Applaus im Flugzeug: Nett oder nervig?

Berlin - Der Lande-Applaus im Flugzeug gehört zum Sommerurlaub einfach dazu. Vor allem, wer ans Mittelmeer fliegt, wird die Maschine mit vielen Klatschern teilen. Nett oder nervig?

Der Pilot setzt zur Landung im südspanischen Malaga an. Die Maschine kommt sanft auf, rollt ruhig über die Landebahn. Und da geht es auch schon los - das Klatschen. Die meisten Passagiere machen mit. Einige verweigern sich und schauen genervt bis amüsiert. Der Beifall im Flugzeug gehört zum Sommerurlaub wie Sonnencreme und Badehandtuch. Aber warum eigentlich? Zollen die Fluggäste dem Piloten Respekt? Freuen sie sich so sehr auf ihren Urlaub? Aber wieso klatschen sie dann auch beim Rückflug? Sind sie erleichtert, dass sie noch leben?

"Können Sie das Fenster öffnen?" - 9 dumme Fragen von Fluggästen

Die dümmsten Fragen von Fluggästen
Die dümmsten Fragen von Fluggästen: "Können Sie bitte das Fenster öffnen?" © dpa
Die dümmsten Fragen von Fluggästen
Die dümmsten Fragen von Fluggästen: Kann ich bitte eine Tasse Tee haben und eine Massage für meine Barbie-Puppe buchen?" © dpa
Die dümmsten Fragen von Fluggästen
Die dümmsten Fragen von Fluggästen: Können Sie mir den Weg zu den Duschen zeigen?" © dpa
Die dümmsten Fragen von Fluggästen
Die dümmsten Fragen von Fluggästen: "Können Sie mein Kind mit ins Spielzimmer nehmen?" © dpa
Die dümmsten Fragen von Fluggästen
Die dümmsten Fragen von Fluggästen: "Können Sie die Motoren runterdrehen, es ist einfach zu laut?" © dpa
Die dümmsten Fragen von Fluggästen
Die dümmsten Fragen von Fluggästen: Gibt es einen McDonald's an Bord?" © dpa
Die dümmsten Fragen von Fluggästen
Die dümmsten Fragen von Fluggästen: "Kann der Kapitän nicht die Turbulenzen abstellen?" © dpa
Die dümmsten Fragen von Fluggästen
Die dümmsten Fragen von Fluggästen: "Können Sie meine Haare in Ordnung bringen?" © dpa
Die dümmsten Fragen von Fluggästen
Die dümmsten Fragen von Fluggästen. "Mir ist mein Glasauge rausgefallen, können Sie mir helfen, es zu finden? © dpa

Chef-Stewardess Christine Berger-Danzinger von der Fluggesellschaft Condor kennt das Phänomen des Klatschens nur zu gut. Vor allem, wenn es an die klassischen Urlaubsziele auf den Balearen oder Kanaren gehe, breche bei der Landung Jubel aus. Für manche sei Fliegen eben immer noch ein Erlebnis. Wenn geklatscht werde, wisse das Team, dass es einen guten Job gemacht hat. “Für uns ist es die schönste Anerkennung“, sagt Berger-Danzinger. Der Applaus habe oft eine mitreißende Wirkung. Fange einer an, machten die anderen mit.

Manch einem geht das Klatschen aber auch gewaltig auf die Nerven. “Ich klatsche doch auch nicht für den Busfahrer“, beschwert sich ein Flugreisender nach der Landung in Malaga. Das könne man nicht miteinander vergleichen, findet Lufthansa-Flugkapitän Jörg Handwerg. “Eine gute Landung zu machen, ist durchaus anspruchsvoll.“ Außerdem: “Im Theater klatscht man ja auch.“ Dabei kann er den Applaus im abgeschirmten Cockpit noch nicht einmal hören.

