Amateurfalle ade?

Opposition für den 1860-Verwaltungsrat stellt sich vor - das sind ihre Ziele

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Die Verwaltungsrats-Kandidaten vom „Team Profifußball“ (von links): Norbert Oxée, Jesko Trahms, Bernhard Winkler, Thomas Hirschberger, Matthias Pantke, Helmut Reiter, Senta Auth und Klaus Ruhdorfer (es fehlt: Thomas Angerer).

Im Juli steht die Mitgliederversammlung des TSV 1860 an, bei der auch der Verwaltungsrat neu gewählt wird. Dafür kandidiert eine neunköpfige Opposition, die sich am Montag vorstellte.

Klubpolitisch war es in den vergangenen Monaten verhältnismäßig ruhig beim TSV 1860 - ab sofort dürften die Debatten um die Zukunft der Löwen wieder deutlich an Fahrt aufnehmen. Mit der Vorstellung seiner neun Kandidaten für den e.V.-Verwaltungsrat eröffnete das „Team Profifußball“ um die Münchner Unternehmer Klaus Ruhdorfer (FE-Beteiligungsgesellschaft) und Thomas Hirschberger (Burger-Kette „Hans im Glück“) am Montagnachmittag in einer Presserunde in Hirschbergers Geschäftsräumen den Wahlkampf für die Mitgliederversammlung am 22. Juli im Freimanner Zenith.

Indirekt wird es dort auch um das Schicksal des 1860-Präsidiums um Robert Reisinger gehen. Der e.V.-Boss steht für eine Fortsetzung der aktuellen Politik, keine neuen Darlehen mehr bei Investor Ismaik aufzunehmen, das Team Profifußball ist beim Brückenschlag mit dem Hauptgesellschafter kompromissbereiter. „Wir wollen mit dem Präsidium zusammenarbeiten“, sagte Ruhdorfer. „Aber wir wollen keine Nadelstichpolitik.“ Man könne „nicht gegen den Inhaber seiner Firma agieren. Ein arabischer Gesellschafter wird deshalb nicht das Weite suchen. Da steht der kulturelle Aspekt über dem finanziellen“.

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Ziele: Stadion-Frage klären und Zweitliga-Aufstieg in vier Jahren

Eine Fortsetzung der aktuellen Politik führe laut Ruhdorfer in die „Amateurfalle“ und zu einem „TSV Giesing“. Die ohnehin schon im Abwind befindliche Jugendarbeit würde weiter leiden, die wirtschaftliche Grundlage veröden. „Unser Ziel ist es, dass 1860 innerhalb der nächsten drei, vier Jahre wieder in die Zweite Liga aufsteigt.“

Die Stadionzukunft? „Wenn es die Möglichkeit gibt, das Grünwalder Stadion auf 30.000 Zuschauer auszubauen, wäre das die Ideallösung“, sagt Hirschberger, der sich vor über einem Jahrzehnt vergeblich gegen Karl Auer um die Präsidentschaft bei 1860 bewarb. Bis Jahresende müsse mit der Stadt München „ein für alle mal" geklärt sein, ob das möglich sei.

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Neben Ruhdorfer und Hirschberger kandidieren auch Ex-Stürmer Bernhard Winkler, die Schauspielerin Senta Auth („Dahoam is dahoam“), Anwalt Jesko Trahms, Logistik-Unternehmer Norbert Oxée, Finanzberater Helmut Reiter, Marketing-Fachmann Matthias Pentke und IT-Berater Thomas Angerer für das Kontrollgremium. Eine Zulassung durch den Wahlausschuss steht noch aus.

Reisinger: Kritischer Zeitpunkt für Wahlkampf

Präsident Robert Reisinger bezeichnete das Auftreten der Gruppe in einer Stellungnahme als „politisches Gepolter“. Die Mannschaft stehe „in den letzten Zügen im Kampf um die Meisterschaft und vor der möglichen Relegation zum Aufstieg in die 3. Liga“. „Wer das für den geeigneten Moment hält, um mit persönlichem Wahlkampf für ein zu wählendes Ehrenamt im Juli Unruhe in das Vereinsumfeld zu bringen, hat in meinen Augen das Gefühl für den Sport verloren.“

Hirschberger & Co. versicherten am Montag indes, vor der zu erwartenden Relegation keinen Wahlkampf zu betreiben.

Lk, ffu

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