Urlaub am Abgrund

Zehn faszinierende Vulkantouren

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"Der Cotopaxi hat die schönste und regelmäßigste Form unter allen colossalen Spitzen der hohen Anden", schwärmte schon Alexander von Humboldt.

Extreme Naturgewalten haben eine magische Wirkung. Kein Wunder das Touren zu Vulkanen bei Reisenden gut ankommen. Diese zehn Kratertouren weltweit sind besonders faszinierend.

Sie sind lebensgefährlich und von bizarrer Schönheit zugleich, sie bringen Tod und Verwüstung, aber auch neues Leben. Seit Urzeiten üben Vulkane eine besondere Faszination auf jeden aus, der sie aus der Nähe erlebt.

Hawaii Volcanoes National Park, Hawaii

Big Island ist heute die einzige vulkanisch aktive Insel Hawaiis. Der Kilauea und sein Seitenvulkan Puu Oo überzogen seit 1983 den Nordosten der Insel mit bisher etwa 3,3 Millionen Tonnen Lava. Damit gehört er zu den aktivsten Vulkanen der Welt. Die langsam kriechende Feuerwalze lässt sich am besten per Helikopter beobachten. Mit einem Cocktail in der Hand ist der Feuerschweif von der Lounge des „Volcano House Hotels“ zu sehen. Von dort führt auch der etwa sechs Kilometer lange Kilauea Iki Trail über einen erstarrten Lavasee mit einem Abstecher zur Thurston Lava Tube, einem unterirdischen Tunnel, durch den einst Lava floss (www.gohawaii.com).

Yellowstone National Park, USA

Der Nationalpark lockt jährlich über drei Millionen Besucher an. Der gesamte Nationalpark mit einer Ausdehnung von 80 mal 55 Kilometern befindet sich in der Caldera eines Supervulkans, der zuletzt vor 640 000 Jahren die Erde in eine Eiszeit katapultierte. Spätestens im Film „2012“ erfuhren Kinobesucher, dass der nächste Ausbruch des Supervulkans überfällig ist. Doch noch kann man sich auf wunderbaren Wanderwegen an den zischenden, sprudelnden und farbenfreudigen Naturwundern erfreuen. Besonders beeindrucken die Wanderwege vom Old Faithful zum Morning Glory Pool oder über die Kalksinterterassen der Mammoth Hot Springs (www.nps.gov/yell).

Piton de la Fournaise, La Réunion

Der Außenposten Frankreichs im Indischen Ozean verdankt seine Existenz einem Hotspot in der Erdkruste, der die Vulkaninsel aus dem Meer wachsen ließ. 160 Mal ist der heute 2621 Meter hohe Piton de la Fournaise seit 1640 ausgebrochen. Bei einem Helikopterflug kann man in den Schlund des Vulkans schauen, aber auch eine Wanderung am Rande des Kraters verschafft Respekt (www.reunion.fr/de).

Ätna, Italien

Der Ätna ist mit 3323 Höhenmetern Europas größter und aktivster Vulkan. Zusätzlich zu den vier Gipfelkratern hat er etwa 400 Nebenkrater und Lavagrotten geschaffen, wodurch er nicht nur fantastische Panoramablicke von ganz oben bietet, sondern auch reizvolle Wanderungen an den Flanken ermöglicht. Empfehlenswert: Die östlich gelegene Grotta del Gelo oder Eisgrotte. Bis auf 2900 Höhenmeter führt eine Seilbahn. Interessant sind auch von den Etna-Guides geführte Gipfelwanderungen (www.italia.it/de/reisetipps/unesco-staetten/der-aetna.html).

