Weihnachts-Reiseverkehr normalisiert sich

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Am Dienstag noch lange Schlangen am Frankfurter Flughafen, am Mittwoch normalisiert sich die Lage endlich.

Frankfurt/Main - Auf Europas Flughäfen normalisiert sich allmählich die Lage. Doch das Winterwetter verlangt Reisenden weiter Geduld ab. Die Meteorologen sagen "weiße Weihnacht" voraus.

Kurz vor Heiligabend können Hunderttausende Reisende nach tagelangem Wetterchaos auf ein Weihnachtsfest im Kreis der Familie hoffen: Auf Deutschlands wichtigstem Flughafen in Frankfurt entspannte sich am Mittwoch die Lage, die Bahn startete mit etlichen Sonderzügen in den Weihnachtsverkehr. Nach wie vor gibt es aber Verspätungen und auch einige Zugausfälle. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) räumte jahrelange Versäumnisse bei der Bahn ein. Auch auf Europas größtem Airport London-Heathrow war ein Ende des Ausnahmezustands in Sicht. Doch auf den Straßen bleibt es vielerorts gefährlich: Es droht Blitzeis, da eine Regenfront heranzieht.

Am Donnerstag startet die erste große Reisewelle zu Weihnachten, wie der ADAC warnte. In neun Bundesländern beginnen die Weihnachtsferien. In einigen Städten und Gemeinden ist Streusalz knapp.

Flughäfen

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Bis zum Nachmittag waren in Frankfurt noch 75 von 1300 geplanten Flügen annulliert worden. Die Start- und Landebahnen waren komplett vom Schnee freigeräumt. “Es ist schon fast wieder Normalbetrieb“, sagte ein Sprecher des Betreibers Fraport. Es gab aber noch Verzögerungen und Verspätungen. Die 3500 gestrandeten Passagiere sollten zusätzlich zum normalen Fluggastaufkommen in den Maschinen untergebracht werden. 600 Menschen hatten die Nacht am Flughafen auf Feldbetten verbracht. Der Großteil der Wartenden war in Hotels untergekommen.

Auch am Düsseldorfer Airport entspannte sich die Lage. Nur vereinzelt kam es noch zu Ausfällen oder Verspätungen, etwa im Flugverkehr von und nach London-Heathrow. Am Hamburger Airport startete der Flugverkehr ohne Probleme. Nur noch 20 Ausfälle wurden am Flughafen München am Mittwoch registriert. In Berlin-Tegel und Berlin-Schönefeld fielen bis zum Nachmittag rund 30 Flüge aus. Die europäische Flugsicherheitsbehörde Eurocontrol in Brüssel teilte auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa mit: “Der Verkehr wird schrittweise wieder auf das übliche Niveau mit 25 000 Flugbewegungen zurückkommen.“

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Am Flughafen in London gab es laut Eurocontrol noch Verspätungen, die Situation entspanne sich aber. London-Heathrow wollte am Mittwoch zwei Drittel aller geplanten Flüge abwickeln, doppelt so viele wie am Tag zuvor. Erst am Dienstagabend war die knapp vier Tage geschlossene zweite Landebahn wieder geöffnet worden. Auf den Pariser Flughäfen normalisierte sich die Lage weitgehend.

Bahn

Mit etlichen Sonderzügen startete die Bahn in den weihnachtlichen Reiseverkehr. Wegen der großen Nachfrage wurden die Hauptrouten mit Intercitys verstärkt und dafür Nebenstrecken ausgedünnt. “Wir hatten einen guten Anlauf, der Verkehr läuft relativ stabil“, sagte ein Bahnsprecher in Berlin zu den teils geänderten Fahrplänen. Verspätungen kämen auch dadurch zustande, dass die Züge länger als üblich auf den Bahnhöfen hielten, um die vielen Fahrgäste ein- und aussteigen zu lassen, sagte der Sprecher.

Bis Mittwoch kommender Woche will die Bahn auf den Nord-Süd-Verbindungen bis zu acht zusätzliche Intercitys fahren lassen, auf der Ost-West-Trasse sollen es 16 Extra-Züge sein. Der Tag mit den meisten Fahrgästen dürfte dieser Donnerstag sein. Wer am Freitag, Heiligabend, zu seiner Familie fährt, sollte dies möglichst spät tun. “Zum Abend hin werden die Züge immer leerer“, sagte der Bahnsprecher. Nach Weihnachten verteilten sich die Rückreisen auf mehrere Tage.

Vor dem Jahreswechsel, am 30. Dezember und am Silvestertag, seien dann wieder sehr viele Menschen auf dem Weg zu Freunden unterwegs. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) räumte jahrelange Versäumnisse bei der Bahn ein. “Wir haben mit erheblichen technischen Problemen zu kämpfen, die aus der Vergangenheit herrühren“, sagte der CSU-Politiker am Mittwoch im ARD-Morgenmagazin. “Es macht sich jetzt bemerkbar, dass man geglaubt hat, man könne sich das eine oder andere an der Reserve sparen.“

Straßen

Wer sich in diesen Tagen statt auf Bahn und Flugzeug auf das eigene Auto verlassen will, muss kurz vor dem Weihnachtsfest Geduld aufbringen. Der ADAC erwartet für Donnerstag und den ersten Weihnachtstag das stärkste Verkehrsaufkommen. In einigen Regionen gab es am Mittwoch erste Warnungen vor gefährlichem Blitzeis. Eisregen machte in weiten Teilen Thüringens vor allem Fußgängern zu schaffen. Auch Sachsen war von der gefährlichen Glätte betroffen - nach Angaben des ADAC ebenso Niedersachsen.

Streusalz

Der weltweit größte Salzhersteller K+S aus Kassel wies Vorwürfe zurück, Kommunen würden bei der Bestellung von Streusalz abgezockt. In den Lieferverträgen seien unter anderem Maximalabgabemengen vereinbart, sagte am Mittwoch Unternehmenssprecher Michael Wudonig der Nachrichtenagentur dpa. Für diese Mengen seien die Preise meist schon im Spätsommer oder Herbst festgelegt worden. Das Unternehmen reagierte auf Berichte, wonach Zwischenhändler oder Unternehmen aus dem Ausland bei Kommunen bisweilen überhöhte Preise verlangten. Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, Gerd Landsberg, hatte gesagt, wenn Lastwagen mit dem Salz auf der Autobahn steckenblieben, könne man nichts machen. Teilweise sei es aber auch Abzocke.

Plötzlich meldeten sich bei Kommunen Lieferanten aus dem Ausland, bei denen die Tonne Streusalz keine 60 Euro koste, sondern 350 Euro. Der Auto Club Europa (ACE) forderte Städte und Gemeinden auf, nicht beim Winterdienst zu sparen. Die Verkehrsteilnehmer hätten als Steuerzahler ein Recht darauf, dass die Kommunen Straßen und Gehwege frei räumten. WEISSE WEIHNACHT: Eine “Weiße Weihnacht“ ist in ganz Deutschland gesichert. Das sagte die Meteorologin Dorothea Paetzold vom Deutschen Wetterdienst (DWD) am Mittwoch voraus. Wann das zuletzt der Fall war, konnte sie nicht sagen. Sie verwies aber auf die Winter 1981 bis 1983, wo es “richtig dicke“ weiß gewesen sei. Heiligabend schneit es demnach zeitweise aus dichten Wolken - im Mittelgebirge und am Alpenrand stellenweise sehr ergiebig. Nach Nordwesten hin fallen nur wenige Flocken.

dpa

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