"35.000 Zuschauer - mindestens!"

+
Nein, dies ist nicht das Westfalenstadion in Dortmund, sondern die Allianz Arena 2005 beim ersten Besuch von Dynamo Dresden – 1860 verlor 1:2

München - Reiner Maurer erwartet für Sonntag in der Allianz Arena mindestens 35.000 Zuschauer. Seine Löwen dürften topmotiviert sein - auch weil sie für den Abend eine Feiererlaubnis bekommen haben.

Es wird schwer gesächselt an diesem Wochenende in München. Nichts Ungewöhnliches, werden Sie jetzt sagen, das hören wir doch jeden Dooch, aber dieses Mal geht es nicht um den MVV, nein: Dresden kommt, Dynamo Dresden. 12 000 Gelb-Schwarze, mindestens! Und alle wollen sie raus nach Fröttmaning. Etliche bestimmt auch per U-Bahn, womit wir wieder bei den Lautsprecherdurchsagen ­wären.

Aber Spaß beiseite. Es geht hier schließlich um Fußball, um 1860. Und da gibt’s vor Heimspielen bekanntlich wenig zu lachen. Danach dafür umso mehr, jedenfalls war das bisher so. Und am Sönndooch, pardon: Sonntag?

„Ich bin zuversichtlich, dass unsere Mannschaft alles daran setzen wird, den fünften Dreier zu Hause einzufahren“, sagt Trainer Reiner Maurer. „Das wäre dann ein sehr guter Start in die Saison, wir hätten einen schönen Wiesn-Abschluss und könnten zusammen mit Dynamo am Montag noch den Tag der Deutschen Einheit feiern.“

Verkatert vermutlich. Denn bekanntlich dürfen sich die Löwen angesichts der anstehenden Länderspielpause am Sonntagabend die Lichter ausblasen. Coach Maurer („Ich bin auch ohne Alkohol lustig“) hat’s erlaubt, wohl wissend, dass die begabtesten Schluckspechte inzwischen weg sind aus Giesing.

35 000 Zuschauer erwartet Maurer am Sonntag. „Mindestens!“, wie er am Freitag keck anfügte. „Ich freue mich über jeden Zuschauer, der kommt, über die Gästefans genauso, auch wenn die Unterstützung des Gegners am Sonntag natürlich größer sein wird als sonst.“

So wie im September 2005, als Dresden den Löwen die erste Pflichtspiel-Niederlage in der Arena beibrachte (1:2, zweimal Vorbeck). Maurer erinnert sich genau, schließlich war er auch damals Trainer der Sechziger – und der Aufstieg ein finanzielles Muss, was der Allgäuer vier Monate später in Form seiner Entlassung zu spüren bekam.

Besser wurde danach nichts, 1860 verkam zum Insolvenzkandidaten, das Tafelsilber wurde verkauft. Jetzt, ein halbes Jahrzehnt später, gibt’s wieder eine Per-spektive. Mit Stahl, Schindler und Youngster Maier verlängerten diese Woche drei Talente bis 2014. „Ich denke, dass wir nach der Katastrophe des letzten Jahres wieder auf einem guten Weg sind“, sagt Maurer. Ein Sieg gegen die auswärts punktlosen Sachsen, dann bliebe auch der Kontakt zur Spitzengruppe erhalten. Und damit die Chance auf Winter-Verstärkungen. „Ich gehe davon aus, dass 1860 um den Aufstieg mitspielt“, sagte Investor Hasan Ismaik neulich bei seinem Wiesn-Besuch. Worte, die verpflichten. Auch wenn Ismaik am Sonntag nicht im Stadion sein wird.

lk

Quelle: tz

Auch interessant

Meistgelesen

TSV 1860: Bleibt Tim Rieder ein Löwe? Konkurrenz wohl zu groß
TSV 1860: Bleibt Tim Rieder ein Löwe? Konkurrenz wohl zu groß
TSV 1860: Die neuen Löwen sind im Schnitt 22,2 Jahre alt
TSV 1860: Die neuen Löwen sind im Schnitt 22,2 Jahre alt
“Löwenstüberl“ in der Corona-Krise: Wirt Lankes versucht‘s mit Kreativität
“Löwenstüberl“ in der Corona-Krise: Wirt Lankes versucht‘s mit Kreativität
3. Liga: Enger Terminkalender - eine Änderung trifft den FC Bayern hart
3. Liga: Enger Terminkalender - eine Änderung trifft den FC Bayern hart

Kommentare