Ramsauer weist Vertuschungsvorwürfe zurück

Öldämpfe im Flugzeug: Zehn Vorfälle pro Woche

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Immer wieder kommt es zu Belastungen der Kabinenluft.

Hamburg - Die Probleme mit belasteter Kabinenluft in Passagierflugzeugen sind möglicherweise größer als bisher bekannt. Verkehrsminister Ramsauer plädiert für ein europäisches Vorgehen gegen die Öldämpfe.

Der Sprecher der Pilotenvereinigung Cockpit (VC), Jörg Handwerg, schätzt, dass es allein bei „deutschen Airlines bis zu zehn Vorfälle pro Woche gibt“. Angesichts wiederholt aufgetretener kritischer Situationen in den Flugzeugkabinen forderte Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) am Wochenende ein gemeinsames europäisches Vorgehen. Das Thema gehöre auch in Brüssel auf die Tagesordnung, sagte er dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“.

Ramsauer wies zugleich Vorwürfe zurück, die Behörden würden Probleme mit den Öldämpfen vertuschen. Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung befasse sich seit Jahren intensiv mit dem Thema Kabinenluft, sagte der Minister. „Nichts wird von den Ermittlern unter den Teppich gekehrt“, betonte er.

Der Grünen-Abgeordnete Markus Tressel kritisierte dagegen Ramsauer: „Das Ministerium hätte schon vor Jahren aktiv werden können.“ So habe das Luftfahrt-Bundesamt in einem internen Papier bereits 2003 gewarnt, dass Ölrückstände in Triebwerken „zur gesundheitsschädlichen Verunreinigung der Kabinenluft“ sowie „Vergiftungserscheinungen bei der Flugbesatzung“ führen könnten.

Sommerurlaub: Die Top Flugziele der Deutschen

Die Urlaubs-Hitliste: Deutsche fliegen im Sommer am liebsten nach Mallorca. Die spanische Insel ist schnell erreichbar. Platz 1.  © dpa
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Platz: 5: Die Begeisterung für Griechenland ist noch zurückhaltend. © dpa
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Deutsche Fluglinien haben nach Einschätzung des Luftfahrt-Bundesamts häufig gegen Meldepflichten verstoßen. Das Amt sei „auf der Grundlage interner Analysen zu dem Ergebnis gekommen, dass meldepflichtige Störungen den zuständigen Behörden oftmals nicht angezeigt werden“, zitiert der „Spiegel“ aus einem Schreiben der Behörde vom November 2010. Einen Monat später wäre ein Germanwings-Flugzeug in Köln beinahe abgestürzt, weil giftige Öldämpfe in die Kabine gelangt waren. Aus dem gleichen Grund erkrankten Anfang September mehrere Passagiere der XL-Airways in Köln.

Cockpit-Sprecher Handwerg warnte im Nachrichtenmagazin „Focus“, weil noch keiner abgestürzt sei, „nehmen es die Hersteller bisher einfach nur zur Kenntnis“. Der Flugkapitän forderte, das „System der Luftzufuhr aller Flugzeuge grundlegend“ zu ändern.

Bei modernen Passagierflugzeugen wird die Kabinenluft direkt aus den Triebwerken abgezapft. Öldämpfe können so über die Luftversorgung ins Kabineninnere gelangen.

dapd

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