Darum ging er zu den Löwen

Weigl: "Bei Bayern war alles oberflächlicher"

Julian Weigl
+
Julian Weigl im 1860-Training.
  • Florian weiß
    VonFlorian weiß
    schließen

München - Julian Weigl spielte als U16-Kicker bei beiden Münchner Vereinen vor. Gelandet ist er bei 1860 - und das bereut der 19-Jährige keine Sekunde.

Julian Weigl ist das aktuelle Aushängeschild der 1860-Nachwuchsförderung. Aus dem Profi-Kader ist der 19-Jährige nicht mehr wegzudenken. Im Interview mit dem Fußball-Magazin "11 Freunde" zeigt er sich als echter Sechziger.

Auf die Frage, ob er nicht lieber für den Lokalrivalen FC Bayern auflaufen würde, sagt er: "Mein Vater ist ’60-Fan. Ich bin als Löwe aufgezogen worden. Mir hat es bei Bayern auch nicht so gefallen." Weigl absolvierte als U16-Spieler bei 1860 Rosenheim ein Probetraining bei beiden Münchner Vereinen. "Als ich zu '60 kam und den Vergleich hatte, war bei den Löwen alles familiärer: Ich wurde besser aufgenommen und gleich mit der Mannschaft bekanntgemacht. Bei Bayern war alles ein bisschen oberflächlicher und das war dann ausschlaggebend für mich zu sagen: 'Ich gehe zu 1860.'"

Und mit seinen Löwen hat er noch viel vor. "Mein Ziel ist es auf alle Fälle, irgendwann erste Liga zu spielen, am liebsten mit 1860. Dass wir im Moment nicht in der Position sind, über den Aufstieg zu sprechen, das weiß jeder. Wir wollen jetzt erstmal da unten rauskommen. Ich komme zu Einsatzzeiten, der Verein baut auf mich und ich kann mich weiterentwickeln."

Bilder: Diese Ex-Sechziger steigerten ihren Wert

Bilder: Diese Ex-Sechziger steigerten ihren Wert

Nicht jeder, der die Löwen verlassen hat, wurde woanders besser. Doch es gibt einige Beispiele von großen Wertsteigerungen. Für die folgenden Spieler, die die Löwen seit 2005 verließen, kassierte der Verein 17,75 Millionen Euro - heute sind sie 96,5 Millionen Euro wert. © MIS
04/05: Martin Stranzl (für 650.000 zum VfB, heute Abwehrchef in Gladbach). © sampics
06/07: Matthias Lehmann (für 900.000 zu Alemania Aachen, später Bundesliga für Aachen, St. Pauli, Frankfurt, Köln). © sampics
07/08: Marcel Schäfer (für 1,2 Mio. zu Wolfsburg, später Meister (2009) und Nationalspieler (acht Länderspiele). © sampics
Daniel Baier (für 450.000 zu Wolfsburg, heute Führungsspieler in Augsburg). © sampics
08/09: Timo Gebhart (für 3,2 Mio. zum VfB, später Bundesliga­spiele für Stuttgart und Nürnberg). © sampics
09/10: Lars Bender (für 2,5 Mio. zu Leverkusen, heute Nationalspieler). © sampics
Sven Bender (für 1,5 Mio. zu Dortmund, heute zweifacher Deutscher Meister, Pokalsieger, Nationalspieler). © sampics
Fabian Johnson (für 1,1 Mio zu Wolfsburg, heute WM-Teilnehmer und Stammspieler in Gladbach). © sampics
Julian Baumgartlinger (für 200.000 zu Austria Wien, heute Führungsspieler in Mainz). © sampics
10/11: Peniel Mlapa (für 1,3 Mio. zu 1899 Hoffenheim, später Bundesligaspiele für Hoffenheim und Gladbach). © sampics
José Holebas (für 900.000 zu Piräus, später 18 CL-Spiele und WM Teilnahme, heute bei AS Rom). © sampics
Volland (für 700.000 zu Hoffenheim, heute Star der TSG und Nationalspieler). © sampics
Moritz Leitner (für 800.000 zu Dortmund, später Doublesieger 11/12, heute Kapitän der deutschen U 21). © sampics
12/13: Stefan Aigner (ablösefrei zu Frankfurt, heute dort Stammspieler). © sampics
13/14: Daniel Halfar (für 250.000 zum 1. FC Köln, heute dort Bundesligaspieler). © sampics
14/15: Moritz Stoppelkamp (für 700.000 zum SC Paderborn, dort jetzt Stammspieler). © sampics
Yuya Osako (für 1,5 Mio. nach Köln). © sampics

Angebote von großen Vereinen wie Tottenham Hotspur freuen ihn, jedoch will er (noch) in München bleiben - auch wegen seiner Familie, die ihm einen Rückzugsort bietet. "Mein Berater und meine Familie versuchen, das so weit es geht von mir wegzuhalten. Ich konzentriere mich einfach auf den Fußball."

fw

Meistgelesene Artikel

TSV 1860: Köllner bestätigt Dressel-Abgang und schließt Biankadi-Verpflichtung aus
1860 München
TSV 1860: Köllner bestätigt Dressel-Abgang und schließt Biankadi-Verpflichtung aus
TSV 1860: Köllner bestätigt Dressel-Abgang und schließt Biankadi-Verpflichtung aus

Kommentare