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Erleichtert? "Sage nichts ohne Anwalt"

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Von: Ludwig Krammer

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Gerhard Mayrhofer (mit Cap) ballt die Fäuste © M.I.S.

München - Der TSV 1860 hat mit einem späten Treffer den Fehlstart vermieden. Moritz Stoppelkamp avancierte mit dem Siegtreffer zum Mann des Tages. Präsident Gerhard Mayrhofer pustete kräftig durch.

Stadionsprecher Stefan Schneider hatte gerade die Nachspielzeit angekündigt, die Löwenfans in der Nordkurve brüllten ihre letzten Anfeuerungsrufe in Richtung Spielfeld, da erspähte Moritz Stoppelkamp die Lücke im Frankfurter Deckungsverbund. Genau dahin musste der Ball jetzt, am besten flach und hart. Stoppelkamp nahm an der Strafraumgrenze also Maß mit seinem rechten Bein, perfekte Schusshaltung… und drin das Ding! Links unten schlug’s ein im Frankfurter Tor. 2:1 für Sechzig. Die Hitzeschlacht bei 50 Grad in der Sonne, sie hatte doch noch ihren verdienten Sieger gefunden. Den Löwen war der befürchtete Fehlstart nach dem 0:1 auf St. Pauli erspart geblieben.

Entsprechend groß war die Erleichterung bei Präsident Gerhard Mayrhofer, als Schiedsrichter Marco Fritz wenige Augenblicke später abpfiff. Erst umarmte der Oberlöwe den neuen Verwaltungsratschef Siegfried Schneider, dann schnaufte er gegenüber der tz kräftig durch. „Ich sage nichts ohne meinen Anwalt“, meinte er schmunzelnd auf das Ausmaß seiner Erleichterung angesprochen. Dann sagte er: „Ich habe sehr gezittert, jetzt bin ich glücklich. Aber wir müssen noch viel arbeiten.“

Coach Alexander Schmidt, der sich bei einem 1:1 wohl über eine anschwellende Trainerdebatte hätte freuen dürfen, war unterm Strich zufrieden mit dem Auftritt seiner Mannschaft: „Bei den Temperaturen haben wir uns schwer getan, gegen so einen tief stehenden Gegner die Lücke zu finden. Respekt, dass die Mannschaft nach dem Rückstand ruhig geblieben ist, den schnellen Ausgleich geschafft hat und dann auch noch den Siegtreffer.“

Kommentar von Moritz Stoppelkamp: „Dass wir das gedreht haben, zeigt, was in der Mannschaft steckt. Da sieht man, dass wir topfit sind.“

Glücklich war auch Benny Lauth, dem das technisch feine 1:1 nach Leckies von Bülow abgefälschtem Schuss zum Führungstor gelungen war. Nach seinem 75 minütigen Ersatzbank-Aufenthalt in St. Pauli durfte der Ex-Kapitän dieses Mal von Anfang an ran. Und machte seine Sache nicht schlecht.

„Ich habe immer gesagt, dass es sich schnell drehen kann“, meinte Lauth hinterher. „Ich habe gezeigt, dass ich Tore machen kann. Es ist wichtig für einen Stürmer, so früh in der Saison zu treffen. Wichtig war auch, dass der Ausgleich unmittelbar nach dem 0:1 gefallen ist. Sonst wäre es schwierig geworden.“

Bilder und Noten: Stoppelkamp erlöst die Löwen!

Die Situation bei Lauth dürfte vorerst entschärft sein. Unter der Woche war er mit Florian Hinterberger bei einem informativen Abendessen, wie der Sportchef berichtete. Ergebnis laut Hinterberger: „Benny weiß, dass er nicht 34 Spiele bis zum Anschlag machen kann, darum geht’s. Er ist ein Führungsspieler, egal ob Kapitän, Mannschaftsrat oder Geheimrat…“

Alles wieder in Butter also bei den Löwen? Einziger Wermutstropfen war für Hinterberger die Zuschauerzahl. Nur 16 500 Leute verloren sich in der Arena. „Das ist ein bisschen schade“, sagte der Sportchef. „Ich hätte mir 20 000 gewünscht, aber ich kann die Leute auch verstehen, wenn sie bei der Hitze was anderes machen. Ich hoffe, dass die, die da waren, gesehen haben, dass die Mannschaft marschiert.“

Nächster Termin: Freitag, 19 Uhr, beim Pokalspiel in Heidenheim.

lk/tz

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