Beginnt das "Einspielen für den Aufstieg"?

Marco Kurz will vom "Einspielen für den Aufstieg" nichts wissen.
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Marco Kurz will vom "Einspielen für den Aufstieg" nichts wissen.

Neun Punkte hinter einem Aufstiegsplatz, acht Zähler Abstand zu einem Relegationsrang – mit dieser Ausgangsposition starten die Löwen gegen den SC Freiburg in die Rückrunde.

Sicherlich keine Konstellation, die den Spielern vor lauter Aufregung schlaflose Nächte bereitet, dafür gäbe es in der Tabelle sicherlich prickelndere Platzierungen. Aber, war da nicht was? Hat nicht Präsident Rainer Beeck vor zweieinhalb Wochen bei seinem Besuch im Trainingslager auf Teneriffa verkündet, dass die Rückrunde „zum Einspielen“ auf den eingeplanten „Aufstieg 2010“ gedacht sei?

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Aufstieg. Ein Wort, das im Sprachschatz von Marco Kurz so gut wie nie vorkommt. Es sei denn, er ginge mal in die Berge zum Klettern. Dementsprechend auch seine Reaktion gestern, als er daran erinnert wurde, dass am Sonntag gegen Freiburg eigentlich Beecks Einspielphase beginnen würde. „Ein Einspielen für den Aufstieg sehe ich jetzt nicht“, sagte Kurz und gab seinem Präsidenten Kontra. „Da müssen wir doch erst mal im Sommer sehen, wohin die wirtschaftliche Richtung bei uns geht.

Gibt’s sonst irgendein Ziel für den Moment? Der Löwen-Coach: „Ja, wir wollen das erste Spiel gewinnen. Um einen besseren Start zu haben als in der Vorrunde.“ Letzteres dürfte dringend vonnöten sein, denn die gleiche Bilanz wie im Sommer (null Punkte in den ersten drei Spielen) kann er sich mit Sicherheit nicht nochmal erlauben.

Im Gegenteil: Kurz, der im Jahr 2008 eine katastrophale Rückrunde (13 Punkte) und eine enttäuschende Vorrunde (22 Punkte) mit seiner Mannschaft ablieferte, stößt mittlerweile intern auf einigen Widerstand. Graues Mittelmaß in der 2. Liga ist nicht mehr gefragt. „Dass alles bei uns nur noch so dahinplätschert, darf einfach nicht mehr sein“, sagte ein nicht unwichtiges Mitglied der Vereinsführung nach dem Pokal-Aus in Hamburg.

Anscheinend erscheint es einigen Herrschaften im Verein doch etwas peinlich, dass ein Verein wie der TSV 1860 in der Tabelle hinter Klubs wie dem FC St. Pauli oder Rot-Weiß Ahlen auf dem elften Platz herumdümpelt. Und nur 20 kümmerliche Tore in siebzehn Zweitligaspielen geschossen hat.

Man darf gespannt sein: Geht der Auftakt am Sonntag ebenfalls wieder in die Hose (wie so viele Heimspiele im vergangenen Jahr), dann wird’s wohl wirklich nichts mehr mit dem Einspielen für Kurz.

Claudius Mayer

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Quelle: tz

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