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Ausverkauftes Grünwalder - aber warum bleiben diese Tribünen halbleer?

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Von: Florian weiß

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Der Block P im Grünwalder Stadion - trotz ausverkauftem Haus gegen Burghausen und Rosenheim war er nur halb gefüllt.
Der Block P im Grünwalder Stadion - trotz ausverkauftem Haus gegen Burghausen und Rosenheim war er nur halb gefüllt. © MIS

Ins Grünwalder Stadion dürfen derzeit nur 12.500 Zuschauer, einige Blöcke sind gesperrt. Warum aber sind andere Ränge nur halb gefüllt? Wir haben nachgefragt.

München - Bei den ersten beiden Heimspielen im Grünwalder Stadion in dieser Regionalliga-Saison konnte der TSV 1860 jeweils ein ausverkauftes Haus vermelden. 12.500 Zuschauer wohnten den Heimsiegen gegen Wacker Burghausen (3:1) und 1860 Rosenheim (2:0) bei. Gegen Nürnberg II (5:3) durften wegen der Verurteilung der Löwen zu einem Geisterspiel keine Zuschauer ins Stadion. Doch die beschränkte Kapazität des alten Sechzger-Stadion wirft Fragen auf - vor allem mit Blick auf die Auslastung der Tribünen.

Dass in der Westkurve einige Blöcke wegen Mängeln an der Bausubstanz gesperrt sind, ist bekannt. Das betrifft den kompletten Block J an der Nordwest-Ecke sowie die oberen Bereiche der Blöcke F1 und F2 im südwestlichen Bereich. Vollständig nutzbar in der Westkurve sind nur die Blöcke G und H, direkt unter der alten Anzeigetafel. Doch viele Anhänger stellen sich mit Blick auf die erst 2013 eröffnete Osttribüne die Frage: Warum ist diese nur halb gefüllt? Tatsächlich blieben in den ersten beiden Spielen gegen Burghausen und Rosenheim auf der Stehtribüne zahlreiche Plätze frei - obwohl 1860 ein ausverkauftes Stadion vermeldete. Wie kann das sein? Wir haben beim Referat für Sport und Bildung nachgefragt - und Antworten erhalten.

In der Westkurve sind die oberen Bereiche der Blöcke F1 und F2 (l.) und der komplette Block J (r.) gesperrt.
In der Westkurve sind die oberen Bereiche der Blöcke F1 und F2 (l.) und der komplette Block J (r.) gesperrt. © MIS

Drei Belegungsvarianten für das Grünwalder Stadion

Das Sicherheitskonzept des TSV 1860 für das Grünwalder Stadion sieht drei verschiedene Belegungsvarianten der Tribünen vor - „je nach Gästemannschaft sowie Gefährdungseinschätzung“, wie das Referat mitteilte. Die Entscheidung, welche Variante zum Tragen kommt, treffen unter anderem die Sicherheitsbehörden. Und weiter: „Die unterschiedlichen Varianten ermöglichen dem TSV München 1860 unterschiedlich hohe Heimkontingente. Bei einigen Spielen kann der Verein folglich mehr Tickets verkaufen, die dann auf andere Blöcke aufgeteilt werden.“

Grundsätzlich aber bleibt die Gesamtkapazität des Stadions stets bei 12.500 - auch wenn rein vom Platz mehr ginge. Zudem ist geregelt, dass der Block P direkt hinter dem Tor in der Ostkurve stets der Gästebereich ist. Verkauft 1860 also mehr Heim-Tickets, werden die Plätze dort eingespart, um die Anhänger an andere Stelle auf die Tribünen lassen zu können. 

Aber auch der ebenfalls neu gebaute Block Q rechts der alten Haupttribüne spielt eine wichtige Rolle in besagtem Sicherheitskonzept. Referatssprecherin Christina Warta erklärte: „Er darf je nach Belegungsvariante nur teilweise oder gar nicht belegt werden, da er als Puffer dient und im Notfall das Stadion über diesen Block geräumt werden würde.“

21.07.2017, Fussball Regionalliga Bayern, TSV 1860 München - Burghausen
Jubelnde Löwen - im Hintergrund der fast komplett leere Block Q neben der Haupttribüne. © MIS

Aufstockung auf 18.500 Zuschauer ist nicht erlaubt

Bekanntlich wollen die Löwen möglichst bald mehr Zuschauer ins Grünwalder Stadion lassen dürfen. „Ein entsprechender Vorbescheid des Baureferates zur Zulässigkeit liegt vor“, teilte das Referat mit. Durch eine Ertüchtigung der Blöcke F1 und F2 könnte die Stadion-Kapazität auf 15.000 Zuschauer erhöht werden. Hauptproblem dabei wird allerdings der Lärmschutz werden, der Ermessensspielraum in Sachen Lärm sei schon jetzt erschöpft, hieß es.

Eine zweite Variante zur Sanierung der kompletten Westkurve für bis zu 18.500 Zuschauer ist „laut Vorbescheid nicht erlaubt“, Block J bleibt also auf jeden Fall gesperrt.

Florian Weiß

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