Skifahren mit Trenker-Blick

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Abgefahren: So stellt man ihn sich vor, den perfekten Skitag bei optimalen pisten- und Wetterverhältnissen. das Grödnertal hat viele davon.

St. Ulrich im Grödnertal ist untrennbar verbunden mit dem berühmtesten Sohn des Ortes, Bergsteiger und Filmemacher Luis Trenker (1892 bis 1990)...

Das Tal hat ihm an Popularität viel zu verdanken. Schließlich gehörte er zu denen, die den ersten Sessellift bauten und damit hier den Grundstein für den Skitourismus legten. Inzwischen ist der Trenker-Lift zur Raschötzer Alm durch eine moderne, schnelle Standseilbahn ersetzt worden. Und doch ist Trenker noch immer mit dabei bei einem Skitag in den Dolomiten.

Die Welt des Luis Trenker: Luis Trenker (Foto aus dem Film „Sein bester Freund“ 1962 mit Skistar Toni Sailer, li.) ist untrennbar mit dem Grödnertal und seinem Heimatort St. Ulrich verbunden. Den ersten Skilift, den er 1952 auf die Raschötzalm baute, ersetzt heute allerdings eine moderne, schnelle Standseilbahn.

Es ist noch derselbe atemberaubende Blick, dieselbe beeindruckende Bergkulisse. Rechts der prägnante Langkofel, links der monumentale Sellastock. Wenn man hier oben steht auf der Raschötzer Alm, in 2163 Metern Höhe, und sie auf sich wirken lässt, die markanten Felsformationen der Dolomiten, dann vermag man Luis Trenker zu verstehen. Warum er diese Alm hoch über seinem Heimatort St. Ulrich so geliebt hat, warum er unzählige Tage seines langen Lebens als Schriftsteller, Filmautor und Alpinist hier oben verbracht hat.

Seine Welt, das waren die Berge und diese Welt ist beständig, auch wenn vieles, was Luis Trenker mit St. Ulrich verbunden haben mag, sich heute verändert oder einfach verschwindet. Der schlichte Holztisch, an dem er so gerne in der Sonne saß und breit gestikulierend seine Geschichten erzählte. Oder die Raschötzer Alm selbst, die sich nach aufwendigem Umbau inzwischen Chalet nennt und auch Gästezimmer anbietet. Und der Einersessellift, der die Besucher in 25 Minuten von St. Ulrich hinauf auf den Berg brachte. Jetzt dauert es gerade mal acht Minuten, um mit der neuen Standseilbahn Raschötz den Höhenunterschied von 818 Metern zu überwinden. Letzte Saison wurde sie in Betrieb genommen.

Peter Comploj, der Vorsitzende der Betreibergesellschaft, ist auf Umwegen mit Luis Trenker verwandt. Wie so viele im Grödnertal mit seinen heute rund 10 000 Einwohnern. Complojs Großvater Leo Demetz und Luis Trenker waren Cousins. Gemeinsam mit elf anderen Grödenern gründeten die Männer 1950 die Sessellift Raschötz GmbH. Eineinhalb Jahre später nahm die 2412 Meter lange Bahn ihren Betrieb auf. Bis Herbst 2009 erschloss sie die idyllisch gelegene Hochalm. 

Luis Trenker, der 1990 mit 97 Jahren verstarb, wäre der Erneuerung gegenüber wohl aufgeschlossen gewesen. Es hätte so ganz seiner Vorstellung entsprochen, diese atemberaubende Bergwelt für jedermann erlebbar zu machen. „Viele alte Grödener hätten nicht mehr gedacht, noch einmal auf die Raschötz zu kommen“, weiß Comploj. „Im alten Einersessellift war das zu beschwerlich.“ Jetzt entwickle sich die Hochalm mit ihrer rasanten Rodelbahn immer mehr zum beliebten Ausflugsziel für die ganze Familie.

Auf den Spuren von Luis Trenker

Wer hingegen als Skifahrer in St. Ulrich Quartier bezogen hat, kann sich über einen neuen Ausgangspunkt für eine ausgedehnte Tagestour mit beeindruckender Kulisse freuen. Die Bergstation Raschötz liegt mitten im Naturpark Puez Geisler, der im Jahre 2009 als Unesco-Weltnaturerbe anerkannt wurde. Über eine der wenigen nicht künstlich beschneiten  Pisten in den Dolomiten geht es zur Mittelstation der Seceda- Seilbahn,diewiederumAnschluss ans Skikarussell Gröden und die sogenannte Sella Ronda bietet – die Umrundung des Sellastocks mit seinen vier angrenzenden Dolomitentälern.

