Das Duell der Zu-Null-Teams

Bochum gegen 1860: Granit küsst Beton...

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Benny Lauth sicherte den letzten Sieg gegen Bochum: Er machte 2003 sogar einen Hattrick.

München - Fußball-Ästheten dürften am Sonntag beim Löwen-Gastspiel in Bochum nicht auf ihre Kosten kommen. Statt einem Tor-Festival droht eine Abwehrschlacht.

"Es sind nicht immer drei oder vier Tore notwendig, um ein Spiel zu gewinnen. Wenn man kompakt steht, reicht oft auch ein Treffer zur Spielentscheidung.“ Diese Weisheit stammt nicht von 1860-Trainer Friedhelm Funkel, sondern von Andreas Luthe (26), der als Torhüter des VfL Bochum gegen die Löwen sein 102. Zweitligaspiel bestreiten wird (Sonntag um 13:30 Uhr, Live-Ticker).

Man kann sich also in etwa ausmalen, was den Zuschauern da am Sonntag im Ruhrstadion für ein Vergnügen bevorsteht. Bochum (zuletzt viermal zu null) gegen 1860 (immerhin zweimal) – Granit küsst Beton. „Ein 4:4 wird’s wohl eher nicht“, ulkt Bochums Trainer Peter Neururer. Und Kollege Funkel weiß: „Das wird ein enges Spiel, in dem kleine Fehler entscheiden werden.“

Wie berichtet geht’s in Bochum auch darum, eine der schwärzesten Serien der 1860-Geschichte zu brechen. Noch nie seit dem ersten Aufeinandertreffen 1977 konnten die Sechziger dort gewinnen. „Irgendwann reißt jede Serie“, sagt Funkel. „Ich hoffe, wir sind am Sonntag in der Lage, in Bochum zu punkten – gegen eine Mannschaft, die zurück in der Erfolgsspur ist.“ Funkels erster Blick im Tableau geht weiterhin gen Süden. Ziel sei es, „erst mal den Abstand nach unten vergrößern“.

So sieht’s auch Ex-Löwen-Trainer Karsten Wettberg, der Funkels Safety-First-Taktik nachvollziehen kann. „Fußball ist ein Ergebnissport“, sagt der König von Giesing. „Und in der brenzligen Lage vor dem Bielefeld-Spiel war es legitim, sich so auszurichten. Mit wachsendem Selbstvertrauen wird’s auch spielerisch besser werden. Aber um oben angreifen zu können, sind Verstärkungen im Kreativbereich zwingend notwendig.“

Das weiß auch Funkel, der in dieser Frage (öffentlich) Gelassenheit demonstriert. Noch gibt es keine Investitionszusage von Mehrheitsgesellschafter Hasan Ismaik. Und offen – wenngleich weniger wichtig – ist auch die Häßler-Frage. „Es wird noch ein Gespräch geben“, sagte Ickes Berater Giorgi Elizbarashvili am Freitag zur tz. Bleibt als Thema die Beziehung Funkel/Mayrhofer. In der Bild-Zeitung hatte der Coach zuletzt über den Präsidenten gesagt: „Dass er als Neuling in diesem Geschäft noch Fehler macht, ist doch normal. Aber er lernt schnell.“ Am Freitag konkretisierte Funkel seine Aussage. „Am Anfang war der Präsident zu euphorisch, jetzt weiß er, dass viele Dinge im Fußball anders laufen als im normalen Berufsleben.“ Verrücktes Geschäft.

lk

Quelle: tz

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