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TSV 1860 sieht sich als „Randnotiz im Aufstiegskampf“ – Türkgücü hofft auf neue DFB-Spitze

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Von: Uli Kellner

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Michael Köllner erlebte ein gebrauchtes Wochenende mit seinen coronageschwächten Löwen, die auch mit dem Schiedsrichter haderten.
Michael Köllner erlebte ein gebrauchtes Wochenende mit seinen coronageschwächten Löwen, die auch mit dem Schiedsrichter haderten. © Stefan Matzke

Der TSV 1860 und Türkgücü München blicken gespannt auf die Länderspielpause. Während es bei den Perlachern um die Existenz geht, müssen die Löwen hoffen.

München – Zwei Münchner Drittligatrainer, zwei Auswärtspleiten im Südwesten, zweimal Frust pur. Während Andreas Heraf am Samstag nach der 0:1-Niederlage in Wiesbaden Abschied von den mitgereisten Türkgücü-Fans nahm (wer weiß, ob sein Club noch mal in der 3. Liga antreten darf), saß Michael Köllner 24 Stunden später im Mannheimer Pressestüberl und strahlte schlechte Laune aus wie selten zuvor in seinen fast zweieinhalb Jahren als 1860-Coach.

„War die Frage an mich oder an den Schiedsrichter?“, grantelte der Oberpfälzer nach der bitteren 0:3-Pleite beim SV Waldhof und bezog sich dabei auf zwei Strafstoßpfiffe, die seine Löwen womöglich entscheidend im Aufstiegskampf zurückwarfen. Als „Witz“ bezeichnete Abwehrchef Stephan Salger die zweite geahndete Szene, bei der Kevin Goden den Ball gegen den Unterarm bekam. Köllners Meinung zum Auftritt von Referee Florian Badstübner: Seine Miene sprach Bände. Im Comic wäre über seinem Kopf eine dunkle Wolke erschienen. Inhalt: eine Axt, ein Totenkopf, Blitze und eine Faust.

TSV 1860 nur Randnotiz im Aufstiegsrennen

Der scheidende Salger (im Sommer zum 1. FC Köln II), sprach aus, was vermutlich auch Köllner dachte. „Aktuell sind wir im Aufstiegsrennen definitiv nur eine Randnotiz“, sagte der Abwehrrecke, die aktuelle Tabelle schonungslos ehrlich interpretierend. Randnotiz, weil 1860 das Schlusslicht jener sieben Clubs bildet, die die vorderen drei Plätze unter sich ausmachen dürften. Wiesbaden auf Position acht muss bereits neun Punkte aufholen.

Die Löwen liegen sechs Punkte hinter Platz drei und brauchen nun zweierlei, um noch mal richtig vorne eingreifen zu können. Erstens: einen Heimsieg gegen Saarbrücken, das mit 55 Punkten den Relegationsplatz belegt. Spieltermin: Samstag, 2. April, direkt nach der Ligapause. Zweitens: 1860 braucht auch neue Hoffnung vor dem Endspurt, für die der Stadtrivale unfreiwillig sorgen könnte – indem nämlich Türkgücü mitsamt seiner bisher gespielten Spiele aus der Wertung genommen wird.

Türkgücü München: Hoffen auf Milde bei der neuen DFB-Spitze

Am Samstag deutete vieles darauf hin, als wäre für die insolventen Perlacher ihr kurzes Kapitel 3. Liga zu Ende gegangen. Gefragt, wie er mit dem Schwebezustand des Vereins umgehe, sagte Heraf in Wiesbaden: „Die Luft ist sowieso während der Woche immer draußen gewesen.“ Nach drei freien Tagen für die Köpfe würden deshalb alle auf die für Donnerstag angesetzte Betriebsversammlung blicken: „Da bekommen wir dann gesagt, wie es aussieht; ob es vorbei ist, ob es weitergeht, oder was auch immer.“

Weis nicht, wie es weiter geht: Türkgücü-Trainer Andreas Heraf.
Weis nicht, wie es weiter geht: Türkgücü-Trainer Andreas Heraf. © IMAGO/Markus Fischer

1860 also klammert sich an das drohende Türkgücü-Aus – und an welchen Strohhalm klammert sich der ab April voraussichtlich nicht mehr zahlungsfähige Stadtrivale? Zu hören ist, dass nicht mehr allzu viel Hoffnung auf ein Happy End da ist, intern aber die Mini-Chance gesehen wird, beim neu gewählten Präsidium auf Verständnis für den Protest gegen den beispiellos harten Neun-Punkte-Abzug stoßen zu können. Die Perlacher setzen darauf, dass das Team von Bernd Neuendorf die Faktenlage weniger streng bewertet als das abgewählte Übergangspräsidium, in dem BFV-Chef Rainer Koch als Türkgücü-Gegner Nummer eins ausgemacht wurde. Gerüchte, wonach Geschäftsführer Max Kohtny am Rande des Wiesbaden-Spiels einen Abstecher zur DFB-Zentrale nach Frankfurt gemacht haben soll, wurden allerdings nicht bestätigt.

Klar ist somit nur, dass dem nächsten Spieltag entscheidende Bedeutung zukommt. Ist Türkgücü nach der Ligapause noch im Rennen (Heimspiel am 3. April gegen Würzburg), wird 1860 dazu verdammt sein, am Tag zuvor Saarbrücken zu besiegen. (Uli Kellner) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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