1. kreisbote-de
  2. Sport
  3. 1860 München

Lienen: „Ich erschieße ja keinen…“

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

null
Ewald Lienen hat die Verweichlichung einiger Spieler satt. © Getty

München - Löwen-Trainer Ewald Lienen hat die Schnauze voll und denkt darüber nach, einige Spieler „nicht mehr mitmachen“ zu lassen.

Manchmal sind es die Kleinigkeiten, aus denen man Hoffnung zu schöpfen versucht. In der Statistik, die der TSV 1860 vor jedem Spiel herausgibt, steht unter anderem, dass Energie Cottbus von den letzten sieben Spielen nur eins gewonnen hat, die Löwen dagegen haben zuletzt „nur“ sechs Spiele benötigt, um einen Dreier einzufahren. Also: „Klarer“ Vorteil für Blau vor dem Auftritt am Sonntag in der Lausitz.

Ewald Lienen grübelte am Freitag nach der Pressekonferenz noch länger über die statistischen Infos, erfuhr dabei auch, dass Cottbus bereits drei Heimspiele in dieser Saison vergeigt hat. Nur: Leider haben die Löwen seit März in der Fremde nicht mehr gewonnen… „Aber die ständige Diskussion über unsere Auswärtschwäche hilft uns nicht weiter“, sagte Lienen, „es gibt ja sowieso keine logische Begründung dafür. Wir werden allerdings intern Lösungen finden.“

Lienens „geheime Notizen“

foto

Dazu gehört zum Beispiel die Maßnahme, mit Dominik Stahl und Mathias Wittek zwei Spieler aus der U-23-Mannschaft in den Kader für Cottbus zu berufen. Das bedeutet, dass der ein oder andere Profi – wer, wollte Lienen noch nicht verraten – zu Hause bleiben muss. Der Löwen-Coach: „Wir werden jetzt sehr konsequent sein, was unsere Reaktion auf das Verhalten von Spielern angeht und ihnen auch keine Zeit mehr geben. Einige Leute bei uns bringen den nötigen Grell und die Bissigkeit vom Naturell her nicht mit. Und ich erschieße sicherlich keinen, wenn er das im Spiel nicht zeigen kann, aber: Der kann dann halt bei uns nicht mehr mitmachen.“

Dass mit ehrgeizigen Leuten wie Wittek und Stahl jetzt sofort alles besser wird, daran glaubt Lienen natürlich nicht: „Mit ihnen allein werden wir auch nichts gewinnen, wir müssen jetzt endlich als Mannschaft über die Schmerzgrenze gehen.“ Dass angesichts von Tabellenplatz 15 und nur elf Punkten aus elf Spielen die Führung keinen Druck auf den Trainer ausübt, hat Lienen durchaus wohlwollend zur Kenntnis genommen: „Das ist sicher ein angenehmes Detail. Denn wenn die Mannschaft jetzt noch unter dem Druck stehen würde, den Kopf des Trainers retten zu müssen, dann wäre das sicher kontraproduktiv. Aber wir müssen jetzt auch schauen, dass wir diesem Vertrauensvorschuss endlich gerecht werden.“ Er hat in dieser Woche mit zweimal Training täglich und dem Streichen des freien Tags einiges in dieser Richtung unternommen.

Auf die Frage, wie er mit dem Engagement der Spieler zufrieden war, antwortete Lienen: „Es ist nicht wichtig, wie ich mit dieser Woche zufrieden war, sondern ob ich am Sonntag zufrieden bin…“

Claudius Mayer

Auch interessant

Kommentare