Treffen zwischen Investor und Mayrhofer

"Mannschaft hat sich für einen Umbau angeboten"

Dieses Foto postete Ismaik-Cousin Noor Basha auf Twitter. Zu sehen von links: Hasan Ismaik, Abdel Rahman, Noor Basha und Gerhard Mayrhofer)

München - Beim Treffen zwischen Präsident Mayrhofer und Investor Ismaik ging nicht nur um den neuen Geschäftsführer, sondern auch um den Kaderumbau. Anlass: die miese Vorstellung in Lautern.

Die Voraussetzungen für einen launigen Abend waren eigentlich nicht gegeben. Als sich Löwenpräsident Gerhard Mayrhofer und sein Vize Erik Altmann am Sonntag in München kurzfristig mit Investor Hasan Ismaik und dessen Bruder Abdel Rahman in Nobelhotel Mandarin Oriental zum Abendessen trafen, war die hochnotpeinliche 0:3-Schlappe der Löwen in Kaiserslautern gerade mal ein paar Stunden alt und allen Beteiligten erst mal kräftig aufs Gemüt geschlagen. Andererseits diente die Niederlage auch als Gesprächsgrundlage dafür, dass sich künftig mithilfe des Investors einiges bei den Löwen ändern muss. Mayrhofer drückte es g’schert-elegant folgendermaßen aus: „Die Mannschaft hat sich mit diesem Spiel angeboten, am geplanten Umbau beim TSV 1860 mitzumachen…“

Soll heißen: Mittelfristig würde man sich gern von dem ein oder anderen Spieler trennen, wenn es sich bewerkstelligen lässt, bereits im Winter. Und gleichzeitig sollen Verstärkungen her, was nur mit dem finanziellen Einsatz von Ismaik möglich wäre. Mayrhofer: „Als Mehrheitseigner ist es ja seine Entscheidung, was er in den TSV 1860 investiert.“ In dieser Hinsicht lässt sich wohl auch der Satz einordnen, den Ismaiks Cousin Noor Basha Montag twitterte: „Es bewegt sich was bei 1860. Alles wird gut. Versprochen.“

Ismaik zu Investionen bereit

Nach dem Abgang des vom Investor so ungeliebten Geschäftsführers Robert Schäfer seien die Chancen auf positive Veränderungen deutlich gestiegen, sagte Mayrhofer nach dem Zusammensein am Sonntag: „Hasan Ismaik ist bereit, den ein oder anderen Euro zu investieren. Wir haben ja ein gemeinsames Ziel, und das ist die erste Liga.“

Bei dem Treffen, das ausdrücklich auf Wunsch des 37-jährigen Jordaniers zustande kam und für das er auf seiner Geschäftsreise in Europa einen Zwischenstopp einlegte, wurden auch noch andere Themen zur Sprache gebracht. „Erst mal haben wir uns über das Pokalspiel gegen Dortmund unterhalten und darüber gefreut, welches Potenzial an Unterstützung der 1860 immer noch genießt“, sagte Mayrhofer. „Und wir haben uns auch darüber unterhalten, wie der Geschäftsführerposten neu besetzt werden soll. Namen gibt es noch nicht, aber wir wollen gemeinsam die Voraussetzungen dafür treffen, dass wir auch den Richtigen finden.“

Montag Mittag trafen sich Mayrhofer und Vizepräsident Peter Helfer dann zu einem weiteren Gespräch: Friedhelm Funkel war an der Reihe. „Ich denke schon, dass das, was am Sonntag in Kaiserslautern los war, dazu einlädt, mit dem Trainer zu reden“, erklärte der Löwenboss. „Schließlich ist es ein interessantes Phänomen, dass wir immer so wechselhafte Leistungen zeigen.“

Ein Phänomen, das den TSV 1860 schon lange drückt. Mayrhofer: „Aber wir können auch nicht in acht Wochen alles verbessern, was zehn Jahre lang falsch gelaufen ist.“

In Lautern lief mal wieder so viel schief, dass Vize Helfer die Worte „Frechheit“ und „Katastrophe“ bemühte: „Wenn die Spieler wenigstens gekämpft hätten. Aber so hätten wir uns ja auch nicht darüber beschweren können, wenn wir am Sonntag sechs oder sieben Stück bekommen hätten. Wenn du dich so präsentierst, dann gewinnst du in den nächsten Wochen auch nichts. Dann hast du mit oben in der Tabelle gar nichts zu tun.“

Und der Kredit, den man sich bei den Zuschauern mit der engagierten Leistung gegen Dortmund erworben zu haben glaubte, sei auch wieder dahin. Helfer: „Ich weiß nicht, ob den Spielern eigentlich bewusst ist, was sie in dieser Hinsicht in Kaiserslautern angerichtet haben.“

Ein ausführliches Interview mit Gerhard Mayrhofer lesen Sie hier.

tz

Quelle: tz

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