Reise: Die kuriosesten Fälle vor Gericht 

Pamala Anderson
Blondinen, die sich grün ärgern: Als Blondine ging eine Mallorca- Urlauberin in den Pool, wie ein Marsmännchen mit grün gefärbten Haaren kam sie wieder heraus: Der zu hohe Chlor-Anteil im Wasser hatte die Haare der Klägerin verfärbt. Das beeinträchtigte die weitere Urlaubsfreude erheblich. Das Amtsgericht Bad Homburg sprach ihr eine Reisepreisminderung von zehn Prozent zu. © dpa
Pool
Das zusätzlich geforderte Schmerzensgeld gab es allerdings nicht. Begründung: Die Klägerin trug keine Badekappe, außerdem habe sie, so die Beweisaufnahme, die Haare früher bereits in schrillen Farben gefärbt. (AZ 2C 109/97-10). © dpa
Reise Recht kuriose Fälle Urteile
Schwanger durch den Hotel-Pool: Schier unglaublich, aber trotzdem wahr ist auch die Geschichte einer polnischen Mutter, die eine Schadensersatzklage anstrebte, weil ihre Tochter schwanger aus dem Ägypten- Urlaub nach Hause kam. Schuld sei ihrer Ansicht nach ein mit Spermien verunreinigter Hotel-Pool gewesen... © dpa
Zu hohe Wellen auf den Seychellen: Aktuell kursiert das Urteil eines Wiesbadeners, der aufgrund der Wetterbedingungen auf den Seychellen das Meer nicht nach seinen Vorstellungen nutzen konnte. Das Landgericht Hannover verneinte einen Minderungsanspruch an den Reiseveranstalter. (AZ 1 O 59/09).
Zu hohe Wellen auf den Seychellen: Aktuell kursiert das Urteil eines Wiesbadeners, der aufgrund der Wetterbedingungen auf den Seychellen das Meer nicht nach seinen Vorstellungen nutzen konnte. Das Landgericht Hannover verneinte einen Minderungsanspruch an den Reiseveranstalter. (AZ 1 O 59/09). © dpa
Reise Recht kuriose Fälle Urteile
Abifeier auf dem Seniorenschiff: Zwei Abiturientinnen wollten ihre bestandene Prüfung mit Gleichaltrigen auf einer Piratenschiff- Kreuzfahrt vor der Küste Dalmatiens feiern. Die Schiffsreise wurde von eine Jugend-Reiseveranstalter angeboten, der sich auf Urlauber bis maximal 25 Jahre spezialisiert hatte... © ots
...Weil der Zweimaster aber überbucht war, wurden die Abiturientinnen auf einem anderen Schiff untergebracht. Auf dem Ersatzdampfer befanden sich allerdings ausschließlich Reisende der Generation 75 Plus. Den Jugendlichen wurde vor Gericht Schadensersatz in Höhe von 80 Prozent des Reisepreises (1100 Euro) zugesprochen (LG Frankfurt/ Main, AZ 2/24 S 15/04).
...Weil der Zweimaster aber überbucht war, wurden die Abiturientinnen auf einem anderen Schiff untergebracht. Auf dem Ersatzdampfer befanden sich allerdings ausschließlich Reisende der Generation 75 Plus. Den Jugendlichen wurde vor Gericht Schadensersatz in Höhe von 80 Prozent des Reisepreises (1100 Euro) zugesprochen (LG Frankfurt/ Main, AZ 2/24 S 15/04). © dpa
Reise Recht kuriose Fälle Urteile
Business-Class mit Schnarchkonzert: Unerträglich war für einen Südafrika- Reisenden das Schnarchkonzert seines Sitznachbarn im Flieger. Er wollte sein Geld von der Fluggesellschaft zurückerstattet bekommen. Das Amtsgericht Frankfurt stufte die Lärmbelästigung als bloße Unannehmlichkeit ein, die ein Fluggast auch in der Business-Class hinzunehmen hätte (AZ 31 C 842/01-83). © dpa
Reise Recht kuriose Fälle Urteile
Zu viele Einheimische auf Mauritius: Einem deutschen Urlauberpärchen missfielen die Einheimischen, die sich ebenfalls am Strand von Mauritius sonnten. Das Amtsgericht Aschaffenburg sah in der Anwesenheit der Einheimischen jedoch weder einen Reisemangel noch Grund für getrübte Urlaubsfreuden und wies die Klage ab (AZ 13 C 3517/95). © dpa
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Albtraum Himmelbett: Aus allen Wolken fiel ein Urlauberpaar, als es in Venedig das Hotelzimmer der Kategorie Grand Deluxe betrat (pro Nacht knapp 480 Euro). Statt des im Reisekatalog abgebildeten Himmelbetts mit Vorhängen stand dort ein ganz unromantisch Doppelbett. Da das Zimmer auch sonst nicht den Katalogbildern entsprach, erstritten sich die Urlauber eine Rückerstattung des Reisepreises von 15 Prozent (AZ 414 C 3852/08). © dpa
