Drei außerplanmäßige Landungen

Ryanair nach Zwischenfällen in Bedrängnis

London - Drei außerplanmäßige Landungen in vier Tagen machen nicht nur Passagiere stutzig. Während Ryanair die Vorfälle herunterspielt, will die spanische Regierung sogar EU-Aufsichtsbehörden einschalten.

Spaniens Regierung macht Druck auf die irische Billig-Airline Ryanair. Nach drei Zwischenfällen in vier Tagen forderte das Verkehrsministerium in Madrid von der EU mehr nationale Befugnisse bei der Kontrolle ausländischer Fluggesellschaften.

Er sei zuversichtlich, dass „binnen wenigen Wochen“ die EU-Richtlinien in Sachen Luftfahrtsicherheit geändert werden könnten, sagte der stellvertretende spanische Verkehrsminister Rafael Catalá am Montag der amtlichen Nachrichtenagentur EFE. Sein Ministerium habe um „sofortige Kontakte“ mit dem EU-Verkehrskommissar Siim Kallas und der irischen Luftfahrtbehörde IAA gebeten.

Am Sonntag war zum dritten Mal in vier Tagen ein Ryanair-Flugzeug in Spanien außerplanmäßig gelandet. Die Maschine, die auf dem Weg vom französischen Flughafen Beauvais zum Airport Teneriffa Süd war, kam in Madrid zu Boden. Am Samstag hatte ein Ryanair-Flieger, der vom britischen Bristol zur katalanischen Stadt Reus gestartet war, wegen eines Motorschadens in Barcelona Stopp machen müssen.

Das sind die sichersten Fluglinien der Welt

In dem JACDEC-Index werden nur Unfälle kommerzieller Unternehmen berücksichtigt, bei denen das Flugzeug zerstört oder nicht mehr reparierbar war oder bei denen es Todesopfer gab. © dpa
Sieben der 60 großen Airlines sind seit 30 Jahren unfallfrei, darunter auch Air Berlin. Die Fluggesellschaft  wurde 1979 gegründet un d zählt heute zu den sichersten Fluglinien. © dpa
Zu den sichersten Airlines gehört auch Finnair.  Das Unternehmen gibt es seit 1923. © dpa
Rang Nummer 3: Die portugisische TAP Air. Die Fluglinie existiert seit 1945. © wikipedia commons
Genauso gut stehen auch die 1922 gegründete australische Qantas Qantas Airways gibt es seit 1922. In der JACDEC-Bilanz taucht übrigens der beschädigte Airbus A380 der Qantas, bei dem ein Triebwerk nahe Singapur explodierte und zu schweren Schäden an der Tragfläche führte, nicht auf. © dpa
Qantas Airways
Denn die Australier konnten die europäische Riesenmaschine für rund 50 Millionen Euro wieder reparieren. Das Flugzeug war ja kein Totalverlust. © dpa
Cathay Pacific Airways
Cathay Pacific Airways aus Hongkong zählt auch zu den sichersten Fluglinie der Welt. Es gibt sie seit 1946. © dpa
All Nippon Airways
All Nippon Airways (ANA):  Der japanische Flug-Anbieter wurde 1953 gegründet. © dpa
Emirates Airline - d as Unternehmen ist 1985 gegründet worden. Seitdem ist kein schwerer Unfall passiert. © dpa
Die Deutsche Lufthansa mit der Ranking-Note 0,005 nimmt lediglich den 21. Platz ein. Ein Unfall in den vergangenen 30 Jahren. 1993 starben bei einem Unfall mit einem Lufthansa-Flieger zwei Menschen. © dpa
Das 1991 gegründete Unternehmen EVA Air belegt den 10. Platz der sichersten Flugzeuge der Welt. © wikipedia commons
Virgin Blue fliegt auf Rang 13. Die Firma wurde 2000 gegründet und ist seit neuen Jahren ohen Flugezugverlust. © wikipedia commons
Etihad Airways gibt es erst seit 2003. Seitdem hat die Fluglinie aber keine nennenswerte Unfälle produziert. © dpa
EasyJet: Gegründet wurde die Firma 1995, und seitdem ist die Fluglinie unfallfrei. © dpa
West Jet Airlinesn belegt den 16. Platz der sichersten Fluglinien der Welt. Das Unternehmen wurde 1996 gegründet. © wikipedia commons
Auf Rang 17 ist JetBlue Airways gelandet. Das Unternehmen ist im Jahr 2000 gegründet worden. © wikipedia commons
Der bislang letzte Unfall eines British Airways-Fleigers ist erst ein Jahr her. Gestorben ist niemand. Daher nur Platz 18 der sichersten Fluglinien der Welt. © dpa
Auch die Royal Dutch Airlines KLM verzeichnen einen Unfall in den vergangenen 30 Jahren. Dabei ist niemand gestorben, und seit fünf Jahren ist das Unternehmen wiederum unfallfrei. © dpa
El Al Airways gehört ebenfalls zu den sichersten Fluglinien der Welt. Gegründet: 1948. © wikipedia commons
Virgin Atlantic Airways. Die Frima wurde 1984 gegründet und ist seit 25 Jahren unfallfrei. © wikipedia commons
Auf Rang 12: Qatar Airways. 1994 ging das Unternehmen an den Start, seit 15 Jahren ist es unfallfrei. © dpa
Hainan Airlines wurde 1993 gegründet. Das Unternehmen belegt Rang elf. © dpa
TAM
Auf den letzten Plätzen unter den 60 großen Fluggesellschaften rangieren vier asiatische und zwei südamerikanische: Schlusslicht ist die brasilianische TAM mit der Ranking-Note 1,397, die seit 1980 sechs Unfälle mit insgesamt 336 Toten erlitt. © dpa
Saudi Arabian Airlines
Saudi Arabian Airlines: Saudi Arabian Airlines (Note 1,030) mit vier Unfällen und 611 Toten. © dpa
Die schon 1933 gegründete Turkish Airlines - jahrelang Schlusslicht dieser Bilanz - ist auf den 53. Rang vorgerückt. Ihr letzter schwerer Unfall liegt mittlerweile 16 Jahre zurück. Und auch internationale Experten bescheinigen Turkish Airlines mittlerweile, gründlich umstrukturiert worden zu sein und in punkto Sicherheit und Zuverlässigkeit enorme Fortschritte gemacht zu haben. © 

