Quito: Metropole am Gipfel

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Die zweithöchste Hauptstadt der Welt: Quito liegt auf 2.800 Metern. Im Hintergrund der Vulkan Pichincha.

Quito liegt 2850 Meter über dem Meeresspiegel, und ist damit die höchstgelegene Hauptstadt der Welt. Nicht nur, weil sie zum Weltkulturerbe gehört, gewinnt die Metropole in den Anden mehr und mehr touristische Bedeutung.

Freilichtmuseum architektonischer Stilbrüche - Quitos Zentrum mit der Kathedrale wurde von der Unesco auf die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen.

Im Flughafengebäude des Aeropuerto Internacional Mariscal Sucre verkauft eine Frau bunte Luftballons an die Ankommenden. „Bienvenido“ hat sie mit schwarzem Filzstift darauf geschrieben: „Willkommen.“ Rund 1,4 Millionen Menschen leben in Quito, verteilt über mehrere Andentäler. Die Stadt erstreckt sich auf 400.000 Hektar, ist etwa viermal so groß wie Berlin, und liegt zwischen dem Vulkan Pichincha im Norden und dem Fluss Guayllabamba im Westen. 50 Kilometer lang ist das Stadtgebiet, aber nur fünf Kilometer breit. Die höchste Stelle liegt fast vier Kilometer oberhalb der tiefsten.

Eintritt frei

Das Quito Visitor Bureau hat mitgeteilt, dass ab sofort der Eintritt in die rund 20 Nationalparks von Ecuador auf dem Festland frei sei. Für den Besuch des Nationalparks Galapagos muss man nach wie vor 100 US-Dollar (rund 76 Euro, Kinder 50 Dollar/38 Euro) Eintritt pro Person bezahlen.

Die Vororte sind bunt durcheinandergewürfelt, ohne Rücksicht auf Form oder Farbe. Mitten in dieser Achterbahn aus Beton liegt das koloniale Stadtzentrum: Rund 300 Häuserblocks, auch als „Perle des Kontinents“ bezeichnet, die seit 1978 zum Unesco-Weltkulturerbe gehören. Die Stadt hat sich in den letzten Jahren eine Schönheitskur verpasst. „Früher saßen hier im Zentrum überall Verkäufer mit großen Plastikplanen auf den Straßen, es war sehr eng“, erzählt Fernando Lamiño, der in Quito aufwuchs und jetzt als Reiseführer arbeitet. „Vor ein paar Jahren hat die Regierung ihnen Räume in den umliegenden Häusern angeboten – dort kann man jetzt in Ruhe shoppen und hier in Ruhe entlangfahren.“ Nur am Wochenende nicht, dann ist das Stadtzentrum Fußgängerzone. „Früher wäre das unvorstellbar gewesen – wir Ecuadorianer lieben unsere Autos“, sagt Lamiño. „Aber inzwischen haben wir uns daran gewöhnt und genießen es, hier zu flanieren.“ Aus den vielen barocken Kirchen strömen die Menschen auf den zentralen Platz der Unabhängigkeit, wo auch Präsident Rafael Correa seinen Sitz hat. Im streng katholischen Ecuador finden Messen vielerorts im Stundentakt statt, vor den Beichtstühlen bilden sich immer wieder lange Schlangen.

Quito putzt sich heraus, doch noch immer gibt es viele Armenviertel.

Die bunten Häuser des Stadtzentrums sind renoviert, das kreuz und quer herabhängende Kabel-Wirrwarr gebändigt, die Straßenbeleuchtung modernisiert. „Richtig schön ist es geworden. Viele reiche Leute sind früher umgezogen in modernere Stadtteile, jetzt kommen sie alle wieder“, sagt Lamiño.

Über die Stadt wacht auf einem Hügel die „virgen del panecillo“, die „Jungfrau des Brötchens“. „Mag sein, dass der Name komisch klingt – aber der Hügel sieht nun einmal aus wie ein Brötchen“, sagt Lamiño. „Wir Ecuadorianer sind sehr katholisch, aber wir nehmen das alles auch gerne mal nicht so ernst.“

Bei gutem Wetter ist vom Fuß der 45 Meter hohen Madonnenstatue der fast 6.000 Meter hohe und stets schneebedeckte Vulkan Cotopaxi zu sehen und ganz Quito sowieso – auch die Baustelle des neuen Flughafens, der den alten bald ersetzen soll. Der Bau werde immer teurer und keiner wisse, wann das Ganze fertig werde, sagt Lamiño. „So ist das eben in Ecuador. Das Unmögliche ist hier manchmal möglich. Aber das ganz Einfache, das ist unmöglich.“

Christina Horsten

DIE REISE-INFOS ZU QUITO

REISEZIEL Quito ist die Hauptstadt des südamerikanischen Staates Ecuador. Sie liegt etwa 20 Kilometer südlich des Äquators in 2.850 Metern Höhe und hat rund 1,4 Millionen Einwohner. Die Altstadt gehört zum Weltkulturerbe.

ANREISE Von Deutschland aus gibt es keine Direktflüge nach Quito. Flüge ab München mit einem Zwischenstopp bieten u.a. Iberia, KLM und LAN Airlines an. Preise ab rund 900 Euro.

BESTE REISEZEIT Die Durchschnittstemperatur in Quito liegt das ganze Jahr über gleichbleibend bei etwa 13 Grad. Die Tagestemperaturen liegen meist zwischen 18 und 21 Grad. Während der Sommermonate Juni, Juli und August fällt am wenigsten Regen (durchschnittlich an fünf Tagen).

Land am Äquator: Ecuador gehört zu den kleineren Staaten auf dem südamerikanischen Kontinent.

SEHENSWERT Das Quito Visitor’s Bureau hat Themenrouten im Stadtgebiet und Umland zusammengestellt (Infos, Buchung und Preise unter www.quito.com.es). Dazu gehören u.a.: QUITO: Besuch des kolonialen Zentrums (Weltkulturerbe) mit der Plaza San Francisco, der Kirche Compañia de Jesus aus dem 16. Jahrhundert, das Museo del Alabado und der La-Ronda-Straße. MIRAFLORES: Fahrt mit dem Sessellift Teleférico auf einen Aussichtspunkt oberhalb der Stadt, Zurück wird bergab gewandert. NANEGAL: Tour für Aktive durch den Nebelwald bis zum Wasserfall La Piragua (Bademöglichkeit). PICHINCHA: Besuch der Gärten von Chuquiragua auf dem Vulkan in 4630 Metern Höhe und Besteigung des Vulkans Guagua Pichincha.

ANGEBOTE Bei mehreren Veranstaltern sind Reisen nach Ecuador sowie die Galapagos-Inseln im Programm. Zum Beispiel bei Studiosus, wo die 19-tägige Rundreise „Ecuador-Galapagos – auf Darwins und Humboldts Spuren“ pro Person ab 4490 Euro buchbar ist (Tel. 008 00/24 02 24 02, www.studiosus.com). Berge & Meer bietet die 13-tägige Rundreise „Ecuador Höhepunkte“ zum Preis ab 3039 Euro pro Person an (Tel. 018 05/67 10 10, www.berge-meer.de).

AUSKUNFT Informationen zu Quito auf der englischsprachigen Internetseite www.quito.escom, Infos zu Ecuador unter www.ecuador.travel (auf Englisch). Botschaft von Ecuador, Berlin, Tel. 030/800 96 95, www.ecuadorembassy.de; Arbeitsgemeinschaft Lateinamerika, www.lateinamerika.org.

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