Reise Recht kuriose Fälle Urteile
Naturerscheinung am Karibikstrand: Mehr als 400 Flohbisse am Körper zählte ein Urlauberpaar nach dem ersten Strandtag in der Dominikanischen Republik. Eine Klage gegen den Reiseveranstalter blieb allerdings erfolglos. Beim Auftreten von Sandflöhen handle es sich, so die Richter am Amtsgericht Köln, „um nicht zu verhindernde Naturerscheinungen“. (AZ 134 C 419/07). © dpa
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Keine Getränke ohne Trinkgeld: Zwei Touristen hatten einen Kuba-Urlaub all inclusive gebucht. Doch nur mit regelmäßigen Trinkgeldzahlungen gab es Getränke, ansonsten waren lange Wartezeiten die Regel. Das Amtsgericht Köln sprach den beiden Urlauber eine Minderung des Reisepreises zu. Es könne nicht angehen, dass Personal für bereits bezahlte Leistungen Trinkgeld begehre. (Amtsgericht Köln, AZ 122 C 171/00). © dpa
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Der Muezzin darf rufen: Die täglichen Muezzin-Gebetsrufe vom benachbarten Minarett wollten einer Türkei-Touristin nicht gefallen. Sie rief den Richter wegen des angeblichen Reisemangels zu Hilfe. Das Amtsgericht Düsseldorf befand die Gebetsrufe allerdings als hinzunehmende, ortsübliche Geräusche und lehnte einen Minderungsanspruch ab (AZ 48 C 5461/08). © dpa
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Ramadan: Im Fastenmonat Ramadan hatte ein Ehepaar eine Oman-Reise angetreten und nach der Hälfte der Reisezeit wieder abgebrochen. Denn auch für das Paar galt: Kein Rauchen kein Essen, keine Getränke, von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang. Das Ehepaar bekam zehn Prozent des Reisepreises zurückerstattet. Die Reisebüromitarbeiterin hätte, laut dem Gericht, besser aufklären müssen. (Landgericht Dortmund, AZ 17 S 45/07). © dpa
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Keine Sonnengarantie über der Sahara: Am Roten Meer regnet es in manchen Regionen nur alle zehn Jahre einmal. Ein Urlauber hatte trotzdem Pech mit dem Reisewetter. Er forderte wegen des nasskalten Wetters vom Reiseveranstalter sein Geld zurück. Das Amtsgericht Stuttgart-Bad Cannstatt wies die Klage ab, denn für Regenwetter gäbe es keinen Ersatz. (Amtsgericht Stuttgart- Bad Cannstatt, AZ 10 C 801/96). © dpa
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Schwedischer Stil: Ein Schweden-Urlauber verlangte Schadensersatz, weil sein Ferienhaus nur ein Plumpsklo, und nicht wie im Katalog mit einer Toilette, ausgestattet war. Das Landgericht Hamburg wies die Klage ab: Bei einem Ferienhaus in freier Natur könne nicht zwingend mit einer Wasserspülung gerechnet werden. Der Begriff „WC“ wurde im Katalog absichtlich nicht verwendet. Und ein Plumpsklo sei tatsächlich auch eine Toilette (AZ 313 S 78/02). © dpa
Reise Recht kuriose Fälle Urteile
Ohne Deo auf Hawaii: Ein Passagier musste unmittelbar vor dem Abflug nach Düsseldorf wieder aussteigen. Grund: Seine Sitznachbarin hatte sich beim Kapitän über den starken Schweißgeruch beschwert. Die Fluggesellschaft musste dem Passagier 260 Euro für das Hotelzimmer aufgrund der Reiseunterbrechung als Schadensersatz erstatten (OLG Düsseldorf, AZ 18 U 110/06). © dpa
Entgangene Urlaubsfreuden auch für Fünfjährige: Der Cluburlaub in Ägypten war für einen Fünfjährigen ein Desaster. Kinderpool und Kinderclub waren noch eine Bausstelle. Das Gericht minderte deswegen den Reisepreis um 73 Prozent und gestanden der Klägerin und ihrem Sohn eine Entschädigung von insgesamt 1765 Euro zu. (AZ.: 2-24 S 61/10) © dpa

