Keine Lust mehr zu reisen?

Syrienkonflikt: Ihr Recht als Türkeiurlauber

Hannover - Die Lage an der zwischen Syrien und der Türkei ist äußerst angespannt. Wer jetzt in die Türkei in Urlauber fahren möchte, ist verunsichert. Das sollten Reisende jetzt wissen:

Der derzeitige Konflikt mit Syrien berechtigt nicht zum kostenlosen Stornieren von Türkeireisen. „Die Urlaubsregionen sind nicht betroffen“, sagte Reiserechtler Paul Degott. Auch das Auswärtige Amt habe bislang keine Reisewarnung für die Türkei ausgegeben. „Angstgefühle im Oberbauch sind keine Grundlage für einen Vertragsabbruch“, erklärte Degott.

Erst wenn sich die Lage ändere und die geplante Reise beeinträchtigt sei - etwa, weil bestimmte Leistungen nicht mehr angeboten werden können - sei das ein Grund für kostenfreies Stornieren. Wer bei der jetzigen Sachlage auf die Reise verzichten will, muss in den sauren Apfel beißen und die Stornokosten tragen.

dpa

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Reisewarnung oder doch nur Sicherheitshinweis?

Im Krisenfall beurteilt die Behörde die Zustände vor Ort allerdings differenziert. Daher ist Vorsicht geboten, so ein Hinweis von D.A.S.-Juristin Anne Kronzucker: "Spricht das Auswärtige Amt nur einen Sicherheitshinweis aus, so steht dem ängstlichen Reisenden kein stornofreies Rücktrittsrecht zur Verfügung!"

Die durch einen in dieser Situation ausgesprochenen Rücktritt entstehenden Kosten können sehr stark variieren. Sie richten sich nach den vereinbarten Geschäftsbedingungen des Reiseveranstalters und der noch bestehenden Zeitspanne zum geplanten Reisetermin.

Schon unterwegs und das Chaos bricht aus

Pauschalreisende, die vor Ort von einer Reisewarnung ereilt werden, können den Reisevertrag wegen höherer Gewalt kündigen. Dann verliert der Reiseveranstalter seinen Anspruch auf den vollständigen Reisepreis.

"Bereits vom Reisenden beanspruchte Leistungen müssen in der Regel allerdings trotzdem bezahlt werden", erklärt Anne Kronzucker. Fallen für den vorzeitigen Rücktransport zusätzliche Kosten an, so werden diese zwischen Reiseveranstalter und Reisendem hälftig geteilt. Dies ist eine für alle Beteiligten gerechte Lösung, schließlich sind weder der Reisende noch der Reiseveranstalter Schuld an den Terroranschlägen.

dpa/D.A.S.

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Rubriklistenbild: © dpa

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