Wirbel vor dem Heimspiel gegen Fürth

Wegen Ismaik-Kritik: 1860 verbietet Verkauf von Fan-Magazin

21.02.2016, 2.Fussball Bundesliga, 1860 - Bochum
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Die Nordkurve protestiert im Februar 2016 beim Heimspiel gegen Bochum gegen Investor Hasan Ismaik.

München - Der TSV 1860 hat den Verkauf des Fan-Magazins „Drinking and Driving“ auf dem Gelände der Allianz Arena verboten. Der Grund: Investor Hasan Ismaik werde darin kritisiert.

Fußball-Anhänger sind kreativ. Sie designen nicht nur eigene Fan-Artikel und Fahnen, einige von Ihnen produzieren sogar eigene Zeitungen und Magazine. Beim TSV 1860 ist das nicht anders, am Freitag zum Heimspiel der Löwen gegen Fürth (18.30 Uhr, wir berichten im Live-Ticker) erscheint die zweite Ausgabe des Heftes „Drinking and Driving“. Doch der Verein verbot am Donnerstag den Verkauf des Magazins in der Allianz Arena. Der Grund: Das Heft sei zu kritisch im Blick auf Hauptgesellschafter Hasan Ismaik. Das durchgestrichene Konterfei des Investors, das bereits vor einem Jahr in der Nordkurve gezeigt wurde, wird darin abgebildet.

Auf der Facebook-Seite von „Drinking and Driving“ prangern die Macher des Heftes dieses Verbot als Angriff auf die Meinungsfreiheit an. Diese sei „eins der höchsten Güter unserer Gesellschaft, das scheint allerdings KgaA Geschäftsführer Anthony Power etwas anders zu sehen und er spricht völlig überraschend ein Verkaufsverbot des Heftes im Stadion aus.“ Dies sei durch das Hausrecht des TSV zwar legitim, „allerdings macht man es sich hier durchaus zu einfach, andere Meinungen werden verboten und eine kritische Auseinandersetzung mit Hasan Ismaik findet de facto nicht statt. Im Hinblick auf die außerordentliche Mitgliederversammlung zur Umwandlung von Genussscheinen in weitere Anteile keine sonderlich guten Vorzeichen.“

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„Argumente der Gegner werden schlichtweg ignoriert“

In den Augen der Fans bahne sich „eine gefährliche Alleinherrschaft vom Investor und seinem Gefolge an, wo die Kritiker systematisch Mundtot gemacht werden. Das gefährlichste an der gesamten Situation ist, dass man sich mit den Argumenten der Gegner gar nicht auseinander setzt und diese stattdessen als Lügner abtut, oder schlichtweg ignoriert.“ Auch an den verhängten Medienboykott Ende 2016 wird in diesem Zuge erinnert.

Die Löwen-Anhänger wollen sich aber nicht mundtot machen lassen und werden das Verbot umgehen, indem das Magazin am Streetworkbus vor der Esplanade an der Brücke zum U-Bahnhof Fröttmaning verkaufen. „Gerade in Zeiten wie diesen sei es „extrem wichtig, dass jeder Löwenfan die Geschehnisse an der Grünwalder Straße 114 hinterfragt und seinen Unmut nicht schluckt sondern in die Welt trägt“, so der Tenor.

fw/snacktv

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