Nach einer Landung sind die Piloten hochkonzentriert und können sich nicht über klatschende Passagiere den Kopf zerbrechen - schließlich müssen sie das Flugzeug noch in die Parkposition bringen, wie die leitende Flugbegleiterin Berger-Danzinger erklärt. Das Team sage den Piloten aber Bescheid, wenn es wieder einmal viel Applaus gegeben habe. “Die freuen sich dann auch.“

Beim Beifall im Flieger gehe es aber eigentlich gar nicht um die Piloten oder das Team, sagt Angstforscher Borwin Bandelow. Vielmehr sei das Klatschen Ausdruck der Erleichterung darüber, eine als gefährlich eingestufte Situation überlebt zu haben. “Es gibt nichts Schöneres, als beschossen zu werden und nicht getroffen zu werden“, sagt er. Ein Nervenstrang im Gehirn belohne uns nach einer überstandenen Gefahr mit Glückshormonen.

Die Flops: Das nervt im Urlaub

Die Top 10: Das nervt im Urlaub
Im Urlaub sollte alles perfekt sein, doch für die Deutschen gibt es genügend Gründe sich zu ärgern. Was die Deutschen laut einer Umfrage am meisten nervt ist vor allem... © dpa
Die Top 10: Das nervt im Urlaub
das Ferienhotel ( 25 Prozent). © dpa
Die Top 10: Das nervt im Urlaub
Auf Platz 2: Das schlechte Wetter. Das Wetter hat es auch nicht leicht. Es ist entweder zu feucht oder ... © dpa
Die Top 10: Das nervt im Urlaub
zu sonnig, zu heiß oder zu trocken. © dpa
Die Top 10: Das nervt im Urlaub
Doch auch über kaltes Wetter können sich Urlauber aufregen. © dpa
Die Top 10 nervt im Urlaub
Platz 3: Großen Ärger-Faktor haben auch andere Touristen. Andere sind entweder zu laut, benehmen sich schlecht... © dpa
Die Top 10 nervt im Urlaub
... oder saufen. Und gerade Männer zwischen 36 und 45 Jahren ärgern sich mehr darüber als Frauen (bis 26 Jahre). © dpa
Die Top 10: Das nervt im Urlaub
Platz 4: Überhöhte Preise stören 11 Prozent. © dpa
Das nervt im Urlaub
Platz 5: Stress und Hektik im Straßenverkehr © dpa
Die Top 10: Das nervt im Urlaub
oder auch im Ferienort nerven 11 Prozent. © dpa
Die Top 10: Das nervt im Urlaub
Platz 6: Über den mitgereisten Partner ärgern sich fünf Prozent; Frauen übrigens häufiger als Männer. © dpa

Die Angst sei beim Fliegen viel größer als beim Autofahren, auch wenn das irrational sei, erklärt Bandelow. “Beim Autofahren bleibt man am Boden.“ Vielflieger hätten ihrem Gehirn beigebracht, dass kein Grund zur Panik bestehe. “In der Business-Class wird nie geklatscht.“ Die Klatscher seien eher diejenigen, die selten in den Urlaub flögen. Außerdem seien Menschen Herdentiere. “Einer klatscht und die anderen machen mit“, sagt der Angstforscher.

Flugkapitän Handwerg will nicht glauben, dass die Erleichterung der Passagiere das Hauptmotiv für den Beifall ist. Schließlich, sagt er, habe er noch nie davon gehört, dass nach einer harten Landung geklatscht worden sei.

dpa

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