Und Luis Trenker, er ist immer mit dabei. Auf dem Weg von der Bergbahn hinunter ins malerische St. Ulrich passiert man die Promenade Luis Trenker, ehe es vorbei am Museum mit Trenker-Dokumentation zum Antoniusplatz geht. Im Sportgeschäft rechter Hand gibt es inzwischen Luis- Trenker-Mode, vorne am Eck einen der vielen Läden mit Schnitzereien. Natürlich haben sie den berühmtesten Sohn des Ortes dort auch in Zirbenholz verewigt. Vor der Tür allerdings zieht mittlerweile ein anderer die Blicke auf sich. Lebensgroß aus Holz steht da Norbert Rier, der Sänger der Kastelruther Spatzen. „Sakradi“ hätte der Trenker Luis dazu wohl gesagt.

Stephen Hank

DIE REISE-INFOS

REISEZIEL Das dreisprachige (ladinisch, italienisch, deutsch) und 25 Kilometer lange Grödnertal liegt mit 10298 einwohnern in den drei Ortschaften St. Ulrich, St. Christina und Wolkenstein auf einer Höhe von 1236 bis 1563 Metern.

Hoch oben thront mit 3181 Metern Höhe der Langkofel, das Wahrzeichen des Grödnertales. Umrahmt wird das Tal von den Dolomiten und dem Naturpark Puez Geisler.

ANREISE Mit dem Auto: über den Brenner bis Ausfahrt Chiusa/Klausen. Die Fahrzeit für die etwa 250 Kilometer lange Strecke beträgt ab München etwa drei Stunden. Aus Richtung Deutschland gibt es auch gute Zugverbindungen über München, Innsbruck, Brenner bis nach Brixen, Waidbruck oder Bozen. Von hier weiter mit einem Linienbus, der mehrmals täglich verkehrt, nach Gröden.

WINTERSPORT 175 Pistenkilometer und 83 Liftanlagen in Gröden. Anbindung an Dolomiti Superski, das weltweit größte Skikarussell mit 1220 Pistenkilometern in zwölf Regionen. Die Saison dauert noch bis 10. April. Der Preis für einen Wochenskipass (sechs Tage) liegt bei 190 bis 216 Euro (Skigebiet Gröden) bzw. 205 bis 233 Euro (Dolomiti Superski). Sechs Rodelbahnen. Die Strecke von der Raschötz nach St. Ulrich ist die mit sechs Kilometern längste beschneibare Naturrodelbahn der Dolomiten. Winterwandern: 50 Kilometer geräumte Wanderwege. Langlauf: 150 Loipenkilometer.

HÜTTENZAUBER Die Comici- Hütte unterhalb der Langkofel-Flanke bietet exquisite Fischspezialitäten. Die Sofie-Hütte am Seceda ist für Weinkenner ein Muss. Hier lagern auf 2400 Metern rund 300 Weinsorten. Die Betreiber der Daniel-Hütte am Seceda kredenzen ihren Besuchern nicht nur Knödel in allen Variationen, sondern auch selbst gebrannten Zirbenschnaps. Die Vallongia- Hütte am Fuße des Langkofel wurde mit Holz aus Oberbayern gebaut, und als Spezialität werden Weißwürste serviert.

LUIS TRENKER St. Ulrich hat eine Promenade nach dem berühmten Sohn benannt (Foto). Ausgangspunkt ist die Ostseite der Pfarrkirche in St. Ulrich. Nach Belieben taleinwärts bis St.Christina (3,5 km) oder bis Wolkenstein (ca. 8 km) – eben und sonnig. Im Grödner Heimatmuseum in St. Ulrich kann die Luis Trenker-Gedenksammlung besichtigt werden. Cesa di Ladins, Str. Rezia 83, Tel. 0039/0471-797554.

WEITERE INFO Val Gardena, Fremdenverkehrsamt für das Grödnertal, Tel. 0039/0471-777 777, www.valgardena.it.

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