Prozent am Hotelinventar, bei den Franzosen und Italienern greifen stolze 40 Prozent zu. Spitzenreiter ist mit großem Abstand Spanien: 53 Prozent geben dort an, in Hotels zu klauen.

Die beliebtesten "Souvenirs" im europäischen Vergleich

Auch der Wellness Guide Wellness Heaven hat sich der Frage gewidmet, wer was in Hotelzimmern klaut. 711 Hoteliers hat das Portal weltweit befragt.

Das verblüffende Ergebnis: Österreicher klauen am liebsten Geschirr und Kaffeemaschinen, Italiener bevorzugen Weingläser. Die Schweizer lassen am häufigsten Haartrockner mitgehen. Dreist sind vor allem die Franzosen: Sie klauen am liebsten Fernseher - natürlich gleich mit Zubehör; Fernbedienungen beispielsweise. Das Diebstahlverhalten der Holländer ist eher praktischer Natur: Klopapier und Glühbirnen gehören zu den beliebtesten Hotelsouvenirs. Vergleichsweise unspektakulär sind auch die Präferenzen der Deutschen: Kosmetikartikel, Handtücher und Bademäntel sind demnach am gefragtesten.

Doch nicht immer verschwinden Dinge. Gäste vergessen so einiges in ihren Zimmern. Die skurrilsten Fundstücke sorgen beim Hotelpersonal immer wieder für Verwunderung.

Was Gäste aus Hotels klauen

Was Gäste in Hotels klauen
Ein Souvenir oder Mitbringsel von einer Reise sind etwas schönes. Kein Wunder, dass Hotelgäste einiges mitgehen lassen. Und in einen Koffer passt so einiges. Das Reiseportal Tripadvisor hat nachgefragt, welche Dinge aus Hotelzimmer verschwinden. Von einem kuschligen Bademantel können sich angeblich nur zwei Prozent bei der Abreise trennen. Doch 11 Prozent der Frotteestücke tauchen nicht mehr auf.   © obs/ Hotel Kollers
Was Gäste in Hotels klauen
Bei Duschgel, Seife oder Bodylotion werden die meisten Reisenden schwach. Bei 47 Prozent wandern die Utensilien in den Koffer.  © dpa
Was Gäste in Hotels klauen
Die Getränke aus der Minibar kosten extra. Drei Prozent bedienen sich jedoch daraus ohne die Rechnung zu bezahlen.  © dpa
Was Gäste in Hotels klauen
Batterien aus der Fernbedienung vermissen Hoteliers (13 Prozent) nach der Abreise. Allerdings stecken laut der Umfrage nur ein Prozent wissentlich Batterien ein. © dpa
Was Gäste in Hotels klauen
Auch Glühbirnen verschwinden (fünf Prozent) am Ende des Aufenthalts.   © dpa
Was Gäste in Hotels klauen
Der Kleiderbügel ist bei 15 Prozent ein Sammlerobjekt. © dpa
Was Gäste in Hotels klauen
Handtücher mit Hotel-Logo (25 Prozent) als Andenken machen sich wohl zufällig mit Urlaubern auf die Heimreise. © dpa
Was Gäste in Hotels klauen
Selbst bei Tee oder Kaffee können sechs Prozent kaum widerstehen.  © dpa
Was Gäste in Hotels klauen
Mit neuen Stiften und Notizblock reisen 32 Prozent ab.  © dpa

vin

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