Anak Krakatau, Indonesien

Eine der gewaltigsten Vulkaneruptionen der jüngeren Geschichte ereignete sich 1883 in der Meerenge zwischen Java und Sumatra. Der Krakatau schleuderte 20 Kubikkilometer Gestein und Asche in die Luft, wobei der Vulkan implodierte und einen 40 Meter hohen Tsunami verursachte. Am Rand der Caldera erblickte zwischen 1927 und 1930 das Kind des Krakatau, der Anak Krakatau, das Licht der Welt, der heute zu den aktivsten Vulkanen weltweit gehört. Ein Betreten der Insel ist nicht zu empfehlen, einige Veranstalter arrangieren aber Bootstouren bis in ihre Nähe (www.indonesia.travel).

- Popocatépetl, Mexiko: Der Popocatépetl (5462 Meter) bildet gemeinsam mit dem benachbarten Iztaccíhuatl (5230 Meter) einen Zwillingsvulkan. Seit der Jahrtausendwende ist der Popocatépetl äußerst aktiv und daher für Wanderer und Bergsteiger gesperrt. Man erhält aber vom derzeit inaktiven Nachbarvulkan Iztaccíhuatl einen wunderbaren Blick auf den größeren Bruder (www.visitmexico.com/de).

Cotopaxi, Ecuador

„Der Cotopaxi hat die schönste und regelmäßigste Form unter allen colossalen Spitzen der hohen Anden“, schwärmte bereits Alexander von Humboldt. Wie zu Zeiten Humboldts startet auch heute eine Tour zur Straße der Vulkane meist in Quito. Vom Eingang des Nationalparks geht es dann über Serpentinen zu einem kleinen Parkplatz auf 4500 Höhenmetern, von dem aus Bergsteiger den 5897 Meter hohen Cotopaxi in Angriff nehmen (www.ecuador.com/protected-areas/cotopaxi-national-park).

Snæfellsjökull, Island

Der französische Schriftsteller Jules Verne machte den Vulkan mit seinem Roman „Reise zum Mittelpunkt der Erde“ berühmt, indem er ihn als Einstieg in die Unterwelt beschrieb. Im Westen der Halbinsel Snæfellsnes gelegen, ist der 1446 Meter hohe Snæfellsjökull Sinnbild für die Insel aus Feuer und Eis, denn seinen einstigen Feuerschlund bedeckt eine große Schnee- und Eiskappe. Man muss nicht auf den Gipfel steigen. Eine Wanderung im Nationalpark an der Küste von Hellnar zwischen bizarren Lavakegeln und prächtigen Lavabrücken im Meer ist ein tolles Erlebnis (www.snaefellsjokull.com).

Pico del Teide, Spanien

Spaniens höchster Vulkan schlummert seit über 100 Jahren auf der Kanareninsel Teneriffa in tiefem Schlaf. Stolze 3718 Meter ragt er über den Meeresspiegel hinaus. Wer den Teide besteigen möchte, benötigt eine Erlaubnis oder nutzt die Seilbahn, die allerdings bei schlechtem Wetter nicht arbeitet. Aber auch in der umgebenden Caldera mit 17 Kilometern Durchmesser gibt es wunderbare Wanderwege. Besonders beeindruckend sind die Roques de Garcia, die man auf der Landstraße TF-21 erreicht (www.todotenerife.es).

Galapagos-Archipel, Ecuador

Auf den Galapagos-Inseln wird das Werden und Vergehen von Vulkanen besonders augenscheinlich. Während im Süden neue Inseln aus dem Meeresboden wachsen, versinken ihre alten Schwestern im Norden wieder in den Fluten. Auf Santa Cruz kann man durch hohle Lavakanäle wandern und urzeitlichen Kreaturen begegnen. Riesenschildkröten kämpfen sich panzergleich durch das bis zu 900 Meter aufragende Hochland (www.ecuador.com/galapagos-islands).