Die Billigfluglinie will in den Vorfällen kein Warnsignal für die Sicherheit sehen. Es gebe „absolut keine Probleme“, sagte ein Ryanair-Sprecher am Montag. Die ungeplanten Landungen seien vielmehr ein Zeichen, dass die Sicherheit für Ryanair oberste Priorität habe. Man biete täglich mehr als 1500 Flüge an, die Vorfälle seien nur „einzelne Schritte“.

Bereits am vergangenen Donnerstag musste eine Ryanair-Maschine aus Weeze am Niederrhein nach schweren Turbulenzen beim Landeanflug auf dem Flughafen Palma de Mallorca notlanden. Drei Menschen wurden durch die Turbulenzen leicht verletzt.

Spaniens Verkehrsministerin Ana Pastor hatte vergangene Woche mehr nationale Kompetenzen bei der Überwachung jener Fluggesellschaften gefordert, die in dem südeuropäischen Land eine starke Präsenz haben. „Es ist gut, dass es niedrige (Flug-)Preise gibt, aber es darf keine niedrige Sicherheit geben“, betonte die Ministerin.

Die Maschine, die am Sonntag in Madrid gelandet war, hatte nach einer Inspektion ihren Flug fortgesetzt und war mit zwei Stunden Verspätung auf den Kanaren angekommen. Man habe einen „kleineren technischen Fehler“ festgestellt, die Landung sei eine Vorsichtsmaßnahme gewesen, hieß es in einer Ryanair-Stellungnahme am Montag. Die Airline entschuldigte sich bei den 159 Passagieren.

Ende Juli mussten drei Ryanair-Flugzeuge mit Ziel Madrid wegen eines Gewitters nach Valencia umgeleitet werden. Die Maschinen mussten dabei den Notruf Mayday ausgeben, da die Kerosinmenge ein Minimum erreicht hatte. Ryanair-Chef Michael O'Leary wies die Vorwürfe über Sicherheitsprobleme bei seiner Airline zurück und beschuldigte das spanische Verkehrsministerium, eine Hetzkampagne gegen Ryanair zu betreiben.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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