Stadt des Öls - Gallipoli in Apulien

Herbst in Italien, das Meer leuchtet strahlend blau: Blick auf die Altstadt und den Hafen von Gallipoli. Foto: www.viaggiareinpuglia.it
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Herbst in Italien, das Meer leuchtet strahlend blau: Blick auf die Altstadt und den Hafen von Gallipoli. Foto: www.viaggiareinpuglia.it
Die Santuario Santa Maria di Leuca ganz im Süden der Halbinsel Salento ist eine beliebtes Pilgerziel. Foto: Doris Burger
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Die Santuario Santa Maria di Leuca ganz im Süden der Halbinsel Salento ist eine beliebtes Pilgerziel. Foto: Doris Burger
Bei der Walfahrtskirche Santuario Santa Maria di Leuca erinnert eine Bronzestatue an Papst Benedikt XVI., der hier 2008 vorbeigeschaut hat. Foto: Doris Burger
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Bei der Walfahrtskirche Santuario Santa Maria di Leuca erinnert eine Bronzestatue an Papst Benedikt XVI., der hier 2008 vorbeigeschaut hat. Foto: Doris Burger
Baden geht natürlich auch: Sauber und ordentlich ist der Suina-Strand, der Schweine-Strand. Foto: Doris Burger
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Baden geht natürlich auch: Sauber und ordentlich ist der Suina-Strand, der Schweine-Strand. Foto: Doris Burger
Gallipoli ist eine Hafenstadt auf der Halbinsel Salento in Apulien. Im Herbst beginnt hier die schönste Zeit des Jahres. Foto: Doris Burger
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Gallipoli ist eine Hafenstadt auf der Halbinsel Salento in Apulien. Im Herbst beginnt hier die schönste Zeit des Jahres. Foto: Doris Burger
Der Leuchtturm von Santa Maria di Leuca liegt dort, wo Adria und Ionisches Meer aufeinandertreffen. Foto: Doris Burger
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Der Leuchtturm von Santa Maria di Leuca liegt dort, wo Adria und Ionisches Meer aufeinandertreffen. Foto: Doris Burger
Das Bodenmosaik der Kathedrale in Otranto stammt aus dem 12. Jahrhundert. Foto: www.viaggiareinpuglia.it
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Das Bodenmosaik der Kathedrale in Otranto stammt aus dem 12. Jahrhundert. Foto: www.viaggiareinpuglia.it
Eine alte Ölmühle in einem Kellergewölbe unter Gallipoli. Der große Mahlstein konnte nur mit der Hilfe von Eseln bewegt werden. Foto: www.viaggiareinpuglia.it
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Eine alte Ölmühle in einem Kellergewölbe unter Gallipoli. Der große Mahlstein konnte nur mit der Hilfe von Eseln bewegt werden. Foto: www.viaggiareinpuglia.it

Wenn das Licht im Herbst weicher wird, beginnt die schönste Zeit, um die Halbinsel Salento im Süden Apuliens zu besuchen. Die Stadt Gallipoli ist ein idealer Ausgangpunkt für die Entdeckung der geschichtsträchtigen Region - über und unter der Erde.

Gallipoli (dpa/tmn) - Eine steile Treppe führt von der Gasse hinunter in die historische Ölmühle. Tief unter der Altstadt von Gallipoli liegen ausgedehnte Höhlen. Sobald sich die Augen an das Halbdunkel gewöhnt haben, erkennt man mächtige Mahlsteine, die über Querbalken und mit Eselskraft bewegt wurden.

Hier unten lebten zur Erntezeit der Oliven die Arbeiter: "Von Oktober bis März blieben sie unter Tage", erklärt der Betreuer der Mühle vom örtlichen Heimatverein. "Das Essen für Mensch und Tier wurde vom darüberliegenden Palazzo Granafei hinuntergelassen. Dazu Marihuana, das die Arbeiter rauchten, um Schmerzen und Stumpfsinn zu ertragen."

Über Schächte schütteten die Bauern die Oliven hinunter, das gewonnene Öl wurde in unterirdischen Zisternen zwischengelagert, bis es im Frühjahr verpackt und verschifft werden konnte. Von den Häfen Gallipolis ging es in die Welt. Es wurde für die Verarbeitung von Wolle gebraucht. Auch als Lampenöl war das Naturprodukt begehrt, nur ein kleiner Teil diente als Lebensmittel. Das Öl Gallipolis war von besonderer Güte, und so boomte die Hafenstadt im Salento im 17. und 18. Jahrhundert. Die Besitzer der Ölmühlen wurden reich.

Im Feinkostgeschäft nebenan kann man feinstes Olivenöl für den Salat kaufen und superscharfe Peperoni, die als "Viagra des Salento" angepriesen werden. Gerade am Abend macht ein Gang durch die Gassen der Altstadt große Freude. Die Türen zu den ebenerdigen Küchen stehen offen, die Hausfrauen putzen Gemüse und schwatzen mit der Nachbarin. Am Kai des Handelshafens feilschen die Einheimischen um Krabben. Die Touristen beginnen die Logenplätze an der Stadtmauer zu besetzen, während die Sonne wie eine dicke Orange im Meer versinkt.

Am nächsten Morgen folgen die Städter wieder ihren Geschäften in der Neustadt. Mit einer Brücke sind Neu- und Altstadt verbunden, der Platz davor ist mit einem sehenswerten griechischen Brunnen geschmückt und ein beliebter Treffpunkt in Gallipoli.

In der Nachsaison kann man handeln und für wenig Geld einen Kleinwagen mieten. Damit lässt sich zum "Suina-Beach" fahren, dem Schweinestrand im Süden, der entgegen seines Namens sehr sauber und gepflegt ist. Oder man fährt weiter nach Santa Maria di Leuca ganz am Süden der Halbinsel. Über lange Treppen steigt man vom Hafen hinauf, zum weiten Platz mit dem Leuchtturm und dem Santuario Santa Maria di Leuca. Diese Wallfahrtskirche ist seit Jahrhunderten Ziel von Pilgern, im Jahr 2008 besuchte sie sogar Papst Benedikt XVI.

Auf der adriatischen Seite fällt die Küste steil ab, statt weiten Sandstränden gibt es hier Felsen zum Schnorcheln und spektakuläre Grotten. Bei Castro zum Beispiel die Grotta Zinzulusa. In der letzten Karsthöhle dort leben im Süßwasser farblose urzeitliche Krabben, die statt Augen nur Fühler haben und sich von Mikroorganismen ernähren. Licht können sie nicht vertragen, weshalb sich Besucher mit den vorderen Tropfsteinhöhlen begnügen müssen.

Als letzte Station der Reise wartet Otranto, die "Weiße Stadt am Meer". Ein mächtiges Kastell bewacht den Zugang. Im Innern winden sich die Gassen zur Kathedrale, die einen besonderen Schatz birgt: ein 800 Quadratmeter großes Bodenmosaik aus dem 12. Jahrhundert, das wunderbare Geschichten erzählt. Ein Lebensbaum bildet die viel bestaunte Mittelachse, gesäumt von allerlei fantasievollem Getier.

Anreise: Mit Bari und Brindisi hat Apulien zwei Flughäfen, die von Deutschland aus direkt angeflogen werden. Empfehlenswert ist es, einen Mietwagen vorab zu reservieren, der am Flughafen übernommen werden kann.

Informationen: Italienisches Fremdenverkehrsamt, Barckhausstraße 10, 60325 Frankfurt am Main, Tel.: 069/23 74 34, E-Mail: frankfurt@enit.it

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