Top 10: Die fasziniernsten Vulkane der Welt

Faszinierende Vulkane Mount St. Helens
Faszination und Gefahr - Vulkane ziehen Touristen magisch an, ganz egal, ob die Vulkane noch aktiv sind oder nicht. Tripadvisor hat die Top Ten der beliebtesten Vulkane zusammengestellt. Hier zu sehen ist Platz 10... © TripAdvisor
Faszinierende Vulkane Mount St. Helens
...der Mount St. Helens in den USA im Bundesstaat Washington. Der Vulkan ist noch aktiv und 2.549 Meter hoch. Zuletzt brach er am 10. Juli 2008 aus. © TripAdvisor
Faszinierende Vulkane Stromboli
Platz 9: Der Stromboli in Italien. Der aktive Vulkan, befindet sich auf der gleichnamigen Insel im Mittelmeer, nördlich von Sizilien. Der Stromboli ragt etwa 950 Meter in die Höhe. Der letzte große Ausbruch war im März 2007. © TripAdvisor
Faszinierende Vulkane White Island Vulcano
Platz 8: Der aktive White Island Vulkan in Neuseeland. Es handelt sich hier um eine Vulkaninsel, die den gleichen Namen trägt. Der Vulkan ist 321 Meter hoch. Letzte Eruption war 2001. © TripAdvisor
Faszinierende Vulkane Mount Otemanu
Platz 7: Mount Otemanu auf Bora Bora. Der Berg aus verwittertem Vulkangestein ist 727 Metern über dem Meeresspiegel hoch. Der Gipfel ist oft wolkenumhüllt. © TripAdvisor
Faszinierende Vulkane Ätna
Platz 6: Der Ätna auf Sizilien. Der Vulkan ist immer noch aktiv. Seine letzte Eruption liegt noch nicht weit zurück, nämlich am 12. Februar 2013. Er ragt 3.323 Meter in den Himmel. Am 21. Juni 2013 wurde der Ätna übrigens in die Liste des Weltnaturerbes aufgenommen. © TripAdvisor
Faszinierende Vulkane Pico del Teide
Platz 5: Der Pico del Teide auf Teneriffa. Auch er steht schon auf der Liste des Weltnaturerbes. Zuletzt brach er am 18. November 1909 aus. Der Inselvulkan ist 3.718 Meter hoch. © Trip Advisor
Faszinierende Vulkane Piton de Fournaise
Platz 4: Der Piton de Fournaise auf La Réunion (gehört zu Frankreich). Er ist ein aktiver Vulkan, der zuletzt im Dezember 2010 ausbrach. Mit 2.631 Metern, kann er auch eine stolze Höhe vorweisen. Seit 1950 wurden 47 Eruptionen registriert. © TripAdviser
Faszinierende Vulkane Hawaii Volcanoes Nationalpark
Platz 3: Im Hawaii Volcanoes Nationalpark befinden sich auf 1.309 Quadratkilometern gleich mehrere aktive Vulkane. Unter anderem auch der aktivste Vulkan der Welt. Sein Name ist Kileaua. Von der Unesco wurde der Nationalpark zum Welterbe erklärt. © TripAdvisor
Faszinierende Vulkane Haleakalā Krater
Platz 2: Der Haleakalā Krater auf Hawaii. Über den genauen Zeitpunkt der letzten Eruption des Vulkans sind sich die Forscher nicht sicher. So nahm man bis vor einigen Jahren an, dass der Haleakalā zuletzt 1790 ausgebrochen sei. Doch neue Forschungen ergaben, dass der Vulkan wohl zuletzt zwischen 1450 und 1650 aktiv war. Der Haleakalā hat eine Höhe von 3.055 Metern. © TripAdvisor
Faszinierende Vulkane Mount Yasur
Platz 1 der faszinierendsten Vulkane: Mount Yasur auf der Insel Tanna. Von seinen gerade mal 361 Metern sollte man sich nicht täuschen lassen. Denn es handelt sich um einen seit 800 Jahren ständig aktiven Vulkan. Pro Tag werden cirka 500 Eruptionen registriert. © TripAdvisor

Von Michael Juhran, dpa

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