Renaissance des Fado

Unterwegs in der ESC-Stadt Lissabon

Lieder von Wehmut und Weltschmerz: Fado-Sängerin Cuca Roseta (M) und Mario Pacheco an der portugiesischen Gitarre im "Clube de Fado". Foto: Manuel Meyer
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Lieder von Wehmut und Weltschmerz: Fado-Sängerin Cuca Roseta (M) und Mario Pacheco an der portugiesischen Gitarre im "Clube de Fado". Foto: Manuel Meyer
Stadt des Fado: In Lissabon wird im Mai der Eurovision Song Context 2018 ausgetragen. Foto: Tobias Schormann
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Stadt des Fado: In Lissabon wird im Mai der Eurovision Song Context 2018 ausgetragen. Foto: Tobias Schormann
Der Portugiese Salvador Sobral sang beim Eurovision Song Contest 2017 in Kiew den Song "Amor pelos dois" - und gewann. So holte er den ESC nach Lissabon. Foto: Julian Stratenschulte
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Der Portugiese Salvador Sobral sang beim Eurovision Song Contest 2017 in Kiew den Song "Amor pelos dois" - und gewann. So holte er den ESC nach Lissabon. Foto: Julian Stratenschulte
Fado-Sängerin Joana Almeida: Lange war die Traditionsmusik bei jungen Leuten eher unpopulär, doch das hat sich gewandelt. Foto: Manuel Meyer
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Fado-Sängerin Joana Almeida: Lange war die Traditionsmusik bei jungen Leuten eher unpopulär, doch das hat sich gewandelt. Foto: Manuel Meyer
Fliesenmosaik von Fado-Legende Amalia Rodrigues im Alfama-Viertel - in Lissabon können Reisende viel Street Art entdecken. Foto: Manuel Meyer
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Fliesenmosaik von Fado-Legende Amalia Rodrigues im Alfama-Viertel - in Lissabon können Reisende viel Street Art entdecken. Foto: Manuel Meyer
Wohnhaus-Museum der 1999 verstorbenen Sängerin Amalia Rodrigues - sie gilt als Ikone der Fado-Musik. Foto: Manuel Meyer
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Wohnhaus-Museum der 1999 verstorbenen Sängerin Amalia Rodrigues - sie gilt als Ikone der Fado-Musik. Foto: Manuel Meyer
Hören und lernen: Im Fado-Museum erfährt man alles über die portugiesische Musikart. Foto: Manuel Meyer
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Hören und lernen: Im Fado-Museum erfährt man alles über die portugiesische Musikart. Foto: Manuel Meyer
Sara Pereira ist Direktorin des Fado-Museums in Lissabon. Foto: Manuel Meyer
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Sara Pereira ist Direktorin des Fado-Museums in Lissabon. Foto: Manuel Meyer

In Lissabon findet Mitte Mai der Eurovision Song Contest statt. Portugals Hauptstadt ist dafür der perfekte Ort. Die Stadt des Fado ist nicht nur eine absolute Trendmetropole für Citytrips. Sie ist auch eine der musikalischsten Städte Europas.

Lissabon (dpa/tmn) - Im Kellergewölbe des alten "Clube de Fado" wird das Licht gedimmt. Mario Pacheco gibt mit seiner portugiesischen Gitarre die ersten Moll-Akkorde vor. Die Sängerin Cuca Roseta hat die Augen geschlossen.

Ihre Stimme durchbricht mit einer so gewaltigen Stärke die Stille, dass selbst die zahlreichen ausländischen Touristen ohne Portugiesisch-Kenntnisse sofort verstehen, worum es beim Fado geht: Sehnsucht, Wehmut, Liebe, Schmerz.

Ein Fado-Konzert ist ein Erlebnis und eine Chance, tief in die portugiesische Seele zu schauen. Lissabon ist 2018 die Stadt des Eurovision Song Contest - vor allem aber ist es die Metropole des Fado. "Wer keinen Fado gehört hat, hat Lissabon nicht kennengelernt", sagt Pacheco, dessen "Clube de Fado" zusammen mit "A Baiuca", "Casa de Linhares", "Senhor Vinho" und "Mesa de Frades" zu den angesagten Adressen im hügeligen Altstadtviertel Alfama gehört.

Heute begeistern sich auch wieder viele Portugiesen für ihre melancholisch-nostalgische Traditionsmusik, nicht nur die Touristen. "So populär wie heute war der Fado schon lange nicht mehr", versichert Pacheco, einer der bekanntesten Fado-Gitarristen des Landes. "Dank einer neuen Generation von Künstlern erlebt der Fado derzeit eine regelrechte Renaissance." Pacheco spricht von Künstlern wie Carminho, Mariza, Ana Moura, Ana Sofia Varela - und Cuca Roseta.

Unter den Jugendlichen galt Fado lange als altmodisch. Doch das hat sich in den vergangenen Jahren gewandelt. Joana Almeida ist dafür der beste Beweis. Sie ist 20 Jahre alt. Vor drei Jahren entdeckte sie ihre Liebe zum Fado. "Es sind vor allem die sehr intimen, tiefgehenden Texte, die mich für den Fado begeistert haben. Fado ist gesungene Poesie. Da wurde mir der internationale Pop-Rock-Mainstream irgendwann einfach zu langweilig", sagt Almeida.

Es war das ehemalige Maurerviertel Mouraria, in dem der Fado Anfang des 19. Jahrhundertes geboren wurde. "Fado bedeutet Schicksal und wurde vor allem in anrüchigen Kneipen von den Prostituierten gesungen", sagt Sara Pereira, Direktorin des Fado-Museums in Alfama.

Wie im Klub "Maria da Mouraria" treffen sich auch in den zahlreichen Fado-Bars im Bairro Alto spät in der Nacht junge Portugiesen zu Konzerten. Mal wird klassisch-traditioneller Fado gespielt, mal ganz moderner. Es gibt sogar Fusion-Varianten mit Jazz oder Elektro-Musik.

Das vielleicht bekannteste Beispiel für solche Genremischungen ist der portugiesische Musiker Salvador Sobral, der im vergangenen Jahr mit seinem "Amar pelos dois" den Eurovision Song Contest in Kiew gewann. So verwandelt sich seine Heimatstadt Lissabon nun vom 8. bis 13. Mai 2018 in Europas Musikhauptstadt.

Wer durch Lissabons Ausgehviertel wie das Bairro Alto oder Mouraria zieht, kann die facettenreiche und lebendige Musikszene in den vielen Bars genießen. Im Sommer zeigt sich Lissabon mit einer Vielzahl von Festivals und großen Open-Air-Konzerten besonders musikalisch. Das Out Jazz Festival bietet von Mai bis September kostenlose Jazzkonzerte in den schönsten Parks der Stadt.

Visit Portugal

Website des Fado-Museums

Lissabon

Anreise: Airlines wie Lufthansa, TAP oder Ryanair bieten von zahlreichen deutschen Flughäfen Direktflüge nach Lissabon an.

Adressen: Fado-Museum, Largo do Chafariz de Dentro 1, 1100-139 Lissabon, Tel.: 00351/218 82 34 70.

Informationen: Fremdenverkehrsamt Portugal, Zimmerstraße 56, 10117 Berlin, Tel.: 030/25 41 060.

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