Der neue Benny

Er rennt, kämpft und trifft

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Agil und bissig: Benny Lauth.

München - Die harte Kritik von Reiner Maurer scheint Früchte getragen zu haben. Benny Lauth trumpfte gegen Schlusslicht Duisburg mit einem Doppelpack auf.

Die Christl hatte es natürlich mal wieder als Erste ausgesprochen. „Der Benny hat anscheinend einen Turbo verschluckt, so wie der auf einmal wieder rennt“, rief die Wirtin des Löwenstüberls vor dem ersten Spiel gegen Jahn Regensburg durch den klubeigenen Biergarten.

Einen Monat und vier Punktspiele später darf sich das 69-jährige Unikum bestätigt fühlen. Der Benny fetzt fast wie in seiner ersten Zeit bei 1860 über den Platz, erkämpft sich die Bälle wie es Fans und Verantwortliche von einem Kapitän erwarten – und: Er trifft. Dreimal schon hat es der Lauth in dieser Saison klingeln lassen. Am Freitag gegen Duisburg traf er mit dem Fuß und mit dem Kopf, ehe er Kollege Stoppelkamp auch noch das 3:0 auflegte.

Als „unsere Lebensversicherung“ bezeichnete Präsident Dieter Schneider den 31-Jährigen daraufhin. Bei Lauth gelte das alte Motto: „Je oller, je doller.“ Auch Trainer Reiner Maurer lobte: „Wir wissen, was wir am Benny haben. Er ist unheimlich wichtig, auch wenn er mal eine Pause macht.“

In den vergangenen Spielzeiten waren es für Maurers Geschmack freilich ein paar Pausen zu viel. „Wir wollen nächstes Jahr eine Top-runde spielen“, sagte der Coach Anfang April, „und dafür muss sich dann auch ein Benny Lauth klar verbessern. Ein Mann mit seiner Klasse muss eigentlich 20 Tore schießen. Er darf nicht mit 15 oder 16 Toren zufrieden sein.“ Eine Frage der Einstellung sei das – und der Fitness. Maurer: „Wenn man 20 Tore schießen will, muss man was dafür tun. Und im Alter muss man sowieso noch mehr machen.“

Den Eindrücken zufolge hat sich Lauth die Trainerworte zu Herzen genommen. Auch an der Trainingssteuerung haben die Löwen gefeilt. „Da musst du das richtige Händchen haben“, sagt Maurer. „Noch ist die Saison jung, ich hoffe, dass alles so bleibt beim Benny.“

Vorsicht ist das Gebot der Stunde, fußballerisch besteht kein Grund zur Euphorie. Doch der Punkteschnitt von 2,0 passt – und die Selbstkritik lässt auf spielerische Fortschritte hoffen. Lauth mahnt zur Geduld: „Die Leute wollen leider nicht nur Siege, sondern dazu noch Fußballfeste sehen. Es geht aber um Ergebnisse und Punkte. Wir stecken in der Entwicklung, da darf man nicht zu viel erwarten.“

Ein Erfolgserlebnis in Bochum wäre trotzdem mal wieder fällig. Der letzte Sieg gegen den VfL liegt neun Jahre zurück. Im November 2003 gewannen die Löwen im Olympiastadion mit 3:1 (Hattrick Lauth), seitdem gab’s aus sieben Spielen nur einen Punkt.

lk

Quelle: tz

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