"Unterschiedliche Auffassungen"

Funkel muss gehen – kommt jetzt Stanislawski?

Friedhelm Funkel
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Friedhelm Funkel verpasste das erklärte Ziel: den Aufstieg.

München - Das Nachmittagstraining war beendet, Friedhelm Funkel fuhr vom Parkplatz, doch die Nachricht von seinem Abgang sollte erst noch kommen – auf Funkels Wunsch noch an diesem Mittwoch.

Um 17.11 Uhr war es soweit. „Der TSV 1860 München und Chefcoach Friedhelm Funkel gehen in der kommenden Spielzeit getrennte Wege“, ließen die Löwen via Pressemitteilung verlauten. In „intensiven Gesprächen“ zwischen dem Präsidium, der Geschäftsführung und dem Trainer sei „zum Ausdruck gekommen, dass man unterschiedliche konzeptionelle Auffassungen über die Ausrichtung im Sport“ habe. „Deshalb“, so ließ sich Präsident Gerhard Mayrhofer zitieren, „haben wir uns gemeinsam dazu entschlossen, die Zusammenarbeit zu beenden. Das heißt für uns, dass wir beide Schlüsselpositionen im Sport neu besetzen werden.“

Mayrhofer: "Es gibt kein böses Blut"

Zum noch zu installierenden Geschäftsführer Sport, dem Investor Hasan Ismaik noch zustimmen muss, kommt nun also auch ein neuer Cheftrainer. Funkel soll die verbleibenden sechs Saisonspiele über die Bühne bringen und danach verabschiedet werden. „Es gibt kein böses Blut zwischen uns“, betonte Mayrhofer.

Holger Stanislawski könnte ein Kandidat als Nachfolger sein.

Markus Rejek, der kaufmännische Geschäftsführer der Löwen, verkaufte die Entscheidung gegen Funkel als Chance. Die Nicht-Verlängerung des Vertrags ermögliche es dem Klub, „in Zukunft ein sportliches Konzept umzusetzen, das die Identität von 1860 widerspiegelt und hinter dem alle stehen. Wir wollen unsere Fans und Sponsoren wieder begeistern.“ Konzept, Identifikation, Begeisterung – drei Begriffe, die in den nächsten Wochen mit Leben gefüllt werden sollen. An Gerüchten herrscht kein Mangel. Holger Stanislawski gilt als Kandidat für den Trainerposten, Jens Lehmann und Frank Baumann (Direktor Profifußball und Scouting bei Werder Bremen) werden als Anwärter auf den Sport-Geschäftsführer-Posten gehandelt.

Funkel, der bei den Löwen am siebten Spieltag mit dem Ziel Aufstieg angetreten war und in bislang 22 Punktspielen auf sieben Siege, acht Unentschieden und sieben Niederlagen kam, muss das alles nicht mehr interessieren. Sein Abschied hatte sich angedeutet. Als sich Vizepräsident Peter Helfer vergangene Woche erfolgreich um ein Lob für den Trainer herumwand und ausweichend meinte: „Vielleicht macht es ja Sinn, dass wir erst einen Sportdirektor holen. Wenn wir einen holen, und der kann nicht mit dem Trainer, dann haben wir ja wieder den gleichen Schmarrn“, war das Votum gegen Funkel wohl schon gefallen. Die mediale Eigenwerbung des Rheinländers sollen die Bosse als unangebrachte Druckerhöhung interpretiert haben. Da half es Funkel auch nichts, dass die Mannschaft zuletzt spielerische Fortschritte hatte erkennen lassen.

Am Donnerstag will sich Funkel zur Lage der Dinge äußern. Mittwochabend zog er es vor, bei Presseanrufen nicht mehr ans Handy zu gehen.

lk

Quelle: tz

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