Wer mehr wiegt, zahlt mehr

Airline berechnet Flugpreis nach Gewicht

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Ein Sicherheitsbeamter tastet einen Mann ab

Pago Pago - Bei der Fluggesellschaft Samoa Air zahlen Passagiere in Zukunft pro Ticket nur so viel, wie sie zusammen mit ihrem Gepäck tatsächlich wiegen. Doch das neue Modell hat auch Nachteile.

Mit einer ungewöhnlichen Geschäftsidee geht eine kleine Fluglinie von der südpazifischen Inselgruppe Amerikanisch-Samoa auf Kundenfang: Samoa Air berechnet den Flugpreis auf internationalen Flügen nicht mehr nach der Lage des Sitzplatzes, sondern nach dem Gewicht des Fluggastes zusammen mit dessen Gepäck.

Samoa Air berechnet den Preis für ein Flugticket künftig nur nach dem Gewicht des Passagiers zusammen mit seinem Gepäck

Vor dem Start werden die Kunden gewogen, je nach Flugstrecke kostet das Kilo dann zwischen 93 Cent und 1,06 Dollar. Für den Flug seien nicht die Sitzplätze, sondern das Gewicht entscheidend, erklärt Airline-Chef Chris Langton und fügt hinzu: "Reisende sollten in dieser wichtigen Angelegenheit erzogen werden." Außerdem sei diese Art der Berechnung die "fairste Art, zu reisen". "Jeder, der hin und wieder verreist, hatte schon einmal das Gefühl, die Hälfte für den Passagier neben sich mitzubezahlen", führt Langton weiter aus.

Hier können Sie ihren Ticketpreis nach Gewicht berechnen lassen

Auf den ersten Blick scheint sich das für die Kunden tatsächlich zu rechnen. Ein durchschnittlicher Amerikaner mit knapp 90 Kilo Körpergewicht und 20 Kilogramm Gepäck zahlt bei Air Samoa für einen Flug von Samoa nach Amerikanisch-Samoa 97 Dollar, bei Mitbewerbern würde er dafür bis zu 140 Dollar zahlen. Und besonders günstig fliegen nach diesem Modell natürlich Kinder. Und auch Übergepäck existiert nicht mehr. "Es gibt keine Extra-Kosten - ein Kilo ist ein Kilo ist ein Kilo", erklärt Airline-Chef Langton. Er glaubt fest an die Zukunftsfähigkeit seines revolutionären Projekts.

Diskussion im Netz: Was passiert im Sonderfall Schwangerschaft?

Doch auf der Facebook-Seite der Airline kamen bei potenziellen Passagieren schnell Fragen auf: "Was passiert, wenn jemand schwanger ist oder erst vor Kurzem entbunden hat?" Samoa Air erklärte daraufhin, dass die betreffende Frau ganz normal - wie jeder andere auch - am Flughafen gewogen würde und ihrem Gewicht entsprechend bezahlen müsste. Das erhitzte bei den Kommentatoren die Gemüter. Warum eine Frau denn für ihr ungeborenes Kind mitbezahlen müsse, wurde beispielsweise gefragt.

Auch ein Mann meldete sich zu Wort. Er kenne einen Freund, der zwar 120 Kilogramm wiege, aber nur acht Prozent Körperfett habe. Er bestehe quasi nur aus Muskeln und sei fit wie ein Turnschuh. Trotzdem müsste er bei Samoa Air genauso viel bezahlen, wie jemand der ungesundes Junk-Food isst und deshalb Übergewicht hat. Die Sprecherin der neuseeländischen Gruppe „Kampf dem Übergewicht“, Robyn Toomath, verurteilte die neue Tarifpolitik aus einem anderen Grund. „Das ist eine Stigmatisierung von Menschen und wirklich sehr diskriminierend“, sagte sie dem australischen Radiosender ABC.

mm/AP/dpa

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