OB Ude wird im November nicht mehr als Aufsichtsrat kandidieren

Ude: Olympia geht vor 1860

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Christian Ude auf der Geschäftsstelle der Löwen. Dieses Bild wird es in Zukunft nicht mehr oft geben.

München - Eigentlich wollten die Löwen außer Stürmer Toni Di Salvo heuer niemanden mehr abgeben, doch jetzt gibt’s doch noch einen prominenten Bald-Ex: Mitte-Links-Allrounder Christian Ude (61).

Der OB wird sich im Herbst nach 13 Jahren Mitarbeit aus den beiden Aufsichtsräten der Blauen verabschieden. Grund: die zu große Beanspruchung durch die Münchner Olympiabewerbung 2018. „Ich habe ein gewisses Zeitbudget für den Sport und durch die Olympiabewerbung wird das ab November so stark beansprucht, dass kein Spielraum bleibt für andere sportpolitische Engagements“, sagte Ude der tz.

Löwen intern - hinter den Kulissen des TSV 1860

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 Und der OB ist positiv gestimmt, dass es mit 1860 wieder bergauf geht. „Erstens hinterlässt die Mannschaft einen guten Eindruck, zweitens sitzt das Präsidium, das eine Schwächephase hatte, nun wieder fest im Sattel und kann in Ruhe arbeiten. Zudem ist der neue Geschäftsführer Manfred Stoffers ein glücklicher Griff. Er hat das nötige Selbstbewusstsein und ist ein guter Teamworker.“

Ude geht also mit gutem Gewissen – und bleibt den Löwen verbunden. „Selbstverständlich werde ich als Lebenszeitmitglied meinem Verein auch in Zukunft – wenn auch ohne Gremienzugehörigkeit – die Treue halten“, teilte er via 1860 mit. „Ich wünsche der Mannschaft eine erfolgreiche Saison und dem Präsidium neben dem sportlichen auch einen wirtschaftlichen Aufschwung des Vereins und seiner Fußballabteilung.“

Die Reaktion der Löwen-Verantwortlichen: Nichts als Bedauern. „Ich finde es schade, dass Ude geht“, sagte KGaA-Aufsichtsratschef Christoph Oefele zur tz. „Die Zusammenarbeit mit ihm war immer gut.“ Vor einem halben Jahr hatte Ude mit seinem öffentlichen Alarm den umstrittenen Investoren-Deal mit Nicolai Schwarzer zum Kippen gebracht. 1860-Geschäftsführer Manfred Stoffers äußerte sich gewohnt humorvoll über Udes Abgang: „Schade, dass Herr Ude Oberbürgermeister ist, sonst hätte er uns als 1860-Aufsichtsrat keinen Korb geben müssen. Wir werden es uns trotzdem erlauben, Udes brillanten Geist für die Sache der Löwen einzusetzen. Schließlich wird seine Mitgliedschaft bei uns länger dauern, als seine Zeit als Münchner OB.“

Ludwig Krammer

Die Mitteilung im Wortlaut:

Das dienstälteste Mitglied des Aufsichtsrats der Sechzger, Oberbürgermeister Christian Ude , hat den Aufsichtsrat wissen lassen, dass er bei den Neuwahlen Ende diesen Jahres nicht mehr zur Verfügung steht. Ude, der dem Aufsichtsrat des Vereins und der Kommanditgesellschaft seit 1996 angehört, erklärte: „Im November diesen Jahres wird die Stadt München ihre Bewerbung für die Olympischen Winterspiele 2018 einreichen, von diesem Zeitpunkt an werde ich mich noch intensiver um die Bewerbung kümmern und internationale Kontakte pflegen müssen, wie es bereits bei Olympia in Peking oder der Leichtathletik- Weltmeisterschaft in Berlin der Fall war.

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