Das Welterbe in Deutschland

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Deutschlands Welterbe

Deutschland hat ein neues Weltkulturerbe. Nach der Entscheidung des Komitees der Unesco, das am vergangenen Wochenende in St. Petersburg tagte, gehört künftig das Markgräfliche Opernhaus in Bayreuth zu den größten Schätzen der Menschheit.

Weltweit gibt es mehr als 900 dieser Kultur- und Naturstätten in 153 Ländern, der Freistaat darf sich mit sieben Welterbestätten schmücken, in Deutschland ist der barocke Prachtbau in Bayreuth die Nummer 37.

Welches sind aber die anderen drei Dutzend Welt­erbestätten hierzulande? Ein Bildband aus dem Bruckmann Verlag stellt die 36 Kultur- und Naturschätze in Deutschland vor. Die reichen vom Wattenmeer im hohen Norden bis hin zur Insel Reichenau im Bodensee im Süden Deutschlands und vom Kaiserdom in Aachen im Westen bis zum Gartenkunstwerk des Fürsten Pückler-Muskau an der deutsch-polnischen Grenze in Deutschlands Osten.

Deutschlands UNESCO Welterbestätten

Deutschlands UNESCO Welterbestätten

Zu der Liste gehören international bekannte Bauwerke wie die Wartburg, der Kölner Dom oder Schloss Sanssouci in Potsdam, aber auch weniger berühmte wie die Altstadt von Quedlinburg, das Reichskloster Lorsch und die Altstadt von Goslar. Die Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur, wie die Unesco ausgeschrieben und auf Deutsch heißt, hat auch eine Liste der Naturgüter angelegt, auf der seit 1995 die Fossilienfundstätte Grube Messel, das deutsche Wattenmeer (seit 2009) und seit dem vergangenen Jahr die alten Buchenwälder Deutschlands stehen.

Der Status Weltkulturerbe ist heiß begehrt, denn er soll den Tourismus ankurbeln. „Mit dieser Entscheidung ist ein wesentlicher Meilenstein für eine gute Zukunft Bayreuths gelegt“, sagte die Oberbürgermeisterin der oberfränkischen Stadt, Brigitte Merk-Erbe. Neben den Richard-Wagner-Festspielen werde nun auch das Welterbe den Namen der Stadt weltweit bekannt machen.

Der begehrte Titel hat jedoch keine Ewigkeitsgarantie und wird immer wieder durch die Unesco überprüft. Diese Erfahrung mussten hierzulande bereits die Städte Köln und Dresden machen, sie kamen auf die Rote Liste. Während in Köln gerade noch rechtzeitig die Pläne für allzu hohe Hochhäuser in der Nähe des Doms geändert wurden, bestand die Stadtverwaltung in Dresden auf den Bau der Waldschlösschenbrücke – und Dresden wurde aus der Liste des Welterbe gestrichen.

Das Autorenpaar Edda und Michael Neumann spart in dem Buch auch diese Problematik rund um das Thema Weltkulturerbe nicht aus. In erster Linie sollen jedoch die bestehenden Schätze präsentiert werden. Dazu haben die beiden alle 36 Unesco-Stätten in Deutschland besucht. Ausführlich wird das jeweilige Welterbe beschrieben, dazu geben die Autoren auch alle wichtigen Informationen für Besucher sowie einen Übernachtungstipp.

Volker Pfau

DAS BUCH

Deutschlands Welterbe – Eine Reise zu allen Unesco-Stätten von Edda und Michael Neumann-Adrian. Bruckmann Verlag, 164 Seiten, 24,95 Euro, ISBN 978-3-7654-5949-8.

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