Camdal: Ich will hier nicht mehr weg

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Tarik Camdal (l.) beim Torjubel mit Kevin Volland

München - Eigentlich hatte Tarik Camdal schon beschlossen, die Löwen im Winter zu verlassen. Doch nun hat ein einziges Spiel seine Zukunftsplanung ins Wanken gebracht.

Es war alles andere als eine leichte Zeit für Tarik Camdal. Fast 15 Monate lagen zwischen seinem vorletzten und bislang letzten Einsatz bei den Profis des TSV 1860. Für einen Fußballer eine unendlich lange Durststrecke.

Das mit dem Comeback für den 19-jährigen Mittelfeldspieler ging dann aber ratzfatz. Camdal: „Da ich ja nur noch bei der zweiten Mannschaft trainierte, stieg ich erst am Montag vergangener Woche wieder ins Training ein. Am Dienstag war Laktattest, bei dem ich locker durchgelaufen bin, dann kam ein Anruf von Miki Stevic, der mir sagte, dass ich am Nachmittag zum Training der Profis erscheinen solle. Wenig später erfuhr ich, dass ich im Kader für das Spiel in Osnabrück stehe, und schließlich hieß es, dass ich spiele.“ Und wie er spielte. Camdal bereitete den Siegtreffer von Volland mit vor und erhielt nach dem Schlusspfiff nicht nur von Trainer Reiner Maurer anerkennende Klopfer auf die Schulter.

1860 in Osnabrück: Bilder & Einzelkritik - Zwei verdienten sich die 1

1860 in Osnabrück: Bilder & Einzelkritik - Zwei verdienten sich die 1

Der TSV 1860 hat in Osnabrück einen wichtigen 1:0-Auswärtssieg geholt: die Bilder © Getty
1860-Trainer Reiner Maurer © Getty
Sein Gegenüber Karsten Baumann © Getty
Wegen zahlreicher Ausfälle war bei 1860 Umbauen angesagt. © Getty
Stefan Buck verteidigt neben Mate Ghvinianidze innen © Getty
Kevin Volland kommt zu seinem Startelf-Debüt © Getty
Auch Tarik Camdal bekommt eine Chance. © Getty
Camdal (l.) und Volland ersetzen den gesperrten Bierofka und den zuletzt formschwachen Aigner © Getty
Vor allem Volland sollte das Spiel prägen © Getty
Aleksandar Ignjovski verteidigt links hinten. © dpa
Alexander Ludwig gibt die hängende Spitze. © Getty
In der ersten Halbzeit passiert wenig. © Getty
Ein Spiel mit viel Kampf, und auch mit viel Krampf. © Getty
Osnabrück ist in der ersten Hälfte besser. © Getty
Doch die Löwen gehen mit einem 0:0 in die Pause. © Getty
Dann die 55. Minute: TOR FÜR 1860! Camdal setzt Ludwig auf rechts ein, der hat viel Platz. In seine Flanke rauscht Volland vor Enegl mit dem Fuß rein und netzt ein. © Getty
Benny Lauth schaut zu. © dpa
Volland dreht zum Jubeln ab. © dpa
Camdal kommt hinzu. © dpa
Prompt bildet sich ... © dpa
... eine Jubeltraube. © dpa
Auch Gabor Kiraly freut sich. © Getty
Bedröppelte Gesichter ... © Getty
... bei der Osnabrück-Fraktion. © dpa
Danach bleiben die Hausherren gefährlich. © dpa
Doch immer wieder Gabor Kiraly hält die Löwen im Spiel. © Getty
Der harte Kampf ... © dpa
... gipfelt in einer Roten Karte gegen Osnabrücks Siegert in der Nachspielzeit nach einer Notbremse gegen Volland. © Getty
Kurz danach ist Schluss! © dpa
Sieg für 1860! © Getty
Király: Rettete den Sieg mit überragender Paraden. Tschauner muss weiter warten. Note: 1 © Getty
Rukavina: Engagiert, bisweilen zu unkonzentriert.Note: 3 © Getty
Ghvinianidze: Passable Partie des Bülow-Ersatzes. Nicht immer stellungssicher. Note: 3 © Getty
Buck: Meist Herr der Lage, auch nach vorne mit einigen guten Aktionen. Note: 3 © Getty
Ignjovski: Ordentlich als Not-Linksverteidiger. Mehr kann man nicht erwarten. Note: 3 © Getty
Lovin: Viele Fehlpässe im ersten Durchgang. Nach der Pause verbessert. Note: 3 © Getty
ab 79.: Aygün: o. B. © sampics
Stahl: Riesen-Einsatz, nicht immer ganz so große Übersicht. Kann ja noch werden. Note: 3 © Getty
Camdal: Erstes Profispiel seit über einem Jahr und gleich einer der Aktivposten. Weiter so!Note: 2 © Getty
ab 85.: Biancucchi: o. B. © Getty
Volland: Fast ein Doppelpack im ersten Spiel von Beginn an und dazu noch per Notbremse gestoppt. Wer bietet mehr? Note: 1 © Getty
Ludwig: Schöne Flanke zum 1:0. Note: 3 © Getty
ab 68.: Aigner: o. B. © Getty
Lauth: Viel unterwegs, kaum Abschlüsse. Note: 3 © Getty

Ein Spiel, das auch Camdals Zukunftsplanung ins Wanken gebracht hat. Denn eigentlich hatte er schon beschlossen, die Löwen im Winter zu verlassen: „Es gab und gibt einige Angebote von türkischen Erstligisten, und ich wollte nicht noch ein weiteres halbes Jahr hier bei den Amateuren verbringen. Ich habe einen Profivertrag, und wenn du dann nur in der zweiten Mannschaft trainieren und spielen darfst, macht dich das schon ein bisschen verrückt.“

Jetzt aber sieht Camdal (Vertrag bis 2013) eine neue Chance. „Ich denke nicht mehr an einen Wechsel“, erklärte er am Dienstag. „Ich will bei 1860 bleiben und mich hier durchbeißen.“

Bleibt nur die Frage, wie der Verein darüber denkt. Denn angesichts der nach wie vor angespannten finanziellen Lage bleiben Spielerverkäufe bis zum Ende der Transferzeit am 31. Januar nach wie vor ein Thema beim TSV 1860. Auch Camdal weiß das und sagt: „Wenn der Verein das so will, dann…“

Trainer Reiner Maurer kennt diese Gepflogenheiten ebenfalls bestens: „Demnächst steht ja die Lizenzierung für die neue Saison an, und man muss sehen, welches Angebot für Camdal kommt. Es ist sicher eine schwierige Entscheidung. Und wenn man mich fragt, wie ich Tariks Chancen einschätze, dann antworte ich, dass auf den Außenpositionen ­Bierofka, Aigner und Halfar die ersten drei sind.“

Ein Mutmacher für Camdal hört sich anders an. Aber Maurer weiß eben auch, dass es beim TSV 1860 in der derzeitigen Situation für einen Trainer wenig Sinn macht, sich für einen Spieler einzusetzen, der nur vierte Wahl ist…

Claudius Mayer

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